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Aussichtsplattform an Rügens Steilküste in Kürze fertig

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Neuer Königsweg auf Rügen wird abgesenkt
Auf der zukünftigen Besucherbrücke Königsweg wird die Absenkung des Rundwegs über dem Kreidefelsen „Königsstuhl“ vorbereitet. Ab dem Frühjahr 2023 könnte die an einem Mast über dem 118 Meter hohen Königsstuhl schwebende Konstruktion für Besucher eröffnet werden. © Jens Büttner/dpa

Ein spektakulärer Skywalk auf Rügen soll schon bald seine finale Position erhalten. Das Projekt oberhalb der Steilküste bewegt sich laut den Verantwortlichen an der Grenze des Machbaren.

Sassnitz - Über dem größten Kreidefelsen Deutschlands ist eine neue Aussichtsplattform in Kürze begehbar. Der sogenannte Königsweg solle am Dienstag in seine finale Position über dem Königsstuhl abgesenkt werden, sagte der Geschäftsführer des dortigen Nationalpark-Zentrums, Mark Ehlers.

„Das ist schon absolute Pionierarbeit.“ Man sei durchaus an den Grenzen des Machbaren. „Das ist hier alles freitragend aufgehängt.“ Die exponierte Lage über dem 118 Meter hohen Kreidefelsen, der Untergrund, aber auch die weite Auskragung von 90 Metern mache die Konstruktion europaweit einzigartig.

Künftig sollen Besucher einen 185 Meter langen ellipsenförmigen Rundweg entlanggehen können, der von einem Haltemast gehalten über dem Königsstuhl schwebt. Die Kosten liegen bei etwa 7,5 Millionen Euro. Die Plattform soll ungefähr Ostern öffnen. Der bisherige Aussichtspunkt auf dem Felsen war Ende September nach einem feierlichen Finale abgesperrt worden, um das Areal vor Erosion zu schützen.

Zum Königsstuhl kommen laut Ehlers jährlich normalerweise ungefähr 300.000 Besucher. Nach früheren Angaben stammt die erste bekannte Erwähnung des Königsstuhls von 1584. Etwa im späten 17. bis 18. Jahrhundert soll der Tourismus hier bereits eingesetzt haben.

Bewegung der Plattform in die richtige Position

In der vergangenen Woche sei die etwa 400 Tonnen schwere Konstruktion nochmals um 10 Meter vorgeschoben worden, sagte Ehlers. „Es ist jetzt schon ganz vorne“. Bei der Absenkung soll es nun noch dreieinhalb bis vier Meter in die Tiefe gehen - an der Spitze etwas weiter und an der Basis etwas weniger.

Die Bewegung wird mit Seilen und Hydraulik bewerkstelligt. „Das sind ja wirklich Zentimeter für Zentimeter“, erklärte Ehlers. Anschließend stünden dann noch Schweißarbeiten, Arbeiten am Geländer oder auch an den Wegen hin zur Plattform an.

Auf Glas im Boden hat man nach Aussage Ehlers bewusst verzichtet. „Wir wollten dort keine Leute ausschließen.“ Man wisse von anderen Skywalks, dass dann einige Menschen vom Betreten zurückschreckten. dpa

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