Risikogebiet

Verschärfte Corona-Maßnahmen in Italien – Ist Urlaub überhaupt noch möglich?

Zahlreiche Tauben, aber nur wenige Menschen halten sich auf dem Platz vor dem Mailänder Dom auf.
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Die Straßen und Sehenswürdigkeiten in Italien sind derzeit wieder leer.

Nach steigenden Fallzahlen gibt es nun auch in Italien verschärfte Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Wie wirkt sich das auf den geplanten Urlaub aus?

Die zweite Welle des Coronavirus hat momentan fast ganz Europa im Griff – neben (Teil)-Lockdowns in Deutschland*, Tschechien und Österreich gelten nun auch verschärfte Maßnahmen in Italien. Aber was bedeutet das für den geplanten Urlaub?

Italien-Urlaub trotz Corona: Diese Maßnahmen gelten vor Ort

Trotz der strengen Corona-Maßnahmen in Deutschland ist eine Auslandsreise offiziell nicht verboten. Allerdings wird die Auswahl an Urlaubsländern, die kein Risikogebiet darstellen, immer kleiner. Auch ganz Italien zählt nun seit dem 6. November vonseiten des Robert-Koch-Instituts wieder komplett als Risikogebiet. Die Zahl der Neuinfektionen hat landesweit den Grenzwert von 50 pro 100.000 Einwohnern überschritten. Auch die italienische Regierung hat auf die steigenden Fallzahlen reagiert und die Maßnahmen wieder verschärft. Folgende Regeln gelten derzeit laut Auswärtigem Amt bis voraussichtlich zum 3. Dezember in Italien:

  • Es gilt eine Ausgangssperre von 22 Uhr bis 5 Uhr – Ausnahmen sind der Weg zur Arbeit, zum Arzt oder andere dringliche Gründe. Wer das Haus verlässt, muss eine Selbsterklärung mit sich führen.
  • Bars und Restaurants müssen grundsätzlich um 18 Uhr schließen.
  • Einkaufszentren bleiben am Wochenende geschlossen.
  • Kulturelle und soziale Veranstaltungen an öffentlichen wie privaten Orten sind ausgesetzt.
  • Tanzveranstaltungen in Innenräumen und im Außenbereich sowie alle Sportveranstaltungen sind ausgesetzt.
  • Museen, Kinos und Theater sind geschlossen.
  • Hotels und Geschäfte dürfen unter Einhaltung von strengen Infektionsschutz- und Hygieneauflagen geöffnet bleiben.
  • Lifte und Bahnen in Skigebieten bleiben für den Amateursport geschlossen.
  • Fitnessstudios, Schwimm- und Thermalbäder sowie Wellnesszentren bleiben geschlossen.
  • Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist im ganzen öffentlichen Raum vorgeschrieben – ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren.

Ist ein Urlaub in Italien möglich?

Für Deutsche ist die Einreise nach Italien generell weiterhin gestattet. Es muss beim Einstieg in Flugzeug, Bus, Zug oder Fähre aber eine Einreiseerklärung vorgelegt werden, zudem wird die Körpertemperatur gemessen. Ein Einreiseverbot gilt für diejenigen, die sich während der letzten 14 Tage in einem der folgenden Länder aufgehalten haben oder hindurchgereist sind: Armenien, Bahrain, Bangladesch, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Chile, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Nord-Mazedonien, Republik Moldau, Montenegro, Oman, Panama, Peru und Dominikanische Republik.

Hotels haben wie oben erwähnt unter strengen Hygienebedingungen geöffnet, doch die verschärften Corona-Maßnahmen machen einen erlebnisreichen Urlaub fast unmöglich: Museen, Restaurants, Thermalbäder und Skigebiete haben geschlossen, zudem darf das Haus nur für einen triftigen Grund verlassen werden. In manchen Regionen Italiens wie Aostatal, Kalabrien, der Lombardei und in Piemont sind die Ein- und Ausreise sogar grundsätzlich verboten, auch Reisen innerhalb der Region sind untersagt. In Südtirol gilt die Ausgangssperre hingegen von 20 Uhr bis 5 Uhr – zunächst bis zum 22. November.

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Rückkehr aus einem Risikogebiet: Das müssen Sie beachten

Seit dem 8. November gelten neue Quarantäne-Regelungen für Rückkehrer aus Risikogebieten in Deutschland. Betroffene Personen müssen nun die Digitale Einreiseanmeldung ausfüllen und sich nun für 10 Tage in Selbstisolation begeben. Die Quarantäne kann nur durch einen negativen Corona-Test, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise gemacht werden darf, verkürzt werden.

Corona-Risikogebiet: Kann ich meinen Italien-Urlaub kostenfrei stornieren?

Eine offizielle Reisewarnung vonseiten des Auswärtigen Amts zum Zeitpunkt der geplanten Reise ist ein wichtiges Indiz dafür, dass Sie Ihre Reise kostenfrei stornieren können, so die Verbraucherzentrale. Aktuell gilt die Reisewarnung für ganz Italien mit Ausnahme der Region Kalabrien (Stand: 09. November). Wenn die Reise vonseiten des Reiseveranstalters abgesagt wird, haben Urlauber das Recht, den vollen Reisepreis erstattet zu bekommen. Eine Umbuchung oder ein Gutschein müssen nicht akzeptiert werden. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Lockdown in Griechenland: Ausgangssperre macht Urlaub fast unmöglich – Was Reisende jetzt beachten müssen.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
1. Tod oder unerwartete, schwere Erkrankung der versicherten Person oder einer Risikoperson (z.B. Angehörige oder Mitreisende). © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
2. Unerwartete Impfunverträglichkeit. © dpa
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
3. Schwangerschaft der versicherten Person oder einer Risikoperson. © dpa
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4. Erheblicher Schaden am Eigentum durch Feuer, ein Elementarereignis oder die Straftat eines Dritten (z.B. Einbruch). © dpa
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5. Verlust des Arbeitsplatzes aufgrund einer unerwarteten betriebsbedingten Kündigung durch den Arbeitgeber. © dpa
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6. Konjunkturbedingte Kurzarbeit über einen bestimmten Zeitraum mit Reduzierung des Bruttoeinkommens (mindestens 35 Prozent). © dpa
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7. Aufnahme eines Arbeitsverhältnisses, falls die Person bei Reisebuchung arbeitslos war und das Arbeitsamt der Reise zugestimmt hatte. © dpa
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8. Arbeitsplatzwechsel, vorausgesetzt die Reise wurde vor Kenntnis des Wechsels gebucht und die Probezeit fällt in den Reisezeitraum. © dpa
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9. Wiederholung von nicht bestandenen Prüfungen an einer Schule oder Universität. © dpa
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10. Nichtversetzung eines Schülers (z.T. mit der Einschränkung: falls es sich um eine Schul- oder Klassenfahrt handelt). © dpa
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11. Bruch von Prothesen oder unerwartete Lockerung von Implantaten. © dpa
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12. Trennung (Nachweis der Ummelde-Bescheinigung) oder Einreichung der Scheidungsklage. © dpa
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13. Unerwartete gerichtliche Ladung, sofern das Gericht einer Verscheibung des Termins nicht zustimmt. © dpa
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14. Unerwartete schwere Erkrankung, schwerer Unfall oder Impfunverträglichkeit eines zur Reise angemeldeten Hundes. © dpa
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15. Einladung als Trauzeuge zu einer Hochzeit, wenn der Termin in der Zeit des lange vorausgeplanten Urlaubs liegt. © dpa
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16. Ausfall der Urlaubsvertretung eines Selbständigen, z.B. wegen Krankheit. © dpa
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17. Überraschende Qualifikation einer Sportmannschaft für das Bundesfinale, bei der die Teilnahme der Person (des Kindes) unverzichtbar ist. © dpa
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18. Unerwartete Verlegung eines Fußballderbys auf den Urlaubsbeginn des Dauerkartenbesitzers. © dpa
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19. Notwendiger Beistand einer schwer erkrankten Freundin bei einer unvorhersehbaren Verschlechterung der Krankheit. Hier ist eine Nennung von Zeugen notwendig, die das innige Freundschaftsverhältnis bestätigen. © dpa
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20. Unerwarteter Termin zur Spende von Organen oder Geweben (z.B. Knochenmark). © dpa

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