Der Liebenauer Bahnhof ist zwar sauber, wirkt aber wie ausgestorben

Bahnhof Liebenau: Da wächst Gras drüber

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Verriegelt und verrammelt: Das Liebenauer Bahnhofsgebäude.

Liebenau. Eine großzügige Park-und-Ride-Anlage gibt es am Bahnhof in Liebenau, auch einen langen Bahnsteig und eine theoretisch interessante Streckenanbindung nach Kassel und in Richtung Ruhrgebiet.

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Was allerdings fehlt, sind die Zugverbindungen: Gähnende Leere herrscht am „Bahnhaltepunkt“ an der Strecke von Hofgeismar nach Warburg, der nur noch acht mal täglich angefahren wird: morgens gibt es zwischen 6.08 Uhr und 8.08 Uhr drei Regiotrams nach Kassel und zwei nach Warburg, abends fahren zwischen 17.45 Uhr und 21.48 Uhr zwei Züge nach Warburg und einer nach Kassel.

Dass früher mehr Züge am Liebenauer Bahnhof hielten, sieht man noch heute, so großzügig sind die Anlagen ausgelegt.

Sauber ist das Bahnhofsgelände: wohin man auch blickt, findet man keinen Müll und keine Schmierereien. Dafür ist der Bahnhof aber auch ausgestorben. Das einstige Bahnhofsgebäude steht leer und ist verrammelt, ein überdachter Fahrradstellplatz liegt schattig, aber auch kaum zu finden hinter großen Bäumen. Und der Eingang zum Bahnsteig erinnert mehr an die Einfahrt zu einem Feldweg.

Ausgestorben: Der Bahnhof in Liebenau liegt verlassen da. Links der Bahnsteig Richtung Warburg mit dem Bahnhofsgebäude, rechts der Bahnsteig Richtung Kassel mit dem Wartehäuschen und der Überführung im Hintergrund.

Noch nicht einmal einen Fahrkartenautomaten gibt es am Bahnhof in Liebenau. Aber einen Ticket-Entwerter. Am ehemaligen Bahnhofsgebäude hängt außerdem ein Schaukasten des NVV mit Fahrplan, einer Karte des NVV-Gebiets, Preisstufen und einem Hinweis zum zuständigen Bahnhofsmanagement in Kassel.

Lautsprecher gibt es, aber zumindest bei durchfahrenden Zügen war daraus keine Warnung zu hören. Eine Toilette sucht man übrigens vergebens am Liebenauer Bahnhof.

Um Züge in Richtung Kassel zu erreichen, muss man über eine Überführung zum Mittelbahnsteig gehen. Die Treppe ist mit - allerdings steilen - Rampen für Rollstühle oder Kinderwagen ausgestattet. Auf dem Bahnsteig Richtung Kassel gibt es ein kleines Wartehäuschen, daneben gammelt eine Bank vor sich hin.

Am ehemaligen Gütterschuppen vorbei am Parkplatz befindet sich auch die leider nicht überdachte Bushaltstelle. Mit dem Bus der Linie 183 geht es von hier aus wochentags jeweils etwa ein dutzend Mal täglich nach Hofgeismar und Warburg. Bahnreisende, die in Liebenau aussteigen, sollen den Weg dorthin aber offensichtlich gar nicht erst finden: die Beschilderung – keineswegs uralt, sondern im aktuellen Bahn-Design – ist von Büschen überwuchert.

Das ehemals dritte Gleisbett bietet ein hübsches Biotop, und auch in den Ritzen der Überführung und der Bahnsteige wächst das Gras langsam über den Liebenauer Bahnhof.

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Von Marcus Dittrich

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