Radfahrer fahren rund um Riva del Garda jetzt auf dem neuen Wegenetz „Mountain & Garda Bike“

Fitness zwischen Fels und See

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Schweißtreibende Trails: Rund um den Gardasee können Biker ihren Trainingszustand testen – aber keine Angst, auch Genussradler finden ihre Routen.

Die Strada di Ponale ist ein unvergleichlicher Balkon. Jede Kurve, die sich eng um den senkrecht abfallenden Fels windet, lädt aufs Neue zum Blick in die Tiefe ein. Wer den genießen will, muss mittlerweile aber stramme Waden haben. Die Straße von Riva del Garda hinauf ins Ledrotal, die vor gut 100 Jahren mühsam in den Berg gemeißelt wurde und im 1. Weltkrieg der Versorgung der Frontkämpfer diente, gehört jetzt den Wanderern, vor allem aber den Bikern. Aus dem einstigen Albtraum für jeden Busfahrer wurde eine Traumstrecke für alle Hobbysportler.

„Die Strada di Ponale ist ohne Zweifel die beliebteste Tour rund um Riva“, erklärt Michele Malfatti. Er muss es wissen. Der 37-Jährige hat maßgeblich am neuen Radwegeverbund „Mountain & Garda Bike“ mitgearbeitet, der auf 218 Kilometern und mehr als 10 000 Höhenmetern die ganze Vielfalt der Region zeigt – von der gemütlichen Spazierrunde über Torbole und Arco bis zur schweißtreibenden Tour auf Monte Bondone oder Monte Baldo.

Vorbildliche Ausschilderung

Die Fahrt ins Ledrotal liegt in der nach oben offenen Anspruchsskala ziemlich in der Mitte. 16 Kilometer und 380 Höhenmeter signalisiert der Wegweiser in Riva. Perfekt! Die Ausschilderung auf den Bikerouten ist vorbildlich, denn der Radler erfährt, was ihn erwartet. Die Eckdaten – Länge der Strecke, Höhenmeter und durchschnittliche Fahrzeit sind angegeben. Die grandiose Landschaftssymbiose aus Berg und See darf dann jeder für sich selbst entdecken.

Wie schwere Regentropfen eines Sommergewitters prasseln die visuellen Momente auf den Mountainbiker ein. Enge Tunnel wechseln sich mit steilen Schottertrails ab, ehe der Weg abtaucht ins dichte Grün des Ledrotals. Hier ein gischtender Wasserfall, dort eine schattige Streuobstwiese, dann ein gemütlicher Rastplatz mit Historie: Ein mittelalterlicher Kalkofen erinnert an das harte Leben vergangener Zeiten.

Auch in Pre di Ledro scheint die Welt stehen geblieben zu sein. Angesichts der Stille des verwinkelten Dorfs wirkt das pulsierende Leben im nahen Riva wie eine andere Welt. „Hier in Pre scheint im Winter ein halbes Jahr keine Sonne“, klärt uns Michele Malfatti auf. Zu eng ist das Tal, zu hoch sind die Berge ringsum. Im Sommer bahnen sich die warmen Strahlen aber ihren Weg und so lässt sich die kulinarische Spezialität Polenta di patate (eine Polenta aus Kartoffeln) auch an einem sonnigen Tisch vor dem Dorfwirtshaus genießen. Ein paar Minuten später ist der Ledrosee erreicht, der Rückweg wird zur entspannten Downhill-Fahrt.

Genuss ohne schlechtes Gewissen

„Der Urlaub mit dem Rad gewinnt auch bei uns immer mehr an Bedeutung“, sagt Malfatti. Die touristische Infrastruktur zieht nach. Vor kurzem wurde der Uferweg von Riva hinüber nach Torbole fertiggestellt, bis nach Arco und in das eiszeitliche Geröllsturz-Feld der Marocche di Dro rollen die Biker heute auf autofreien Routen.

Nicht für jeden steht sportliche Höchstleistung im Vordergrund. Manchmal zählt einfach der Genuss. Und so verbinden nicht wenige Radler die Tour mit einer Weinprobe in der gemütlichen Locanda Restel de Fer. Aus einem Glas Nosiola oder Teroldego werden da schnell zwei oder drei und die angepeilte Kilometer-Leistung wird kurzerhand angepasst. Ein schlechtes Gewissen muss niemand haben: Schließlich bietet die Region wie kaum eine andere in den Alpen Möglichkeiten zum Sport – und zum Abbau überschüssiger Kalorien.

Reisetipps

Anreise: Autobahn über München, Kufstein und den Brenner bis zur Ausfahrt Rovereto Süd, von hier nach Riva del Garda. Aktivitäten: Radwanderer finden ebenso ideale Strecken wie Mountainbiker und Rennradfahrer. Arco bietet mehr als 1000 Sportkletterrouten und sieben Klettersteige sowie einen Nordic-Walking-Park. Auf Wanderer wartet ein weitläufiges Wegenetz, Wassersportler tanken Energie beim Segeln und Surfen.
Hoteltipp: Das moderne Vier-Sterne-Hotel Mirage liegt am neuen Radweg von Riva nach Torbole, nur wenige Schritte vom Ufer entfernt. Biker finden Unterstellmöglichkeiten sowie perfekten Rad-Service, Wellness-Oase und Pool sorgen für Entspannung. www.mirageriva.it.
Weitere Infos: Ingarda Trentino, Largo Medaglie d’Oro al Valor Militare 5, I-3 80 66 Riva del Garda (TN), T 00 39 / 04 64 / 55 44 44, www.gardatrentino.it

Von Stefan Gruber

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