Baden mit Risiko

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Spaß im Nass: Wer sich rechtzeitig über mögliche Gefahren informiert, kann unbeschwert und sicher im Meer baden.

Wer in die Ferien reist, sucht zumeist Sonne, Strand und möchte im Meer baden. Um das Thema Badesicherheit kümmern sich jedoch nur wenig Reiseveranstalter. Eine Studie zeigt dies jetzt deutlich. 

Blausand de, Organisation für Badesicherheit in Europa, untersuchte ob und wie die Veranstalter ihren Kunden Baderegeln und Informationen zu Gefahren im Wasser vermitteln.

Und ob Informationen über Broschüren oder durch Reiseleiter am Urlaubsort verteilt werden und ob Reiseveranstalter bei der Badesicherheit mit Kommunen, Hotels und Wasserrettern am Urlaubsort kooperieren.

Das Thema Badesicherheit kommt zu kurz

Von den führenden Reiseveranstaltern, so Blausand.de, sind es gerade mal zwei Unternehmen, die das Thema Badesicherheit 2010 in Katalogen, Reiseunterlagen sowie in Informationsmappen ansprechen, Personalschulungen durchführen und durch ihre Reiseleitungen am Urlaubsort aktiv auf Baderisiken hinweisen wollen: TUI in Hannover und der Münchner Reiseveranstalter FTI.

Beide Reiseveranstalter stellen im kommenden Jahr sicher, dass Urlaubsgäste vor Antritt der Reise über Baderegeln und Risiken informiert werden, die Warnhinweise Bestandteile der Informationsmappen am Urlaubsort sind und die Reiseleiter mit qualifizierten Informationen zur Badesicherheit ausgestattet werden, die sie aktiv an die Gäste weitergeben.

In Europa ertrinken jedes Jahr 35 000 Menschen 

Buchungsportale im Internet vernachlässigen dagegen das Thema Badesicherheit nahezu vollständig, so die Untersuchung, bei der verglichen wurde, ob und wie die Reiseanbieter ihren Kunden Baderegeln und Informationen zu Gefahren im Wasser weitergeben. „Das Ergebnis ist ernüchternd. Reiseveranstalter sind für Urlauber eine der wichtigsten Informationsquellen für einen sicheren Badeurlaub“, sagt Rolf Lüke, Leiter der Organisation Blausand.de. „Gerade sie könnten einen wirksamen Beitrag für Badesicherheit an Europas Urlaubsstränden und für die Reduzierung von Ertrinkungsunfällen leisten.“

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht von jährlich mindestens 35 000 tödlichen Ertrinkungsunfällen alleine in Europa aus. Die Hauptgründe bestehen nach Auffassung von Blausand.de in unzureichenden Warn- und Sicherheitsbedingungen, im Mangel an Aufklärung und wenig ausgeprägtem Gefahrenbewusstsein.

Nach Meinung von Sicherheitsexperten könnten 80 Prozent aller tödlichen Badeunfälle durch vorbeugende Maßnahmen verhindert werden. Beim klassischen Pauschal-Badeurlaub mit einer Unterbringung in Strandnähe fordert Blausand.de von den Reiseveranstaltern, die Gäste mit den Reiseunterlagen, über die in den Unterkünften ausliegenden Informationsmappen und durch aktive Aufklärung durch die Reiseleiter über Badegefahren zu informieren. Das heißt, sie für die Gefahren im Meer und im Hotelpool zu sensibilisieren und dabei die wichtigsten Baderegeln im Meer – nur an bewachten Stränden, nie allein und nie bei roter Flagge baden und schwimmen – zu vermitteln.

Vorsicht beim Baden

Allgemeine Hinweise wie etwa „Vorsicht beim Baden“ reichen nicht aus. Es sei allerdings gar nicht nötig, dass Veranstalter in den Katalogen beispielsweise bei den Beschreibungen der Hotels und Strände auf Baderisiken hinweisen. „Das sollte am besten orts- und zeitnah passieren, zum Beispiel in den Infomappen im Hotel“, sagt Rolf Lüke. Noch wichtiger seien aber entsprechende mündliche Hinweise durch den Reiseleiter, zum Beispiel bei der Begrüßungsveranstaltung.

Das sei jedoch bei vielen Reiseanbietern noch nicht Standard. Nur die wenigsten Urlauber seien sich jedoch der unterschiedlichen Gefahren bewusst, die es an vielen europäischen Badestränden, vor allem am Mittelmeer und am Atlantik, gibt.

V. Pfau

INFOS & AUSKUNFT

Blausand.de, die Organisation für mehr Badesicherheit in Europa, ist erreichbar unter der Adresse: Werderstraße 39/41, 28199 Bremen sowie im Internet unter www.blausand.de.

Dort finden sich viele Sicherheitshinweise, Tipps für Urlauber und Testberichte über europäische Badestrände.

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