Bahnhof Obervellmar: Ein Zugang mit Hindernissen

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Blick von der Brücke: Zwei überdachte Wartehäuschen markieren den Haltepunkt Obervellmar, an dem gerade eine Regiotram ihre Fahrgäste aufnimmt. Wer in Richtung Kassel fahren will, muss aber noch über eine steile Treppe nach unten.

Vellmar. Der dunkelrot gehaltene Klinkerbau des Obervellmarer Bahnhofsgebäudes dürfte in seinen besten Zeiten ein imposantes Gebäude gewesen sein. Aber die guten Zeiten sind vorbei.

Der Bahnhof, der heruntergekommen wirkt, ist im Besitz der DB Station & Service, hat für die Fahrgäste aber keine Funktion mehr. Auch das Stellwerk, das als letztes noch ein wenig an die alten Zeiten erinnerte, wurde inzwischen abgebaut, die Züge werden von Frankfurt aus per Computer gelenkt. Im Erdgeschoss des Bauwerks sitzt heute eine Firma für Immobilien und Hausverwaltung, oben an der Bahnhofstraße auf dem Vorplatz firmiert ein Secondhand-Shop für Reiter & Pferd. Parkplätze auf dem Vorplatz sind knapp, für Fahrräder können zwölf Boxen gemietet werden.

Die Regiotrams der Linien 3 und 4 fahren in Richtung Kassel und nach Wolfhagen und Hofgeismar. Zwei bis drei Züge verkehren innerhalb einer Stunde. In Richtung Kassel fährt der erste um 5.20 Uhr, der letzte um 0.08 Uhr, nach Wolfhagen um 5.26 und 21.55 Uhr, nach Hofgeismar um 4.40 Uhr und 23.08 Uhr. Dazu gibt es freitags und samstags noch spätere Züge für Nachtschwärmer.

Klinkerbau: Zum Teil etwas abgerissen wirkt das Bahnhofsgebäude Obervellmar - hier die Rückseite.

Ein Fahrkartenautomat und Fahrpläne finden sich oben an der Brücke der Bahnhofstraße, die die Schienen quert. Dort liegen auch zwei Haltestellen für die Regionalbusse. Von der Brücke aus gelangt man nach unten zu den Bahnsteigen. Was dabei negativ auffällt: Der Zugang zu den Zügen in Richtung Kassel kann nur über eine hohe Treppe erreicht werden, die für behinderte Menschen und ältere Fahrgäste ein zum Teil unüberwindbares Hindernis darstellt. Der Bahnsteig in Richtung Hofgeismar dagegen ist über einen leicht abschüssigen Weg barrierefrei gestaltet.

Trotzdem wird der Bahnhof Obervellmar gut angenommen. 800 bis 1000 Fahrgäste steigen dort täglich ein und aus, weiß der Nordhessische Verkehrsverbund. Die Folge: Auch dort wird modernisiert.

Bis zum Fahrplanwechsel Dezember 2012 wird sich in Obervellmar einiges gravierend ändern. Nach dem Bau eines dritten Gleises bis nach Ahnatal-Casselbreite fahren die Regiotrams im 15- Minuten-Takt. „Das sind dann fast straßenbahnähnliche Verhältnisse“, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms.

Und auch die Infrastruktur wird deutlich verbessert. Geplant ist der Bau eines Mittelbahnsteiges mit Personenaufzug und neuer Treppenanlage. Baubeginn soll im Oktober sein.

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Von Stefan Wewetzer

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