Deutsche haben trotz Krise Lust auf Urlaub

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Deutsche lassen sich Urlaub von der Krise nicht vermiesen

Berlin/Köln - Finanzdebakel und Schuldenkrise - Die große Mehrheit der Bundesbürger lässt sich von der schlechten Stimmung in der Wirtschaft den Urlaub kaum vermiesen.

61 Prozent fahren auch in entfernte Länder, nur 32 Prozent schränken sich in ihren Urlaubsplänen ein. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa unter rund 1000 Menschen ab 18 Jahren. Vor allem für Jüngere spielt die Krise bei ihren Reiseplänen keine Rolle: 73 Prozent der 18- bis 24-Jährigen verzichten deshalb nicht auf weite Urlaubsreisen.

In Berlin haben an diesem Mittwoch die Sommerferien begonnen. Für Brandenburg und Hamburg startet die schulfreie Zeit am Donnerstag, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ziehen zum Wochenende nach. Viele Menschen starten dann in den Urlaub.

Sex-Knigge für Urlauber

Mädchen Po Strand
Strand, Sonne und viel nackte Haut... Doch so prickelnd die Idee auch sein mag, Sex am Strand und sogar Schmusen sind in vielen Urlaubsländern ein absolutes Tabu.  © dpa
Recht Strafe Folgen Sex Sitten Knigge
Deutschland: Freiluft-Sex fällt in Deutschland unter "Erregung öffentlichen Ärgernisses". Die Erregung wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe bestraft. Dagegen gehören Schmusen und "oben ohne" Sonnen zum Strand-Alltag. In anderen Reiseländern sollten Sie sich lieber zurückhalten.  © dpa
Ägypten Strand
Ägypten ist im Hinblick auf Moralvorstellungen und Verhaltensregeln ein vergleichsweise liberales Land. Dennoch, schon knappe Bikinis gelten als unmoralisch. Sex am Strand ist strengstens verboten. © dpa
Dänemark: Hier darf fast nur die Meerjungfrau die Hüllen fallen lassen, bei Sex unter freiem Himmel drohen Haftstrafen bis zu vier Jahren. © dpa
Dubai: Schmusen, Umarmen und Streicheln - sind in der Öffentlichkeit illegal, besonders zwischen unverheirateten Partnern. © dpa
Florida: Schon zu viel nackte Haut ist in Florida verboten. 80 Prozent von Po und Busen müssen bedeckt sein. © dpa
Griechenland: Kontrollverlust durch zu viel Ouzo sollten Liebespärchen vorbeugen. Geldstrafen für Sex am Strand gibt es keine, dafür zwei Jahre Haft. © dpa
Italien: Dolce vita kennt seine Grenzen - Sex am Lido kostet 300 Euro Geldstrafe und es drohen bis zu zwei Jahren Haft.   © dpa
Auch das Tragen von Bikinis und Badehosen in Italien auf öffentlichen Plätzen ist untersagt. Bußgeld ab 200 Euro. © dpa
Japan: Allein das Knutschen auf einer Parkbank erregt im fernen Osten schon die Gemüter. Küssen darf man sich dort erst nach der Verlobung. © dpa
Kroatien: Geldstrafe von 150 Euro und bis zu 30 Tagen Haft. © dpa
Malaysia: Das malaysische Strafgesetzbuch ahndet Sex in der Öffentlichkeit mit 20 Jahren Haft und der Prügelstrafe. © dpa
Österreich: Leidenschaft im Freien kann auch hier teuer werden. 360 Tagessätze und bis zu sechs Monate Haft drohen. © dpa
Spanien: Hier kostet ein Liebesspiel am Strand bis zu 75.000 Euro... © dpa
Südafrika: Kunst am Strand von Durban sind kein Hinweis auf liberale Gesetze in Südafrika. Nacktbaden und Sex am Strand sind strafbar. © dpa
Thailand: Wer in Thailand "oben ohne" sonnt oder nackt badet, erhält ein Einreiseverbot. 500 Euro sind als Strafe für Sex am Strand vorgesehen. © dpa
Türkei: 200 Euro kostet der Spaß am Strand und bis zu zwei Monate Gefängnis. © dpa
USA: Hier sollten sich Urlauber ein Vorbild an der Freiheitsstatue nehmen und sich gut verhüllen. Denn, wer beim Sonnen auf sein Oberteil verzichtet, wird sofort eingesperrt. © dpa
Kanada: Hier droht maximal eine Verwarnung, Geldbußen sind keine festgesetzt. Mehr Reiseinfos zum Thema Sicherheit finden Sie im Internet www. auswaertiges-amt.de  © dpa
Bulgarien: Wer in Bulgarien seiner Leidenschaft nachgibt, droht maximal eine Verwarnung.  © dpa

62 Prozent der Befragten legen der Umfrage zufolge im Urlaub Wert darauf, neue Städte und Kulturen kennenzulernen. Für 36 Prozent spielt das in einem gelungenen Urlaub hingegen keine Rolle. Besonders wichtig ist das jungen Menschen: Bei den 18- bis 34-Jährigen sind es 67 Prozent, bei den über 55-Jährigen rund 58 Prozent.

Sommer, Strand und Party sind hingegen nur für 28 Prozent der Befragten ein Muss. Mehr als zwei Drittel verbringen ihre Zeit im Urlaub lieber anders. Bei den jungen Deutschen zwischen 18 und 24 ist es in der freien Zeit für 47 Prozent wichtig, am Strand zu liegen und zu feiern, bei den 25- bis 35-Jährigen für 39 Prozent.

All-Inclusive-Urlaub will nur knapp die Hälfte der Befragten machen. 46 Prozent freuen sich besonders auf die Rundum-Versorgung mit Essen, Trinken und Unterhaltungsprogramm. 51 Prozent stimmen dem eher nicht oder überhaupt nicht zu.

Sport ist für fast jeden zweiten Bundesbürger im Urlaub wichtig. 45 Prozent legen Wert darauf, 52 Prozent können während der Ferien gut auf Bewegung verzichten. Männer sind im Urlaub der Umfrage zufolge aktiver als Frauen. Für 51 Prozent von ihnen gehört Sport zu einem gelungenen Urlaub, bei den Frauen sind es nur 39 Prozent.

dpa

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