Genuss-Radeln in Liechtenstein – in einem Tag durchs ganze Land mit Verkostung regionaler Spezialitäten

Fürstlich genießen auf dem Rad

Einen ganzen Staat an einem Tag durchradeln, dabei Flusstäler, Schösser, hochalpines Panorama und reichlich kulinarische Kultur genießen? Das Fürstentum Liechtenstein macht´s möglich, beim Genussradeln.

Schon beim Start in Liechtensteins Hauptstädtchen Vaduz wird uns klar, dass der viertkleinste Staat Europas mit seinen 35 000 Einwohnern ein Schatzkästlein voller landschaftlichen Schönheiten und kultureller Vielfalt ist.

Mit geliehenen E-Bikes und der Genuss-Radelkarte mit vier vorgebuchten Stationen im Gepäck, machen wir uns auf den Weg. Vorbei an futuristisch anmutenden Museen und Banken in Kubusform. Über uns das majestätisch thronende Fürstenschloss – der architektonische Kontrast könnte kaum größer sein.

Steil bergan geht es nach Triesen zum Schnaps- und Whiskeybrenner Telser, der uns schon an der Haustür zum Rundgang mit Verkostung erwartet. Einst Investmentbanker, widmet sich Marcel Telser seit kurzer Zeit hauptberuflich dem Herstellen edler Brände und seinem inzwischen weltweit hoch geschätzten Tensington-Whisky. Ein Aussteiger der ungewöhnlichen Art, so ungewöhnlich, wie der 500 Jahre alte Hof, in dem die mit Holz betriebene Brennerei ihr Domizil hat.

Stetig bergab fahren wir weiter in Richtung südliche Staatsgrenze. Schon von weitem fällt die Burg Gutenberg ins Auge. Das mächtige Wahrzeichen des Dörfchens Balzer zwingt geradezu zu einer Fotopause, ehe es in Richtung Rhein, der Grenze zwischen Fürstentum und Schweiz geht.

Für Radfahrer dient der Radweg auf dem Rheindamm als willkommene Schnellverbindung zwischen Nord und Süd und so dauert es kaum eine halbe Stunde, bis wir an Vaduz vorbei Liechtensteins größte Gemeinde Schaan erreichen. Hier stoppen wir beim Spar-Markt Ospelt. Das ist kein Supermarkt wie jeder andere, sondern ein Genussmarkt zum Schwärmen für jeden Gourmet. Firmenchef Philipp Ospelt bringt uns die Vesperplatte mit einem Dutzend Liechtensteiner Spezialitäten an den Tisch zwischen Wurst-, Fisch- und Käsetheke.

Diplom-Kaffee-Sommelier

Kaum einen Kilometer weiter führt unsere Radl-Tour zum nächsten Genuss-Höhepunkt: der Kaffeerösterei Demmel. Dort führt uns Diplom-Kaffeesommelier Peter Demmel in die Geheimnisse der Kaffee-Veredelung ein. Am Ende stehen eine herrlich duftende Tasse Kaffee, ein kunstvoll verzierter Cappuccino oder auch ein „echter, ehrlicher, unbetrogener latte macchiato“, der laut Meister Demmel sein Aussehen angeblich über Stunden hält.

So gestärkt, machen wir uns auf den Weg in den nördlichsten Zipfel des Fürstentums, dem Kirchhügel von Gamprin. Der Ausblick über die Weinberge hinunter aufs Fürstentum entschädigt für den Aufstieg.

Am Schellenberg entlang geht es weiter auf dem Radweg bis nach Rugell, wo wir mit Blick auf die Uhr erneut auf den Rad-Schnellweg Rheindamm einbiegen, um den gebuchte letzten Genuss-Termin nicht zu verpassen. Schließlich wartet die Hofkellerei des Fürsten auf uns. Nur viereinhalb Hektar groß ist die Fläche, auf der die edlen Reben wachsen, die den Weinkeller von Fürst Hans Adam und die vieler Sterne-Restaurants füllen. Drei davon dürfen auch wir uns schmecken lassen, ehe es per Rad heim ins Innenstadthotel geht. Zu verfehlen ist der Weg nicht: das Fürstenschloss weist ihn uns schon von weitem.

Von Axel Gödecke

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