Wer den Bodensee mit dem Fahrrad umfahren will, muss nicht jeden Morgen die Koffer packen

Einmal ums Schwäbische Meer

Am Bodensee beginnt der Süden: Das milde Klima rund ums Schwäbische Meer kommt auch Radurlaubern zugute. Foto: Seger

Radfahrer, die einmal um den Bodensee fahren möchten, müssen 261 Kilometer radeln. „Diese Strecke bewältigen manche Rennradbesitzer an einem einzigen Tag“, sagt Ralf Seuffert kopfschüttelnd. Der Inhaber des Konstanzer Fahrradverleihs Kultur-Rädle würde eine Bodenseerundfahrt viel ruhiger angehen: „Wer alle Ufer mit Muße kennenlernen will, sollte sich schon eine Woche Zeit nehmen“, sagt er.

In der westlichen Hälfte des Schwäbischen Meeres gibt es nicht nur die Klosterinsel Reichenau zu erkunden. Beliebte Tourenziele sind auch der Bauernmarkt von Radolfzell – und die prachtvoll bemalten Altstadthäuser von Stein am Rhein. „Konstanz ist der ideale Ausgangsort für eine Erkundung dieser Region“, sagt Ralf Seuffert. „Denn Radfahrer können von ihrer Unterkunft aus drei bis vier Uferabschnitte des westlichen Bodenseegebiets befahren – ohne jeden Morgen die Koffer packen zu müssen“, erklärt er.

Blumeninsel Mainau

Im Überlinger Seebereich lockt zum Beispiel die Blumeninsel Mainau mit einer frühjährlichen Orchideenschau. Aber auch die enge Marienschlucht bei Langenrain ist sehenswert: Mehr als 30 Meter ragen ihre moosbedeckten Felswände auf. Die Erkundung ist aber nur zu Fuß möglich.

„Eine schöne Etappe der Bodenseerunde führt von Konstanz bis nach Wallhausen“, schwärmt der Fahrradexperte. „Dort können Biker die Fähre nach Überlingen benutzen, um sich eine mühsame Bergfahrt am Ende der Seebucht zu ersparen – und stattdessen genüsslich Mittag essen“, erzählt er.

Anschließend geht es an den Wäldern, Weinbergen und Obstplantagen des nördlichen Bodenseeufers entlang – bis zum Pfahlbaumuseum von Unteruhldingen: Ganz wehrhaft stehen dessen steinzeitliche Stelzenhäuser im flachen Wasser des Sees.

Dann kommt bereits Meersburg in Sicht: Die schöne Altstadt lockt mit Weinstuben, Cafés und kunterbunten Hausfassaden. Aber die meisten Besucher wollen zur mittelalterlichen Burg – um den weiten Blick über das Schwäbische Meer zu genießen. „Alle 15 Minuten können Radfahrer mit einer Fähre von Meersburg nach Konstanz zurückkehren“, sagt Ralf Seuffert – und so mancher Urlauber tut es auch.

Mehr als 220 000 Pedaltreter im Jahr machen den Bodenseeradweg zu einer der beliebtesten Fahrradrouten Europas. Die Strecke führt an Strandbädern und Yachthäfen entlang, aber auch zur Seebühne von Bregenz und durch das Rheindelta – einem rund 2000 Hektar großen Naturschutzgebiet mit Wasserläufen, raschelndem Schilf und Auewäldchen.

„Die östlichen Bodenseeufer lassen sich bei zwei bis drei Touren problemlos erkunden“, sagt der Fahrradexperte: „Gute Ausgangsorte sind zum Beispiel Lindau, Nonnenhorn und Wasserburg.“

Fahrradverleihe gibt es in allen größeren Orten. Und manche Teilstrecke ist sogar ohne Strampeln und Kalorienverbrauch zu schaffen – mit Hilfe der schneeweißen Bodenseeschiffe.

Von Martin Seger

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