Steigende Inzidenzen

„Nicht mehr verantwortbar“: Tourismusbeauftragter rechnet mit Corona-Impfpflicht in Deutschland

Landschaft bei Lauenstein
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Aktuell gestaltet sich die Urlaubsplanung in Deutschland wieder schwierig. (Symbolbild)

Österreich hat eine allgemeine Impfpflicht ab Februar angekündigt. Seither tobt die Debatte über eine solche Maßnahme auch in Deutschland. Die Meinungen gehen auseinander.

Die Corona-Pandemie hat die Freizeitwirtschaft in Deutschland und vielen anderen Ländern schwer getroffen. Selbst nach über einem Jahr des Krisenmanagements und der Möglichkeit einer Impfung sorgen erneut steigende Inzidenzzahlen dafür, dass Hotels, Gastronomien und weitere Freizeitbetriebe wohl schon bald wieder schließen müssen bzw. nur noch unter strengen 2G-Regeln öffnen dürfen. Auch immer mehr Weihnachtsmärkte werden abgesagt* oder wurden – wie in Bayern – von der Regierung untersagt. Für die gebeutelte Branche ist dies ein weiterer Niederschlag. Viele fürchten schon seit Monaten um ihre Existenz.

Corona-Impfpflicht in Deutschland – einzige Möglichkeit für Reisebranche?

Aus diesem Grund geht der Tourismusbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung, Thomas Bareiß, davon aus, dass es bald auch in Deutschland zu einer Corona-Impfpflicht kommt. Die sich immer mehr zuspitzende Lage mache deutlich, dass eine Impfpflicht früher oder später nicht vermeidbar sei, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Es war in der Rückschau betrachtet falsch, das nicht gleich von Anfang an zu sehen. Die damalige Hoffnung ist nachvollziehbar, aber war nicht realistisch.“

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„Nicht mehr verantwortbar“: Bareiß geht von Corona-Impfpflicht aus

Nach der Ankündigung Österreichs, im Februar eine Corona-Impfpflicht einzuführen, wird auch in Deutschland über das Thema diskutiert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte gesagt, er glaube, man werde am Ende darum nicht herumkommen. Vertreter von SPD und FDP lehnen eine Impfpflicht ab.

Bareiß sagte: „Für mich ist es politisch nicht mehr verantwortbar, dass ganze Branchen, Einzelhändler, Restaurantbetriebe, Clubs, Bars und die ganze Kino-, Kultur- und Veranstaltungsszene 20 Monate im staatlich verordneten Krisenzustand leben und vor großen Existenzängsten stehen, während sich andere die Freiheit nehmen, sich nicht zu impfen.“ Man habe bisher mit historischen Maßnahmen und Summen viele Unternehmen retten können. Auf Dauer gehe das nicht.

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Einer Umfrage im Auftrag der „Bild am Sonntag“ zufolge würden 52 Prozent der Deutschen eine generelle Impfpflicht begrüßen. Dagegen sprachen sich 42 Prozent aus. Sieben Prozent machten keine Angabe oder antworteten mit „Weiß nicht“. (fk/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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