Erlebnisse ohne Grenzen

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Maria Klobenstein: Die Wallfahrtskirche hat ihren Namen von einem mächtigen, gespaltenen Felsblock durch den die Treppe zum Eingang führt.

Grenzenlos ist diese Region heute, fast grenzenlos. Auch wenn die Schlagbäume und Kontrollstellen in der Region Kaiserwinkl im vereinten Europa längst abmontiert sind, erinnert noch manches an die Grenzzeiten. So der Schmugglerpfad in der Schlucht der Tiroler Ache zwischen Kössen in Tirol und Schleching in Bayern. Ein Weg, auf dem einst der schwarze Warenaustausch florierte und der Wanderer sich noch immer wie ein Schmuggler fühlt.

Der Weg klebt am steilen Abhang, Geländer schützen die Wanderer vor dem Abrutschen. Leni hat schon viele Naturfreunde auf die Pfade der Schmuggler gebracht. Die Wanderführerin aus Kössen erzählt pragmatisch wie es früher hier war: „Man hat halt die Waren, die man brauchte, aus Deutschland nach Österreich und umgekehrt auf diesem Weg gebracht.“ So war das in den Alpen, so versorgten sich die Menschen. Das Leben in der nicht mit Straßen erschlossenen Bergwelt brachte es mit sich.

Mit Leni über die Schlucht

Zur Rast reicht Leni einen kräftigen Brand, die Schmuggler-Ration – ganz legal. Mittlerweile steht sie auf eine Sandbank am Ufer der Tiroler Ache über die seit dem Jahr 1982 an einer engen Stelle kurz zuvor eine Hängebrücke führt. Die Brücke ist ein Segen für die Wanderer und für Adelheid de Castro. Denn nun führt der sichere Weg hinüber zu ihrem legendären Gasthaus Klobenstein, das auf einer Terrasse liegt. Darüber thront eine große Kirche, direkt am Steilhang der Schlucht. Direkt angrenzend ein mächtiger, gespaltener Fels.

Der Brocken liefert die Antwort auf die Frage, die sich jeder Wanderer stellt: Warum steht ausgerechnet dort eine so große Kirche? Die Legende sagt, dass einst eine Frau unter eine Mure, eine Gerölllawine geriet, sie betete in Todesangst zur Mutter Gottes und ein Wunder geschah: Der Felsblock spaltete sich. Die Frau überlebte. Zum Dank wurde eine Kapelle, später eine Kirche, gebaut, die heute ein vielbesuchter Wallfahrtsort ist.

Bayerische Ente

Und Adelheid de Castro hat aus der alten Einsiedelei eine florierende Gastwirtschaft mit Flair gemacht. Sie freut sich über jeden Gast, der kommt. Und das sind viele, die sich dort als Spezialität die knusprige „Bayerische Kron-Ente“ schmecken lassen. Auf der Terrasse unterhalb des wundersamen Felsblocks und der Kirche.

Grenzenlos ist mittlerweile auch das Golfvergnügen in Kössen. Denn am wunderschön auf einer Sonnenterrasse gelegenen Hotel Peternhof schlägt der Golfer in Österreich ab. Nachdem der Ball längst in der Luft die Landesgrenze überquert hat, macht er sich zu Fuß über dieselbe gen Reit im Winkl. Ein einzigartiges Erlebnis, auch für ehrgeizige, hart gesottene, unsentimentale Sportler.

Reisetipps

Gasthaus Klobenstein:

Gasthaus und Kirche Maria Klobenstein: Anfahrt von Kössen (Österreich) drei Kilometer in Richtung Schleching (Deutschland), Achtung: grünes Hinweisschild Gasthaus beachten. Von Schleching aus vier Kilometer Richtung Kössen, gleich nach dem dritten Tunnel grünes Hinweisschild Gasthaus. Zu Fuß: Aus beiden Richtungen auf dem Schmugglerweg oberhalb der Tiroler Ache. Etwa jeweils eine Stunde bis zur Hängebrücke, dann fünf Minuten bis zu Kirche und Gasthaus etwas oberhalb der engen Schlucht. (www.gasthaus-klobenstein.com)

Anreise:

• Auto: Von München bis zum Inntaldreieck, dann Richtung Kufstein bis Abfahrt Oberaudorf, über Walchsee bis Kössen. Der Peternhof liegt in Richtung Reit im Winkl kurz vor der Grenze geht es auf einer kleinen Straße links ab und bergauf.
• Bahn: Über München bis Bahnhof Kufstein oder Prien (Chiemsee). Dann Transfer mit Taxi. Autozug bis München möglich.
• Flugzeug: Flughafen München (140 Kilometer), Flughafen Salzburg (70 Kilometer), Flughafen Innsbruck (100 Kilometer). (tko) Informationen: Tourismusverband Kaiserwinkl, Tel.: 00 43 / 501 100, www.kaiserwinkl.com

Hotel Peternhof

Einziges Hotel in Mitteleuropa, das Golfen vor der Haustür und über eine Staatengrenze hinweg ermöglicht. Bodenständiges Wellnesshotel der Vier-Sterne-Plus-Kategorie mit 164 Zimmern und 320 Gästebetten in toller, ruhiger Lage, familiäre-sportliche Atmosphäre, gute Küche. Das Hotel ist in Häuser unterteilt (Stammhaus, Chalet Elisabeth und Theresia, Kaiserschlössl, Romantik-Schlössl). Mehrere Badelandschaften mit Hallen- und Freibad, Whirlpool. Vitalgarten, Top-Spa-Bereich. Riesige Saunalandschaft mit unterschiedlichen Themenbereichen. Der 18-Loch-Golfplatz liegt vor der Haustür. Hotelgäste bekommen fünfzig Prozent Green-Fee-Ermäßigung. Pro-Trainer stehen zur Verfügung. Tennishalle und -freiplätze vorhanden. Aktivangebote wie Wandern und Mountainbiken. Im Winter: Loipeneinstieg und Kinderskipiste vor der Tür. Betreuung für Kinder von drei bis zwölf Jahren im Hotel. Tipp: Interessante, preiswerte Pauschalen. (tko)

Infos: Hotel Peternhof, Moserbergweg 60, A-6345 Kössen/Tirol, Tel. 00 43 / 53 75 / 69 44; www.peternhof.com

Von Thomas Kopietz

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