Eine Metropole zum Verlieben

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Frühling in Valencia: Auf der Plaza de la Virgin schlägt das Herz der Stadt.

Schönes altes Europa: Nie und nirgendwo kommt man der Seele der mediterranen Metropole Valencia so nahe wie an einem Frühlingstag auf der großen Plaza de la Virgin.

Valencia: Eine Metropole zum Verlieben

In der Mitte ein sprudelnder Brunnen, eingerahmt von Figuren, die die acht Bäche symbolisieren, die einst dem Stadtfluss Turia entgegenstrebten. Der Platz wird dominiert vom Kuppelbau einer Barockbasilika und überragt von der Kathedrale. Und er wird bevölkert von Menschen, die die Sonne genießen, die laue Luft, das Leben. Schöne neue Welt: In der „Stadt der Künste und Wissenschaften“ hat die Zukunft längst begonnen. Mit spektakulären Bauten, die der Architekt Santiago Calatravas, ein Valenciano, in das trockengelegte Flussbett des Turio gesetzt hat. Zum Beispiel das Opernhaus, das seine Betonfühler wie ein gewaltiges Insekt in den blauen Himmel reckt, daneben ein Planetarium mit 3-D-Kino. Oder ein Wissenschaftsmuseum, dessen stachelige Lichtöffnungen alle Gesetze von Form und Zweckmäßigkeit zu überwinden scheint, schließlich ein zeltartig gestaltetes Aquarium der Superlative.

Markthalle im Jugendstil

Vier Millionen Besucher haben im vergangenen Jahr in Valencia übernachtet. Als Städtereiseziel gehört es zu den beliebtesten in Südeuropa. Alles, was zur unverwechselbaren Atmosphäre dieser Stadt gehört, ist vom Zentrum innerhalb weniger Fußminuten zu erreichen. Der Mercado Central zum Beispiel, eine Markthalle, die Jugendstilfans zum Schwärmen bringt. Hier werden die typischen und die ungewöhnlichsten Köstlichkeiten der Stadt präsentiert: Orangen aller Größen, Reis in allen Farben und Meeresfrüchte, wie man sie in dieser Fülle selten sieht. Pepa Polit verkauft dort Muscheln, Langostinos, rote Gambas und Quisqillas, kleine Garnelen. Ihrer Familie gehört der Stand seit die Halle im Jahr 1928 eröffnet wurde.

Schöne Vorsaison: Im April blühen die Orangen

So bekannt der Horchata-Drink in Valencia sein mag, so berühmt in aller Welt ist die Paella, die in dieser Stadt ihren Ursprung hat. Zwanzig Minuten Autofahrt von Valencia entfernt, vorbei an Orangenplantagen, in denen im April die Blüte beginnt, durch schier endlose Reisfelder, liegt das Ziel aller Paella-Pilger: Mitten in einem der größten Naturschutzgebiete Europas, der Albufera, im Dörfchen Palmar wird im Restaurant „Mateu“ das köstliche Nationalgericht serviert. Wohl nirgendwo wird die Pfanne so üppig gefüllt und so lustvoll verzehrt wie hier. In die echte Paella Valenciana gehören übrigens nur Huhn, Kaninchen und allenfalls noch Schnecken, keine Meeresfrüchte.

Ein Tag in Valencia ist so bunt und so lecker wie eine gute Paella: Morgens an der Strandpromenade von Malvarrosa einen ersten Café solo genießen. Später die Lonja besichtigen, die ehemalige Seidenbörse, die auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes steht, an der Kathedrale den Kunststudenten beim Zeichnen über die Schulter schauen und am Nachmittag durchs neue Multikulti-Szeneviertel Ruzafa streunen. Den Abend vielleicht in der Bar Pilar starten, eine Taverne mit viel Patina und noch mehr Charme, die überdies für ihre Tapas berühmt ist, danach ins Bermuda-Dreieck an der Calle Caballero abtauchen, der heißen Meile im angesagten Kneipenviertel Barrio del Carmen. An einem solchen Tag hat man alles vereint: Das schöne alte Europa und die schöne neue Welt.

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