Unterwegs auf der Sonnenterrasse der Schweiz – südländisches Flair im Tessin

Dolce Vita am Lago Maggiore

Wie im Süden: Durch das milde Klima wachsen am Lago Maggiore – hier das Ufer von Porto Ronco – auch Palmen und andere mediterrane Pflanzen. Foto: Küffner

Der kleine Pfad führt vorbei an blühenden Kamelien, Glyzinien und Magnolien, bis er sich schließlich durch einen dichten Bambuswald schlängelt und dann den Blick auf eine atemberaubende Kulisse freigibt: Tiefblau leuchtet der See in der Sonne, eingerahmt von einer spektakulären Bergkulisse, deren Gipfel schneebedeckt sind. Sanft plätschern die Wellen an das mit Fächerpalmen bewachsene Ufer, an dem Bänke zum Ausruhen und Verweilen einladen.

Auf der Brissago-Insel San Pancrazio im Lago Maggiore im schweizer Kanton Tessin kann man die geballte Ladung an südländischem Flair genießen. Die Insel ist ein subtropisches Paradies und in dem dort angelegten Botanischen Garten wachsen aufgrund des milden Klimas Pflanzenarten aus aller Welt.

Direkt gegenüber der Insel liegt Porto Ronco. Dort schmiegen sich die Häuser eng an den See und der Bootssteg des Ortes stellt die kürzeste Verbindung zu den Brissago-Inseln her. Wer dort seine Unterkunft hat, kann direkt vom Balkon aus die Enten und Schwäne im See füttern und dann einfach sitzen bleiben, bis sich der Mond im See spiegelt und am anderen Ufer die Lichter für eine romantische Beleuchtung sorgen.

Auch für sportliche Betätigung ist in der kleinen Ortschaft gesorgt: Von Porto Ronco führen etwa 800 Stufen nach Ronco sopra Ascona hin-auf. Oben angekommen genießt man zur Belohnung einen einmaligen Ausblick auf den Lago.

Wer gerne noch höher hin-aus will, der macht sich auf nach Orselina, einem Ort bei Ascona. Mit der supermodernen Luftseilbahn gleitet man dann bequem den Hausberg von Locarno, den Cardada hin-auf. Auf 1332 Metern gibt es eine interessant konzipierte Aussichtsplattform, die ins Nichts zu führen scheint und einen phantastischen Panoramablick auf den Lago Maggiore und die Schweizer Alpen bietet. Wem das nicht hoch genug ist, der lässt sich noch weiter mit dem Sessellift auf die Cimetta (1647 m) hinauftragen. Von dort aus kann man mit dem Mountainbike oder zu Fuß die Bergwelt oberhalb des Lago auf alpinen Trails erkunden.

Einen Ausflug ins Mittelalter bieten einige Täler des Lago Maggiore. Dort leben die Menschen in abgelegenen Orten noch fast wie vor 200 Jahren, manchmal sogar ohne Strom- und Wasseranschlüsse. Es ist auch noch nicht so lange her, dass gewaltige Auswanderungswellen ganze Ortschaften leerfegten und arme Bergbauern ihre Kinder nach Mailand verkaufen mussten, um nicht zu verhungern. Viele sahen ihren Nachwuchs nie wieder, der etwa als Kaminputzer nur ein kurzes Leben hatte. Davon erzählt auch der bekannte Roman von Lisa Tetzner „Die schwarzen Brüder“. Heute merkt man zum Glück nichts mehr von dieser extremen Armut. Der Tourismus hat einen bescheidenen Wohlstand in die abgelegenen Täler des Lago Maggiore gebracht.

Von Ursula Angelika Küffner

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