Wer den Urlaub auf Föhr verbringt, braucht kein Auto: Die Insel lässt sich wunderbar mit dem Rad erobern

Fahrradparadies im Wattenmeer

Eine Fahrradtour auf der Insel Föhr: Dabei gibt es einiges zu entdecken. Foto:  Seger

Ob Friesenhäuser, Windmühlen oder kleine Leuchttürme – Bei einer Fahrradtour auf der Insel Föhr gibt es einiges zu entdecken. „Und dabei sind allenfalls dreizehn Höhenmeter zu überwinden“, schwärmt der Wyker Fahrradmechaniker Michael Herrmann. „Denn auf Föhr haben wir keine großen Hügel“, ergänzt er grinsend.

Die grüne Nordseeinsel liegt im Windschatten von Amrum und Sylt. Sie ist ein ruhiges, bäuerlich geprägtes Radelparadies mit saftig grünen Marschwiesen, Kornfeldern und kleinen Wäldern, aber auch Deichen und schmalen Dünenstreifen.

203 Kilometer Fahrradwege

203 Kilometer Fahrradwege und sechs ausgeschilderte Routen gibt es auf der Insel – und als Ziele bieten sich elf historische Dörfer an. Am beliebtesten ist Nieblum. „Denn Nieblum gehört zu den schönsten Orten Schleswig-Holsteins“, erklärt Michael Herrmann die beschauliche Siedlung.

Wie in einem Museumsdorf tummeln sich dort die reetgedeckten Friesenhäuser mit ihren schneeweißen Sprossenfenstern, den schmalen Backsteingiebeln und schmuckvollen Holztüren. Manche Gebäude verbergen sich hinter blühenden Heckenrosen und Steinwällen. Andere werden von vier gestutzten Linden flankiert – aber alle wirken, als sei die Zeit vor 300 Jahren stehen geblieben.

Damals galten die Föhringer als gute Seeleute. Sie heuerten alljährlich auf großen Segelschiffen an, um sich an der Waljagd in Grönland und Spitzbergen zu beteiligen – und viele kamen mit vollen Geldbörsen von den monatelangen Reisen zurück. Der „glückliche Matthias“ war einer von ihnen: 373 Wale hat er in fünfzig Jahren bei 19 Fangfahrten erlegt. Das soll ihm umgerechnet mehr als eine Million Mark eingebracht haben – davon berichtet auch heute noch der Grabstein des erfolgreichen Kapitäns.

Gartentore aus Walknochen

„In Wyk haben wir sogar zwei riesige Gartentore aus Walknochen, die an die einträgliche Jagdzeit der Föhringer erinnern“, sagt Michael Herrmann.

Wyk ist eine kleine Hafen- und Badestadt. Sie bietet Urlaubern nicht nur einen breiten Sandstrand, sondern auch eine lange Flaniermeile mit vielen Geschäften, Cafes und Boutiquen: den „Sandwall“.

Der dänische König Christian VIII. genoss dort von 1842 bis 1847 alljährlich seine Sommerfrische – und im Jahr 1844 folgte ihm der Märchenautor Hans Christian Andersen auf die Nordseeinsel.

„Ich habe jeden Tag gebadet, und ich muss sagen, es ist das unvergesslichste Wasser, in dem ich je gewesen bin“, schwärmt er begeistert in einem Tagebuch.

Radfahrer können das Wattenmeer aber auch bei Schiffsausflügen kennenlernen: Im Hafen von Wyk gibt es täglich Fahrten zu den Halligen Langeneß, Oland und Hooge. Der Festlandhafen von Dagebüll wird nahezu stündlich angesteuert.

Und die Insel Amrum ist an vielen Tagen sogar auch ohne Schiff zu erreichen – zum Beispiel bei einer geführten Wattwanderung ab Föhr.

Von Martin Seger

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