In den Gewässern um Aruba ist Schnorcheln ein tolles Erlebnis

Abtauchen im größten Aquarium der Karibik

Flink und wendig: Den freundlichen Meeresschildkröten kann man im Wasser nicht folgen. Dort sind sie in ihrem Element und viel schneller als an Land. Fotos: Raab

Im Minutentakt scheinen die Hotelfassaden am Palm Beach zu schrumpfen. Schon bald ist Oranjestad, die Hauptstadt von Aruba, nur noch mit Wohlwollen als Punkt in der braun-grünen Masse aus Strand, Kakteen, Palmen und Divi-Divi-Bäumen zu erahnen. Das Segelschiff Palm Pleasure bewegt sich im immer gleichen Rhythmus der Wellen auf und ab. Ein lauer Wind lässt das Segel schlapp umherflattern und treibt die wenigen Wolken über das blau und grün schimmernde Wasser. Immer wieder schwappt die Gischt über die Bordwand des Katamarans und sorgt für eine angenehme Erfrischung.

„Na, nicht so zögerlich“, fordert Crewmitglied Ryan noch vor dem ersten Stopp an der Catatina Bay die Gäste lachend zu einem Cocktail auf und liefert gleich die Begründung hinterher: „Zwei, drei Aruba Ariba und ihr seht nicht nur viel mehr Fische, nein, die Fische wirken auch gleich doppelt so groß!“

Vierzig Meter Sichtweite

Mit Taucherbrille, Schnorchel und Schwimmflossen folgt schon wenige Minuten später der Sprung in die wohlig warme See. Vorher greift ein jeder noch zu einer der bereitgehaltenen Schwimmwesten. Diese sorgen für jede Menge Auftrieb und erleichtern so das Schnorcheln. Dann beginnt das Plantschen im – laut Ryan – „größten Aquarium der Karibik“.

Sichtweiten von bis zu vierzig Metern sowie ein buntes Kaleidoskop mit unzähligen Schwamm-, Korallen- und Fischarten sind die Pfunde, mit denen die Gewässer vor der Küste Arubas wuchern können. Da tummeln sich die zur Familie der Barsche gehörenden Mahimahi, atlantische Fächerfische, blaue Marline, Falterfische, Snapper, blaugrüne Wahoos, Zackenbarsche (Grouper), Muränen, Papageifische und jede Menge Schwarmfische.

„Zwei, drei Aruba Ariba und ihr seht nicht nur viel mehr Fische, nein, die Fische wirken auch gleich doppelt so groß!“.

Crewmitglied Ryan

Mit einer Wundertüte voller Eindrücke geht es zurück an Bord. Und schon nimmt der Katamaran wieder Fahrt auf – zum Wrack der Antilla. Das einst stolze Schiff der deutschen Kriegsmarine wurde 1941 auf Anordnung von Kapitän Wolfgang Heiden vor der Bordwestküste versenkt, um nicht den Niederländern in die Hände zu fallen. Die achtzigköpfige Besatzung wurde gefangen genommen, während die Schiffsreste sich selbst überlassen wurden. Aus rund zwanzig Metern Tiefe ragen heute wenige Teile des Wracks bis an die Wasseroberfläche.

Die Antilla liegt seit dem Jahr 1941 auf Grund

Direkt unter der Palm Pleasure liegt der mächtige Rumpf der Antilla. Längst hat sich der Schiffskörper zur Seite geneigt. Das Deck ist von einer Explosion im Maschinendeck aufgerissen, die rostige Bordwand ist von Muscheln und Algen überzogen, während die Geschütze von Korallen übersät sind. Hier ziehen Meeresschildkröten gemächlich ihre Bahnen. Der Versuch, den an Land so behäbigen Tieren nur ein Stück zu folgen, scheitert kläglich. Denn im Wasser sind sie überaus flink und wendig.

Nach einem dritten Tauch- und Schnorchelstopp schippert die Palm Pleasure langsam zurück nach Palm Beach. Währenddessen – nach dem dritten oder vierten Aruba Ariba – erlangen die Meeresschildkröten in den abenteuerlichen Erzählungen der Schnorchler fast schon die Größe von Walfischen. Bleibt nur zu hoffen, dass nach der bunten Unterwasserwelt jene fruchtigen Cocktails mit großem Wodka- und Rumanteil sowie Curacao und Bananenlikör nicht für ein blaues Wunder sorgen.

Von Karsten-Thilo Raab

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