In Singapur hat Langeweile keine Chance

Eine Stadt im Höhenrausch

Neues Wahrzeichen: Das Marina Bay Sands-Hotel prägt mit seiner außergewöhnlichen Architektur die Silhouette der Stadt.

Glauben Sie an Glück?“, fragt die weibliche Stimme des Audioguide. „Wenn ja, dann sind sie hier genau richtig und können sich auf ein großartiges Erlebnis freuen“, vernimmt der Tourist erstaunt. Denn der Ort des Geschehens hat auf den ersten Blick weniger mit Glück denn mit modernster Technik zu tun. Es ist eine vollklimatisierte Glaskapsel, die am Riesenrad „Singapore Flyer“ hängt und die Fahrgäste bis in eine Höhe von 165 Metern schweben lässt.

Die Aussicht ist sensationell, sie reicht über die Marina Bay hinüber zu den Wolkenkratzern im Central Business District und bis zum Hafen und zu den Stränden der vorgelagerten Inseln. Bei gutem Wetter sind sogar die Nachbarländer Indonesien und Malaysia zu erkennen. Eine Umdrehung dauert rund dreißig Minuten, ständig begleitet von den Kommentaren der Geschichtenerzählerin. Die Gäste erfahren, dass insgesamt 28 Kabinen mit jeweils 28 Plätzen am Flyer hängen, und dass Zahlen, die mit acht enden, Glück verheißen. Natürlich dreht sich das Riesenrad im Uhrzeigersinn, und auch alle Prinzipien von Feng Shui werden beachtet. Mehr Glück geht kaum.

Spektakulärer Ausblick

Nur einige hundert Meter entfernt recken sich die drei riesigen Türme des neuen Hotels Marina Bay Sands in den Himmel. Mit seiner spektakulären Dachterrasse zählt der in diesem Jahr fertig gestellte Hotel-, Kasino- und Kongresskomplex zu einer der neuen Attraktionen des Stadtstaates. Die Aussichtsplattform steht allen offen, die den Ausblick auf Singapur genießen wollen und bereit sind, dafür knapp zwölf Euro zu investieren. Das neue Wahrzeichen der Stadt beherbergt neben den über 2500 Hotelzimmern eine Einkaufsstadt mit Luxusboutiquen sowie ein Casino und mehr als zwanzig Restaurants. Einige werden von berühmten Küchenchefs aus aller Welt geführt – nicht von ungefähr beansprucht Singapur den Titel der kulinarischen Hauptstadt Asiens.

Ganz neue Erlebnisse verspricht auch die Ferieninsel Sentosa. Auf der nur wenige Minuten vom geschäftigen Stadtzentrum entfernt liegenden Insel ist ein wahres Freizeitparadies entstanden. Eingebettet in eine tropische Bilderbuchlandschaft mit palmenbestandenen Stränden locken die im Jahr 2010 eröffneten Universal Studios mit 24 Attraktionen, die so noch nie zu sehen und zu erleben waren. Darunter das Far Far Away Castle aus der Welt von Shrek und Prinzessin Fiona oder eine Tour durch den ersten Madagascar Themenpark.

Mehr als ein Stopover-Ziel

Ebenfalls in diesem Jahr hat der Marine Life Park eröffnet und übertrifft alles, was es bis dato an Wasser- und Aquarienparks weltweit gibt. Über 700 000 Meeresbewohner können dort besichtigt werden. Dort kann man sogar mit Walhaien, den größten Fischen der Weltmeere, schwimmen und schnorcheln. Die Eintrittspreise sind im Vergleich zu anderen Themenparks weltweit außergewöhnlich attraktiv. Sie beginnen bei 33 Euro für Erwachsene und bei 24 Euro für Kinder. Zu verdanken sind sie nicht zuletzt einer geschickten Tourismuspolitik. Singapur möchte schließlich weg vom Image einer Stopover-Destination. Mit seinen neuen Attraktionen ist der Stadtstaat auf einem guten Weg, sich zu einem eigenständigen Urlaubsziel zu entwickeln.

Von Detlef Berg

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