In London wird im Februar der höchste Wolkenkratzer in Westeuropa eröffnet

Europas schönster Ausblick

Ganz neue Aussichten: Der Blick von der Besucherterrasse auf die Londoner City ist einmalig. Fotos/Repros:  Fischer

Der Fahrstuhl ist fensterlos, doch nach 27 Etagen in wenigen Sekunden kann man die Höhe bereits spüren – im Ohr und im Magen. New Yorker werden den Höhenrausch im Lift nur zu gut kennen, in London aber ist dieses Gefühl ganz neu. Andere Büro-Hochhäuser an der Themse sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich; und der Aufstieg in die Kuppel der St. Paul’s Kathedrale, ein Riese nach alten Maßstäben, erfolgt zu Fuß – wer da ein Pfeifen im Ohr hört, müsste sich nicht um den Druckausgleich Sorgen machen, sondern um seine Kondition. Mit 310 Metern Höhe ist „The Shard“ nicht nur ein Gigant in Großbritannien. Außer dem Moskauer Mercury City Tower gibt es in ganz Europa keinen höheren Wolkenkratzer.

In weniger als einer Minute in den Londoner Himmel

In unter einer Minute Flugzeit landen die Silberkabinen auf Etage 59. Ein dezentes „Ping“ erklingt, dann öffnen sich die Türen im Londoner Himmel. Das graue Zwielicht, das einen beim Verlassen der U-Bahn-Station „London Bridge“ noch am Boden begrüßt hat, ist weit weg. Hier oben füllt gleißendes Tageslicht die 360-Grad-Aussichtsetage. Zu Fuße schlängelt sich auf der Nordseite die Themse durch den Beton-Dschungel, Züge in Spielzeug-Größe verlassen den Bahnhof Waterloo. St. Paul’s, das Olympia-Stadion, die laubgrünen Vororte – der Großraum London auf einen Blick. 64 Kilometer weit reicht die Sicht – dank „Tellscopes“, Ferngläsern mit Anti-Nebel-Effekt, sogar bei schlechtem Wetter.

Von den 95 Etagen sind 78 bewohnbar. Das Innenleben des markanten Hauses soll wie eine vertikale Stadt funktionieren: In die oberen Geschosse zieht ein Hotel ein, Restaurants sind außerdem geplant. Für luxuriöse Penthouse-Wohnungen und Büros werden zurzeit noch Mieter gesucht.

5000 Besucher haben jeden Tag auf der 59. Etage Platz. Warteschlangen und Überfüllung soll es trotz großer Resonanz nicht geben: Alle Tickets werden an eine bestimmte Eintrittszeit gekoppelt. „Oben bleiben kann man dann so lange, wie man will“, erklärt Andy Nyberg, Geschäftsführer der Besucherattraktion.

Mit dem Koloss, der die Skyline der Stadt dominiert, wollen die Investoren auch die Abwärtsspirale des Viertels aufhalten. Seitdem die Docks als Handelshäfen in den Sechzigern geschlossen wurden, gab es nur noch wenige Gründe, sich in Shakespeares altes Wohnrevier zu verirren. Im Doppelpass mit dem berühmten Feinschmecker-Magneten „Borough Market“ auf der anderen Seite der Brücke könnte „The Shard“ nun dem gesamten Bezirk zu neuen Höhenflügen verhelfen.

Von Jasmin Fischer

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