Flugzeug muss nicht für lange Warteschleifen betankt werden

+
Ein Flugzeug muss nicht soviel Kerosin dabei haben, damit es lange Warteschleifen drehen kann, wenn ein Unwetter die Landung am Zielflughafen verhindert. Foto: Frank Rumpenhorst

Unwetter können zu langen Flugverspätungen führen, vor allem wenn das Flugzeug zunächst auf einem Ausweichflughafen landet. Denn Airlines müssen nicht soviel Reservetreibstoff einplanen, um in der Luft das Ende des Gewitters abzuwarten.

Darmstadt (dpa/tmn) - Ein Flugzeug kann wegen eines Gewitters nicht landen, muss auf einen anderen Flughafen ausweichen, und die Ankunft verspätet sich stark: In diesem Fall muss die Airline keine Entschädigung bezahlen. Das Unwetter ist ein außergewöhnlicher Umstand, so das Landgericht Darmstadt.

In dem verhandelten Fall war die Klägerin von Frankfurt nach Korfu geflogen. Bereits beim Start wusste man von einem Gewitter über der griechischen Insel. Die Maschine konnte nicht landen und flog nach Athen, um dort aufgetankt zu werden. Sie erreichte Korfu mit einer Verspätung von mehr als vier Stunden.

Die Klägerin prangerte an, dass das Flugzeug nicht genug Reservetreibstoff an Bord hatte, um über Korfu Warteschleifen zu fliegen, bis die Landung möglich war. Sie forderte daher eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht.

Doch das Gericht gab der Fluggesellschaft recht: Das Gewitter war ein außergewöhnlicher Umstand. Die Airline sei nicht verpflichtet gewesen, das Flugzeug mit Treibstoff für Warteschleifen bis zum Abziehen des Unwetters zu betanken. Denn es sei oft nicht absehbar, wann ein Gewitter vorbei ist (Az.: 7 S 52/15).

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.