Einheimische stinksauer

Influencerinnen wollen trotz Corona-Pandemie Touristen nach Bali locken – Regierung handelt rigoros

Eine Frau post vor einem Sonnenuntergang.
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Zwei Influencerinnen wurden aus Bali abgeschoben. (Symbolbild)

Sie haben das günstige Leben auf Bali angepriesen und die Einheimischen damit verägert: Jetzt wurden zwei amerikanische Influencerinnen aus Indonesien abgeschoben.

„Ich lebe seit über einem Jahr mit meiner Freundin in Bali“, schrieb die US-amerikanische Influencerin Kristen Gray noch am 16. Januar auf Twitter. Nur drei Tage später mussten sie und ihre Lebensgefährtin Saundra Alexander die Insel verlassen. Die indonesische Einwanderungsbehörde wirft den beiden vor, sie würden „Informationen verbreiten, die die Öffentlichkeit beunruhigen könnten“.

Influencerinnen schwärmen von Luxus-Leben auf Bali – und wollen Toursiten trotz Corona-Pandemie locken

Damit bezog sich die Behörde wohl auf einen Thread auf Twitter, in dem Kristen Gray das Leben auf Bali* anpries. „Diese Insel ist einfach toll, weil hier unser Lebensstil gestiegen ist bei gleichzeitig viel niedrigeren Lebenshaltungskosten“, erklärte sie zum Beispiel. In Los Angeles habe sie für eine kleine Wohnung 1.300 US-Dollar bezahlt, während sie auf der indonesischen Insel mit 400 US-Dollar für ein Holzhaus zurechtkomme. Amerika habe sie verlassen, weil sie keine Stelle finden konnte und einen Ort gesucht habe, an dem sie sich entfalten könne.

Mit zahlreichen Argumenten machte sie ihren Followern das luxuriöse Leben auf Bali schmackhaft und verwies dabei auf ihr Buch „Our Bali Life is Yours“, indem beschrieben wird, wie andere es ihnen nachmachen können. Unter anderem sollen ihren Aussagen zufolge Tipps darin enthalten sein, wie man trotz der Einreise-Beschränkungen, die während der Corona-Pandemie gelten, nach Indonesien gelangen kann. Der Thread, in dem sie von Bali schwärmte, ist mittlerweile gelöscht.

Schon kurz nach Veröffentlichung ihrer Tweets erwischte es Kristen Gray und ihre Freundin jedoch eiskalt. Ab 19. Januar wurden sie Berichten zufolge von Polizisten festgenommen und zwei Tage später in einen Flieger nach Los Angeles gesetzt. Neben den für die Öffentlichkeit beunruhigenden Nachrichten sollen die beiden laut Einwanderungsbehörde auch keine Steuern gezahlt, gegen Regeln und Gesetze verstoßen und damit das öffentliche Recht gefährdet haben.

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Influencerinnen aus Bali abgeschoben: „Wir sollten ihnen danken, anstatt sie abzuschieben“

Erwin Siregar, der Anwalt der beiden US-Amerikanerinnen, bezeichnet die Abschiebung als „unfair“, da das Paar nicht einmal die Gelegenheit bekommen habe, die Angelegenheit vor Gericht zu klären. Es sei eigentlich ihr Plan gewesen, Menschen zu helfen, nach Bali zu kommen, sobald die Corona-Beschränkungen gelockert würden. „Sie sind gute Menschen“, sagte Siregar der New York Times. „Sie können Touristen davon überzeugen, nach der Pandemie nach Indonesien zu kommen und das, ohne einen Cent Bezahlung. Wir sollten ihnen danken, anstatt sie abzuschieben.“

Die Einheimischen scheinen das aber ganz anders zu sehen. Offenbar ärgerten sich diese schon länger über die beschönigenden Aussagen des Influencer-Pärchens, die die Lebensrealität vor Ort völlig verkannten. „Warum denken Amerikaner eigentlich, dass es sich lohnt, eine ganze Insel zu gentrifizieren und die Einheimischen aus ihrem eigenen Land in schlecht bezahlte Jobs zu drängen?“, hieß es laut Welt.de in einem Kommentar, der wieder gelöscht wurde. Während die Lebenshaltungskosten für Gray und Alexander günstig seien, steigen für die Einheimischen die Preise.

Des Weiteren störten sich junge Indonesier in den sozialen Netzwerken daran, dass das lesbische Pärchen die Insel als „queer-freundlich“ mit „schwarzer Community“ bezeichneten. „Du denkst, Bali ist queer-freundlich? Das gilt vielleicht für dich, weil du Ausländerin bist und die ökonomischen Druckmittel hast, weil die indonesischen Einheimischen finanziell davon abhängig sind, dich bei Laune zu halten“, wütete eine Twitter-Nutzerin.

Tatsächlich ist die gleichgeschlechtliche Ehe in Indonesien verboten. Zudem versucht die Regierung per Gesetz eine Konversationstherapie zu verordnen, um die LGTB-Community zu „heilen“. Noch am Tag ihrer Festnahme scheint Gray ihrer Meinung über die „queer-Freundlichkeit“ in Bali geändert zu haben – laut New York Times erklärte sie Reportern vor dem Gefängnis: „Ich habe eine Aussage über LGBT getätigt und werde jetzt abgeschoben wegen LGBT.“ (fk) *Merkur.de ist Teil des budnesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
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2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
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3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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