Vor hundert Jahren lief die Titanic in Belfast vom Stapel: Vieles erinnert jetzt in der nordirischen Stadt daran

Berühmt wie die Arche Noah

Zuletzt bäumte sie sich auf, stöhnte, zerbrach und versank. Es war das leidvolle Ende eines stolzen Schiffsgiganten, dem ein Eisberg die Seite geöffnet und ihm damit den Todesstoß versetzt hatte. Der Untergang der Titanic fraß sich tief ein ins Bewusstsein derer, die unmittelbar am Geschehen beteiligt waren oder die diese unglaubliche Nachricht einfach nicht wahrhaben wollten. Am stärksten traf das grenzenlose Erschrecken die nordirische Stadt Belfast, wo die Titanic mit Hingabe und Stolz erbaut worden war.

Zum hundertsten Jubiläum ihres Stapellaufs entwickelt sich ein stolzes Interesse an ihrer Entstehung. In einer beeindruckenden „Walking Tour“ werden auf dem Werftgelände der legendären Schiffsbaufirma „Harland and Wolff“ alle jene Orte präsentiert, die einst mit dem Bau der Titanic in einem Zusammenhang standen.

Chronologisch korrekt bildet jener Tagungsraum den Anfang, in dem einst die mutige Entscheidung fiel, gleich drei Superschiffe der Extraklasse in Belfast zu erbauen: Neben der Titanic die beiden Schwesterschiffe „Olympic“ und „Britannic“. Nicht ohne einen Anflug von Feierlichkeit geht es anschließend hinaus ins Freie, dorthin, wo einst die Titanic zeitgleich mit ihrem Schwesterschiff „Olympic“ parallel nebeneinander gebaut wurde. Noch konnte damals niemand ahnen, dass ausgerechnet die Titanic später einmal den Bekanntheitsgrad der Arche Noah erreichen würde.

Ein Jahr vom Stapellauf bis zur Jungerfernfahrt

Am 31. Mai 1911 war es dann soweit. Zusammengehalten von drei Millionen Stahlnieten lief der Schiffsrumpf mit seinen drei riesigen Schiffsschrauben auf einer heute noch erkennbaren schiefen Ebene vom Stapel. Ab diesem Zeitpunkt sollte es jedoch noch einmal ein knappes Jahr dauern, bis die Titanic innen und außen komplett ausgestattet war.

Der Rest ist Geschichte, die nun im Jubiläumsjahr mit zahlreichen Veranstaltungen erneut zum Leben erweckt wird: Mit Schauspielen und Vorträgen, mit Schiffs-Erkundungsfahrten und Ausstellungen. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen jedoch steht die zentrale Gedenkfeier zum hundertsten Jubiläum des Stapellaufs, ein Event, zu dem Ende Mai 2011 viele Gäste erwartet werden, die sich der Stadt und dem Luxusliner innerlich verbunden fühlen.

Der Mythos der Titanic ist fest verbunden mit der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912, in der geschah, was nicht hätte geschehen dürfen. Im April 2012 – hundert Jahre danach – soll ein Museumskomplex eröffnet werden.

Museumsbau

Unter dem Namen „Titanic Belfast“ entsteht er genau dort, wo einst beim Bau der Titanic die Spitze ihres Bugs empor ragte. In kühnen Formen, die an das geometrische Zusammenspiel großflächiger Bugspitzen erinnern, hat die Außenfassade bereits Gestalt angenommen. Das Museum wird dazu beitragen, das aufwühlende Ereignis von damals noch hundert Jahre danach emotional zu bewältigen. (tmn)

Von Bernd Kregel

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