Kurz vor den Herbstferien

Corona in Belgien: Zahlen steigen dramatisch an - Land im „Teil-Lockdown“

Belgien ist im Teil-Lockdown. Die Corona-Lage spitzt sich deutlich zu - die Zahlen steigen dramatisch.

  • Für Belgien gilt aktuell eine Reisewarnung.
  • Die Zahlen der Infektionen sind in den vergangenen Tagen dramatisch gestiegen.
  • Belgien befindet sich aufgrund der Coronavirus-Pandemie jetzt im „Teil-Lockdown“.

Update vom 16. Oktober, 21.03 Uhr:  In Belgien sollen wegen der drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen alle Restaurants und Gaststätten für vier Wochen schließen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Freitagabend unter Berufung auf Informationen aus einem Krisentreffen von Vertretern der Zentralregierung und der Gemeinschaften und Regionen. Zudem soll es täglich von Mitternacht bis 5.00 Uhr morgens landesweit eine Ausgangssperre geben. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 6000 registrierte Fälle innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach aktuellen Zahlen rund 550 Infektionen pro 100.000 Einwohner gemeldet.

LandBelgien
HauptstadtBrüssel
Einwohnerzahl11.431.406 (Stand Januar 2019)
RegionenFlämische Region, Wallonische Region, Region Brüssel-Hauptstadt
AmtsspracheNiederländisch, Französisch, Deutsch
ProvinzenanzahlZehn (innerhalb der drei Regionen)

Reisewarnung für Belgien: Corona-Lage verschärft sich drastisch vor den Herbstferien

Hamm - Die Corona-Lage spitzt sich wieder zu. Kurz vor dem Start der Herbstferien in NRW hat die Bundesregierung die Reisewarnungen ausgeweitet. Besonders betroffen davon sind nun Island, Frankreich und Belgien. Belgien ist von der Covid-19-Pandemie im europäischen Vergleich besonders betroffen. Das Auswärtige Amt hat nun Maßnahmen ergriffen.

„Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Belgien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt“, heißt es vom Auswärtigen Amt - für ganz Belgien gilt die Reisewarnung und das so knapp vor den Herbstferien in NRW. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus* in der Hauptstadt Brüssel sowie den Regionen Flandern und Wallonien liegt bei über 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern auf sieben Tage. Damit gilt Belgien als Risikogebiet.

Für Urlauber ist die Alternative zu den Niederlanden damit deutlich unattraktiver geworden. Touristen aus Risikogebieten müssen sich bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Coronavirus testen lassen, wenn sie zurückkommen oder einen negativen Test aus dem Urlaubsland vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ohne vorliegendes Testergebnis müssen die Reiserückkehrer aus Belgien für zwei Wochen in häusliche Quarantäne und sich bei ihrem lokalen Gesundheitsamt melden.

In Belgien selbst gelten strenge Corona-Regeln. Wegen der raschen Ausbreitung des Corona-Virus hat das Land die Regeln am Dienstag, 6. Oktober, nochmals verschärft. Von Freitag (9. Oktober) an sollen die Bürger Belgiens pro Monat nur noch mit drei Personen außerhalb der Familie engen Kontakt pflegen, wie der neue Regierungschef Alexander De Croo in Brüssel mitteilte. Im Café dürfen nur noch vier Leute zusammensitzen. Künftig ist um 23 Uhr Sperrstunde. Den Menschen in Belgien wird Arbeit von zu Hause aus dringend empfohlen.

„Die Lage mit dem Coronavirus in unserem Land ist ernst und Besorgnis erregend“, schrieb De Croo auf Twitter. „Die Ausbreitung des Virus beschleunigt sich. Wir müssen es stoppen.“ Deshalb müssten die Menschen ihre Kontakte einschränken. „Machen Sie aus Bürgersinn mit, aber vor allem aus Verantwortung für die Verletzlichsten unter uns.“ Die neuen Regeln gelten zunächst für einen Monat.

Corona-Regeln in Belgien nochmals verschärft - kurz vor den Herbstferien

Doch auch vor diesen Neuerungen galten schon recht strikte Regeln: Diskotheken und Clubs bleiben geschlossen, Großveranstaltungen sind untersagt. Geschäfte, Hotels, Cafés, Restaurants und Fitnessstudios sind, unter Beachtung der einschlägigen Hygiene- und Abstandsregeln, geöffnet.

Maskenpflicht gilt allgemein in den öffentlichen Verkehrsmitteln (auch Haltestellen, Bahnhäfen und Flughäfen), beim Einkaufen, auf Märkten und beim Betreten von Restaurants oder Cafés. In Brüssel gilt seit dem 12. August die Pflicht zum Mundschutz im gesamten öffentlichen Raum.

Corona-Regeln in Belgien werden verschärft - Reisewarnung knapp vor Herbstferien

In Belgien müssen 1,50 Meter Abstand gehalten werden. Das gilt auch beim Restaurant-Besuch oder bei privaten Treffen. Das Missachten der Corona-Regeln kann zu einer Geldbuße in Höhe von bis zu 250 Euro führen.

Knapp vor den Herbstferien in NRW warnt auch die belgische Regierung vor Reisenden aus anderen Ländern und Regionen. Das belgische Außenministerium stuft weltweit andere Länder in orangene und rote Gebiete ein - je nach Infektionsrisiko.

Reisewarnung für Belgien: Das ganze Land gilt jetzt als Corona-Risikogebiet.

Rot sind Gebiete mit hohem Infektionsrisiko, orange mit mäßig hohem. Derzeit (Stand 1. Oktober 2020) gibt es keine Gebiete in Deutschland, die für das Außenministerium als rot gelten würden.

Reisewarnung vor Herbstferien: Belgien warnt vor Urlaubern aus verschiedenen Regionen - auch NRW betroffen

Orange jedoch schon. Dazu zählen: Regierungsbezirke Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe, Schwaben, Mittelfranken, Unterfranken, Oberpfalz, Ober- und Niederbayern, Darmstadt, Düsseldorf und Köln, das Land Berlin, die Freie Hansestadt Bremen, die Freie und Hansestadt Hamburg sowie die Region Hannover. Urlauber aus diesen Gebieten sollen nach der Einreise nach Belgien sieben Tage in häusliche Quarantäne - auch kein schöner Start in die Herbstferien in NRW.

Insgesamt spitzt sich die Corona-Lage in Europa kurz wieder zu: Neben der Reisewarnung für Belgien gibt es beispielsweise auch in Dänemark Risikogebiete. Dazu zählt auch eine beliebte Ferieninsel. Aber auch wer Zuhause bleibt, muss einiges beachten: NRW hat neue Maßnahmen für die Covid-19-Pandemie* angekündigt. -*wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Yannick Neve/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

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