Benedikt und dicker Schinken

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Köstlichkeiten: Mit Eicheln gemästete Schweine liefern das Fleisch für köstliche Würste und Schinken, welche man in Umbrien an jeder Ecke kaufen kann. So auch in Norcia (oben). Das grüne Herz Italiens ist bekannt für seine schlichte und gleichzeitig raffinierte Küche.

Es muss nicht immer das überlaufene Assisi sein. Auch in Montefalco kann man sich in einen Freskenzyklus vertiefen, der vom Leben des Heiligen Franziskus berichtet.

In der ehemaligen Kirche San Francesco schmückt eine farbmächtige Bilderfolge, die Benozzo Gozzoli Mitte des 15. Jahrhunderts gemalt hat, die Apsis. Anders als vor Giottos Franziskus-Zyklus in Assisi, hat man in Montefalco die nötige Ruhe, um den anschaulichen Erzählungen des Künstlers zu folgen und spürt noch etwas von der Anziehungskraft, die der Heilige ausgeübt haben muss.Montefalco ist nicht nur für Kunstfreunde eine Reise wert. Ein berühmter Roter, der Sagrantino, lockt die Weinfreunde. An Delikatessen ist Umbrien mindestens so reich wie an Kunstschätzen. Regionale Produkte genießen große Wertschätzung und gutes Essen ist eine Selbstverständlichkeit. Bei der Nennung des Städtchens Norcia etwa läuft dem Italiener das Wasser im Mund zusammen. Der Ort gilt als Inbegriff schmackhafter, luftgetrockneter Fleisch- und Wurstwaren.

Benediktinermönche waren es, die dort ein landwirtschaftliches Zentrum schufen. Ordensgründer Benedikt hatte im Jahr 480 in Norcia das Licht der Welt erblickt. Über seinem Geburtshaus erhebt sich die Kirche San Benedetto, die sich zur Piazza öffnet und auf der sie mit Dom, Rathaus und der Festung um die Wette strahlt.

Heiligenkult macht hungrig

Die Spur der Heiligen durch den Südosten Umbriens führt weiter ins nahe Cascia, wo die Heilige Rita verehrt wird. Ihr zu Ehren wurde im Jahr 1947 ein monumentales Gotteshaus am höchsten Punkt des sich hügelan erstreckenden Ortes eingeweiht, das im kitschig-bombastischen Ambiente Ritas Leichnam birgt. Auch Heiligen-Kult macht hungrig. In Cascia verheißen Nudel- und Gemüsegerichte, die mit Safran, einer regionalen Spezialität, verfeinert werden, Sättigung.

Stringozzi mit Gänsesoße

Auf der Fahrt nach Spoleto durchquert man das Valnerina-Tal, Heimat des schwarzen Goldes, den Trüffeln. Gute Kondition muss mitbringen, wer Spoleto erkunden möchte. Es geht mächtig bergauf, bis man es zur Festung und dem das Tal überspannenden Aquädukt, zum Theater aus römischer Zeit und zum Dom geschafft hat. Spoleto war einst eine der mächtigsten Städte Mittelitaliens. Sehen kann man es bis heute.

Die Stadt ist die Heimat der Stringozzi. Diese Teigwaren, die nur aus Mehl und Wasser bestehen, schmecken gut mit Gänsesoße oder wildem Spargel. Auch der Farro di Spoleto, eine antike Dinkelart, ist eine beliebte Spezialität – etwa als Suppe oder Risotto.

Wer die Karten der Trattorien studiert, wird stets auf Gerichte und Zutaten aus der Region stoßen. Etwa besondere Hülsenfrüchte wie die Augenbohnen vom Lago di Trasimeno, die erst vor wenigen Jahren rekultiviert worden sind oder Flusskrebse aus dem Flüsschen Clitunno. Aber in Bezug auf berühmte Heilige ist hier Schmalhans Küchenmeister.

Reisetipps

Informationen:
Italienisches Fremdenverkehrsamt, Tel.: 0 69 / 23 74 34, www.enit-italia.de
APT Umbria, Via Mazzini 21, I-06100 Perugia; www.regioneumbria.eu Preisgünstige Restaurants mit regionaler Küche: „Sabatini“ in Spoleto „Da Nina“ in Bevagna „Il Cacciatore“ in Spello „Taverna di San Silvestro“ in Collepino oberhalb von Spello.
Lesetipps: Baedeker Reiseführer Umbrien, - Merian Umbrien und die Marken.

Von Ulrich Traub

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