Alt und Neu dicht beieinander

Bahnhof Wolfhagen: Freie Bahn für Reisende

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Licht und Schatten: Trotz etlicher Schäden auf dem Wolfhager Bahnhof, die den Fahrgästen mitunter erhebliche Einschränkungen aufdrängen, rollt der Verkehr.

Wolfhagen. Die Bahnhofsuhr hat eine Wetterseite wie ein freistehender Baum. Auf dieser Seite, kaum zu erkennen, geht sie zehn Minuten nach. Während das Bahnhofsgebäude bröckelt, strahlen dahinter drei schön glatt betonierte Bahngleise.

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In 49 Minuten geht es von dort mit der Regionalbahn auf direktem Weg nach Korbach. 47 Minuten dauert die Fahrt mit der RegioTram nach Kassel, Hauptbahnhof, ohne Umsteigen.

Den Bahnhof kreuzen an Wochentagen in der Stunde drei bis vier, zwischen 8 und 9 Uhr fünf Züge. Der erste Zug in Richtung Wilhelmshöhe verlässt Wolfhagen um 6.03 Uhr. Der früheste Regionalexpress nach Bad Arolsen fährt um 7.03 Uhr.

Abends verlässt um 23.05 Uhr die letzte Bahn nach Korbach den Bahnhof, sonntags auch 23.30 Uhr.

Fehlender Bus-Anschluss

Wer mit dem Zug in Wolfhagen ankommt und weder Auto auf einem der etwa 50 Parkplätze noch Fahrrad in einem der 14 ungesicherten Fahrradständer, von denen sechs so beschädigt wie unbrauchbar sind, bereitstehen hat, der sitzt anschlussmäßig auf dem Trockenen. Die Bushaltestelle am Bahnhof wird seit Mai 2009 nicht mehr bedient.

Wer gut zu Fuß ist, erreicht die Ersatzhaltestelle „Abzweig Bahnhof“ in zwei Minuten. Um zur Haltestelle zu gelangen, muss die unübersichtliche Kreuzung von Lynker-, Bahnhofs- und Schützeberger Straße überquert werden. Einen Fußgängerüberweg gibt es nicht.

Schüler gelangen von dort mit dem Bus in die Wolfhager Wilhelm-Filchner-Schule. Für alle anderen geht es vom Abzweig Bahnhof weiter bis nach Leckringhausen – aber nur per Anrufsammeltaxi, bei dem jede Fahrt 30 Minuten vorher telefonisch angemeldet werden muss.

Bahnhof auf dem Abstellgleis: Seit März 2009 sind die Türen der Bahnhofshalle geschlossen.

Eine funktionierende Telefonzelle befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Bahnhofsgebäudes. Dem Bahnhofsgebäude im Gründerzeit-Backsteinstil droht der Verfall. An der Tür hängt ein Schild, das bei Beratungswunsch auf die Reisezentren in Kassel, Hofgeismar, das Reisebüro Winke in Wolfhagen oder auf die gebührenpflichtige DB-Reiseservice-Hotline verweist.

Seit März 2009 sind Fahrkartenausgabe und Bahnhofshalle aus „betriebsbedingten Gründen“ geschlossen. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr der im Gebäude ansässigen Gastronomie.

Für Toiletten gibt es auf dem Bahnhofsgelände zwei Dixi-Ersätze, die ebenfalls abgeschlossen sind.

Automat statt Personal

Bahnhofspersonal sucht man vergeblich. Fahrscheine gibt es am Automaten an den Gleisen, bezahlt werden kann bar oder mit EC-Karte. Fahrkartenautomat, Entwerter, Unterstell- und Sitzgelegenheiten, Fahrplanaushang und die elektronische Anzeigetafel, die Auskunft über die nächsten beiden Abfahrten gibt, sind in gutem, teils beispielhaftem Zustand, aber nur an einem der drei Gleise vorhanden.

Das übliche Gekritzel an Wänden, Bänken und anderen Gerätschaften hält sich in Grenzen. Regelmäßig geleerte Papierkörbe gibt es auf allen Bahnsteigen.

Bewertung

Kreuzen Sie die Ihrer Meinung jeweils zutreffende Note an. Senden Sie den ausgefüllten Coupon an: HNA Wolfhagen, Schützeberger Straße 36a, 34466 Wolfhagen.

Am Ende unserer Aktion werden für alle Stationen Durchschnittsnoten ermittelt. Daraus ergibt sich dann die Rangfolge der besten Bahnhöfe.

Von Claudia Hempel

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