80.000 Kilometer in 50 Ländern 

Dieser Bayer startet zu einer vierjährigen Radtour

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Rund 80.000 Kilometer, vier Kontinente und mehr als 50 Länder: Der Langstrecken-Radfahrer Peter Smolka kehrt am Gründonnerstag für vier Jahre seiner Heimatstadt Erlangen den Rücken.

Nürnberg - Rund 80.000 Kilometer, vier Kontinente und mehr als 50 Länder: Der Langstrecken-Radfahrer Peter Smolka kehrt am Gründonnerstag für vier Jahre seiner bayerischen Heimatstadt den Rücken.

„Auf eine solche Tour kann man sich nicht wirklich vorbereiten“, sagt Peter Smolka. Mentale Stärke sei genauso wichtig wie körperliche Fitness. Europa, Asien, Amerika und Afrika will der Sportler per Rad durchqueren. Die Strecke beträgt knapp 80 000 Kilometer. Frühestens im Sommer 2017 will Smolka wieder am Startpunkt, dem Erlanger Rathaus, einrollen. „Lange Strecken liegen mir einfach“, meint der 52-Jährige trocken. Ein besonderes Ausdauer-Training habe er nicht absolviert.

Am Gründonnerstag geht es los. Seine erste Etappe führt von seiner Heimat Erlangen nach Wladimir, östlich der russischen Hauptstadt Moskau. Danach geht es über Zentralasien nach Indien und China. Rund 24 000 Kilometer wird der Informatiker dann bereits auf dem Tacho seines Rades mit 14 Gängen haben. Er tritt für den guten Zweck in die Pedale: Paten können einzelne Etappen mit je 20 Cent pro Kilometer unterstützen. Der Erlös soll an die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ fließen.

In den ersten Wochen begleiten den gebürtigen Niedersachsen mehrere Freunde. Danach ist er komplett auf sich gestellt. Smolkas Befürchtung: „Ich hoffe, dass ich keinen Einsamkeitskater bekomme.“ Die Gefahr bestehe hauptsächlich auf langen Etappen, bei endlosen Fahrten durch entlegene Gebiete, wie im Iran oder in Kasachstan.

Indirekt bleibt Smolka mit seiner Heimat allerdings verbunden: Der 52-Jährige will die sieben Partnerstädte von Erlangen ansteuern und eine Grußbotschaft von Oberbürgermeisters Siegfried Balleis (CSU) überbringen. Außerdem wird er auf der Reise die internationalen Standorte seines Arbeitgebers Siemens besuchen. Sein Büro hat der Computerexperte Anfang März geräumt.

Bußgeld-Katalog: Das kosten Radl-Sünden

Bußgeld Radfahrer
Rücksichtlose Radfahrer werden stärker zur Kasse gebeten. Was Verkehrssünden jetzt kosten: © dpa
Bußgeld Radfahrer
Wussten Sie, dass freihändiges Fahren verboten ist? 5 Euro kostet es, wenn Sie erwischt werden. © dpa
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Wer einen vorhandenen beschilderten Radweg nicht benutzt, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 20 bis 35 Euro. Bisher wurde das mit 15 bis 30 Euro​ geahndet. © dpa
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Nebeneinander radeln ist zwar für manchen Autofahrer ärgerlich, aber grundsätzlich nicht verboten. Nur wenn andere behindert oder gefährdet werden, kann es kosten: 15 bis 25 Euro. © dpa
Fahren auf dem Fußweg wird mit 10 bis 20 Euro geahndet. © dpa
Bußgeld Radfahrer
Wer in einer Einbahnstraße in die falsche Richtung radelt, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 20 bis 35 Euro rechnen (statt bisher 15 bis 30 Euro​). © dpa
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Wenn Bremsen, Klingel oder Reflektoren fehlen oder nicht den Vorschriften entsprechen, wird ein Bußgeld von 15 Euro fällig. © dpa
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Auf dem Gepäckträger mitfahren ist ebenfalls verboten. Wer eine über sieben Jahre alte Person auf einem einsitzigen Fahrrad befödert, zahlt derzeit 5 Euro. (Kinder bis sieben Jahre dürfen in Kindersitzen mitfahren). © dpa
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Enorm gefährlich und richtig teuer wird es, wenn ein Bahnübergang trotz geschlossener (Halb-)Schranke überquert wird. Diese Radl-Sünde kostet derzeit 350 Euro. © dpa
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Telefonieren auf dem Fahrrad ohne Freisprecheinrichtung kostet 25 Euro. © dpa
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Mit dem Fahrrad in der Fugängerzone fahren: 15 bis 30 Euro. © dpa
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Wer ohne Licht unterwegs ist, zahlt künftig 20 statt 10 Euro. © dpa
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Auch für Autofahrer gelten neue Strafen: Wenn diese auf Radwegen parken, soll die Geldbuße von 15 auf mindestens 20 Euro angehoben werden. Wer mit seinem Wagen einen Schutzstreifen für Radler blockiert, muss demnach 20 statt 10 Euro zahlen. © dpa
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Wer eine rote Ampel überfährt muss 45 Euro berappen. Gefährdet man dabei andere, kostet es 100 Euro, wenn es zum Unfall kommt, muss man sogar 120 Euro zahlen. © dpa
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Wer an Fußgängerüberwegen (z. B. am Zebrastreifen) deren Vorrang missachtet, muss mit einem Bußgeld von 40 bis 60 Euro rechnen. © dpa

Die „Tour de Friends“ ist die bislang größte Unternehmung des Extremsportlers, der seine Passion für lange Strecken schon 1978 kurz nach dem Abitur bei einer Radtour nach Schweden entdeckt hat. Von 2000 bis 2004 begab sich Smolka per Rad erstmals auf eine Weltreise. Rund 70 000 Kilometer legte er damals zurück. Smolka rechnet damit, auf der Reise spätestens alle 10 000 Kilometer die Reifen seines Spezialrades wechseln zu müssen. Einen Ersatzreifen hat er stets dabei. Etwa 40 Kilogramm schwer ist das gesamte Gepäck - die Wasserflaschen nicht mit eingerechnet.

Auch Handy und Digitalkamera führt Smolka im Rucksack mit. Auf seiner Homepage www.lemlem.de will er regelmäßig Bilder und Berichte von unterwegs veröffentlichen. Strom zum Aufladen der Geräte hat der Radler genug: „Wenn ich in die Pedale trete, wird über einen Nabendynamo eine Batterie aufgeladen.“ Die versorge ihn selbst in einer Wüste mit Elektrizität.

Bereits am vergangenen Freitag war der Nürnberger Karl-Heinz Hippler in der Nürnberger Südstadt zu einer 13 000 Kilometer langen Radtour nach Peking aufgebrochen. „Sollte ich es schaffen, jeden Tag 60 Kilometer mit dem Fahrrad zu fahren, wären das 217 Tage oder rund sieben Monate“, schreibt Hippler auf seiner Internetseite. Mit seiner Tour will der 62-Jährige Spenden für den Kreisverband Nürnberg-Fürth des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sammeln. Ein Kilometer „kostet“ ebenfalls 20 Cent, so dass am Ende 2 600 Euro zusammenkämen.

dpa

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