kaum Preiserhöhungen im Fernverkehr

Bahn will mit stabilen Preisen Kunden locken

+
Die meisten Bahnfahrkarten werden nicht teurer. Fernverkehrschefin Birgit Bohle versprach, dass 90 Prozent der Tickets unverändert bleiben.

Die Fahrt im ICE, Intercity und Eurocity wird dieses Jahr für die meisten Reisenden nicht teurer. Die Bahn will damit Kunden im Fernverkehr zurückgewinnen. Im Regionalverkehr aber könnten die Preise steigen.

Berlin - Bahnkunden profitieren vom scharfen Wettbewerb im Fernverkehr: In diesem Jahr gibt es zum zweiten Mal in Folge kaum Preiserhöhungen auf der Langstrecke.

"90 Prozent der Tickets bleiben unverändert", kündigte Fernverkehrschefin Birgit Bohle an. Das gelte etwa für Normalpreise, Sparpreise und Bahncards. Teurer werden Fahrten über die Neubaustrecke Erfurt-Halle/Leipzig, die ab Dezember deutlich kürzere Reisezeiten bringt. Auch die Kunden im Regionalverkehr müssen mit Preiserhöhungen rechnen.

"Wir greifen an", sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Angesichts wachsender Konkurrenz durch Fernbusse und niedriger Spritpreise will die Bahn mit den weitgehend stabilen Preisen mehr Kunden in ihre Fernzüge locken. Gestrichen werden deshalb auch die Vorverkaufsfrist bei Sparpreisen sowie in ICE-Sprinter-Zügen die Reservierungspflicht und der Aufpreis von 11,50 Euro. Kostenfreie Reservierungen gibt es aber weiterhin nur in der ersten Klasse.

Für Fahrgäste in der zweiten Klasse des ICE lässt zudem das für 2016 versprochene kostenlose WLAN auf sich warten. "Wir können heute kein Datum nennen", sagte Bohle. "Wir werden alles daran setzen, es möglichst 2016 noch hinzubekommen - aber nur zu einer guten Qualität." Momentan gebe es noch einen Engpass bei der Leistungsfähigkeit des Systems an Bord. In der ersten Klasse des ICE ist der drahtlose Internetzugang seit Dezember 2014 inklusive.

Schon im vergangenen Jahr hatte die Bahn nach mehreren kräftigen Preisrunden die Tarife in der zweite Klasse nicht erhöht. In diesem Jahr wird nur jeder zehnte Fahrschein teurer: Tickets für Fahrten über den neuen Abschnitt Erfurt-Halle/Leipzig. Sie verteuern sich zwischen einem und sieben Euro.

Für den Regionalverkehr gibt es noch keine Entscheidung, da stimmt sich die Bahn noch mit den Verkehrsverbünden der Länder und Kommunen ab. Sie machen die Preise für 80 Prozent der Regionalfahrscheine. Große Verbünde wie Berlin-Brandenburg, Hamburg und Rhein-Ruhr bereiten Aufschläge zwischen knapp zwei und knapp drei Prozent vor oder haben diese schon beschlossen.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.