Bahnhof Bad Sooden-Allendorf: Hübsche Fassade täuscht

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Verschlossen: Die Tür zum Bahnhofsgebäude in der Straße Am Bahnhof lässt sich nicht öffnen. Um zu den Bahngleisen zu gelangen, müssen die Zugreisenden außen herum gehen.

Bad Sooden-Allendorf. Von außen sieht er einladend aus. Der Bahnhof in Bad Sooden-Allendorf ist von der Straße aus betrachtet regelrecht ein Schmuckstück.

Eine Allee führt zum Eingang, das Gebäude ist gepflegt, kein Schmutz weit und breit. Doch sobald der Besucher die Stufen zu der Eingangstür hinaufgeht, wird er enttäuscht.

Zwar wird er zunächst noch mit einem provisorisch angebrachten Zettel über die Öffnungzeiten informiert. Doch selbst während der Öffnungszeiten bleibt die Tür verschlossen. Also geht es außen herum zu den Bahnsteigen.

Dann das nächste Problem: Wenn es schon keine Schalter gibt, wo stehen die Ticket-Automaten? – Es gibt keine, nur der Hinweis neben den Öffnungszeiten, dass die Tickets bei der 200 Meter weit entfernten Touristinformation gekauft werden müssen.

Wer jetzt Glück hat, dem ist zuvor ein Schild auf dem kostenlosen Parkplatz nicht entgangen. Darauf steht die Adresse der Touristinformation und deren Öffnungszeiten. Wer noch ein wenig mehr Glück hat, erfährt von anderen, dass es die Tickets im Zug zu kaufen gibt.

Falls der Zug ein wenig Verspätung hat, sollte der Reisende allerdings nicht noch in die Verlegenheit kommen, auf die Toilette gehen zu müssen. Ausgeschildert ist nichts. Nur wer zufällig noch einen kleinen Spaziergang durch die Unterführung hindurch hinter das Bahnhofsgebäude macht, kann ein Schild erkennen „Toilette 15 Meter“. Schön sind die Räume allerdings nicht, und Seife sucht der Reisende vergebens.

Die Unterführung der Gleise ist der Schandfleck auf dem Bahnhofsgelände. Die Badestadt möchte damit erst gar nicht in Verbindung gebracht werden und schreibt auf zwei Schildern: „Die Unterführung zwischen den Gleisen 1 und 2 gehört der Deutschen Bahn.“ In dem Verbindungsschlauch fallen die Fliesen aus den Wänden, blättert Putz ab und zieht der Dreck lange Schlieren an den weißen Fliesen.

Barrierefreie Wege

Attraktiv und hässlich zugleich: Der Bahnsteig ist barrierefrei zu erreichen. Die Unterführung hingegen ist zerfallen.

Dafür verdanken die Reisenden der Bahn den behindertengerechten Ausbau. Beide Gleise sind ohne Barrieren zu erreichen. Auch die Zugverbindungen können sich sehen lassen. In Richtung Bebra fahren die Züge fast stündlich, zwischen 5 und 6 Uhr sogar dreimal. Nach Göttingen geht es über Eichenberg, fast stündlich zweimal. Einmal am Tag gibt es eine Fahrt nach Fulda.

Informationen werden am Bahnhof in Bad Sooden-Allendorf großgeschrieben. Es gibt Tafeln über die Vorzüge der Kurstadt und große, gut lesbare Routeninfos für Radfahrer inklusive Höhenangaben und Schwierigkeitsgrade.

Die Fahrräder können sogar in verschließbaren Boxen untergebracht werden. Wer nicht so sportlich ist, kommt vom Bahnhof aus auch mit Bussen und Taxis weiter.

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Von Dorothee Köppe

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