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Chaos an den Flughäfen: Manche Airlines fliegen komplett „ohne geladenes Gepäck“

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Von: Franziska Kaindl

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4.200 verlorene Koffer türmen sich aktuell am Flughafen Dublin. Aber damit nicht genug: Manche Flüge kommen angeblich komplett ohne Gepäck an.

Lange Warteschlangen an den Schaltern, gecancelte Flüge und verwaiste Koffer prägen zurzeit das Bild an zahlreichen Flughäfen Europas. Bereits seit Wochen zeichnen sich die Auswirkungen des Personalmangels in der Flugbranche ab – und noch ist kein Ende der Krise in Sicht. Schließlich haben in manchen Bundesländern die Sommerferien gerade erst begonnen. Zu den besonders betroffenen Flughäfen zählt auch der Flughafen Dublin. Vor einigen Wochen führte man hier eine Art „Triage“ für Passagiere ein, nachdem sich Warteschlangen bis vor das Flughafengebäude gebildet hatten. Manche Fluggäste kauften sich sogar ein Flugticket, nur um ihr gestrandetes Gepäck bei den Gepäckbändern zu suchen. Und noch scheint das Koffer-Chaos nicht beendet: 4.200 verwaiste Gepäckstücke befinden sich laut The Journal noch im Flughafen. Diese an ihre Besitzer zurückzugeben, sei „wie der Versuch, eine Sanddüne zu erklimmen“, wie Verantwortliche dem Verkehrsausschuss des irischen Parlaments mitteilten.

Fehlendes Personal: Flugzeuge landen „ohne Gepäck“

Grund für die hohe Zahl verlorener Gepäckstücke sei das Personalproblem an europäischen Flughäfen und bei Fluggesellschaften, wie Gerard Kenny vom Abfertigungsunternehmen Sky Handling Partner (SHP) berichtete. Manche Flüge kämen ihm zufolge komplett „ohne geladenes Gepäck“ am Flughafen an: „Einige Fluggesellschaften wählen sogar täglich aus, welche Flüge sie nicht beladen, weil auch sie nicht über die nötigen Ressourcen verfügen.“ Wegen der chaotischen Situation am Dublin Airport mussten Vertreter von SHP, dem Bodenabfertigungsriesen Swissport, der Dubliner Flughafenbehörde und der irischen Fluggesellschaft Aer Lingus am Dienstag vor dem Parlamentsausschuss erscheinen. Die Abfertigungsunternehmen sind laut The Journal für rund 10 Prozent des Gepäcks am Flughafen verantwortlich, während Ryanair und Aer Lingus für die übrigen 80 Prozent zuständig sind.

Fluggäste stehen am Dublin Airport Schlange.
Fluggäste stehen am Dublin Airport Schlange. © Niall Carson/dpa

Allein 2.897 der gestrandeten Gepäckstücke lägen in der Verantwortung des Abfertigungsunternehmens Sky Handling Partner (SHP), wie der Geschäftsführer Darren Moloney dem Ausschuss darlegte. Ihm zufolge könnte die Firma 350 Koffer pro Tag bearbeiten, bei dieser Geschwindigkeit wären alle innerhalb von zwei Wochen wieder mit ihren Besitzern vereint. Allerdings kämen auch jeden Tag 270 neue Gepäckstücke dazu. Aer Lingus hingegen zählt 1.200 verlorene Gepäckstücke am Airport, wovon 700 am Tag bearbeitet werden könnten. Hier kommen täglich 450 neue Koffer hinzu, wie der Verkehrsausschuss erfahren hat.

Größte Probleme treten bei Drehkreuzen und Anschlussflügen auf

Lynne Embleton, CEO von Aer Lingus, verwies laut Irish Times darauf, dass Probleme am häufigsten bei Flügen von Drehkreuzen wie London Heathrow oder Amsterdam Schipol auftreten würden. Passagiere mit Anschlussflügen seien einem höheren Risiko ausgesetzt, ihr Gepäck zu verlieren.

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