Flugreisen

Bei Code-Share-Flügen haftet die ausführende Airline

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Länger unterwegs als gedacht? Bei einer Flugverspätung müssen sich Passagiere an die Airlines wenden, die den Flug durchführt.

Lange Wartezeiten wegen geänderter Flugzeiten sind ärgerlich. Passagieren stehen deshalb Ausgleichszahlungen zu. Kompliziert wird es allerdings, wenn man Code-Share-Flüge gebucht hat. Dann stellt sich die Frage, welche Airline zahlen muss.

Bei einer Verspätung ist nur die ausführende Fluggesellschaft zu einer Ausgleichszahlung verpflichtet. Die Airline, die im sogenannten Code-Share-Verfahren unter einer eigenen Flugnummer deren Dienste nur mitnutzt, muss hingegen nicht zahlen.

In dem verhandelten Fall hatte der Kläger Flüge von Berlin über Belgrad nach Abu Dhabi gebucht. Es waren sogenannte Code-Share-Flüge, bei denen eine Fluggesellschaft die Dienste einer anderen Airline unter eigener Flugnummer mitnutzt. Wegen einer Änderung der Flugzeit ab Belgrad, die eine sehr lange Wartezeit bedeutet hätte, wurde der Kläger auf einen Direktflug umgebucht. Der kam mehr als fünf Stunden später als der ursprünglich geplante Flug mit Umsteigen in Abu Dhabi an. Der Kläger verlangte eine Ausgleichszahlung von der Airline, die den Direktflug durchführte. Diese hatte für die ursprünglich gebuchten Flüge über Belgrad jedoch nur die Dienste einer anderen Airline genutzt.

Vor dem Amtsgericht Charlottenburg scheiterte er damit (Az.: 202 C 291/14). Ersatzpflichtig sei bei einer Verspätung nur die Fluggesellschaft, die den Flug durchführt. Der Kläger ging komplett leer aus, da die Änderung der Flugzeiten rechtzeitig angekündigt worden war.

Über das Urteil berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift "ReiseRecht aktuell".

dpa

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