Galicien für Entdecker

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Ziel der Pilger: Der Anblick der Kathedrale in Santiago de Compostela ist für viele Anreiz genug, die Strapazen des Weges zu ertragen.  

Man muss in diese Augen geschaut haben, dann kann man ermessen, was es bedeutet, nach 17 schweißtreibenden Tagen und über 2660 extrem sportlichen Kilometern hier und jetzt vom Rad abzusteigen: in Santiago de Compostela, vor der großen Kathedrale, am Ziel. Gerard Heynst aus Holland hat es geschafft. Auch er war dann einfach mal weg.

Aber am Ziel? Man kann es wenden, wie man will. Wer nach Galicien kommt, jene spanische Provinz im äußersten Nordwesten der iberischen Halbinsel, der kommt an Santiago de Compostela nicht vorbei. Doch nicht nur die Pilger, die hierher jahraus, jahrein zu Tausenden und Abertausenden strömen, wissen, dass das eigentliche Ziel der Weg ist. Oder besser gesagt: die Wege. Denn auch der weltberühmte Jacobsweg führt sternförmig aus allen Himmelsrichtungen in die galicische Hauptstadt. Und von ihr weg. Wie man es auch dreht und wendet: An Schönheit sind die Wege um und nach Santiago durchaus zu überbieten.

Doch wer es ernst meint mit dem Pilgern, der weiß: Ein Pilgerweg, der diesen Namen verdient, beginnt immer und überall genau vor deiner Haustür, auch der Jacobsweg.

Das grüne Spanien

Aber Galicien ist mehr als nur das Jahrhunderte alte Zentrum des wohl berühmtesten europäischen Fernwanderwegenetzes. Sieht man einmal vom touristischen Trubel in und um Santiago ab, so bietet die Provinz, die sich zu Recht als „das grüne Spanien“ bezeichnet, dem Reisenden viel unverfälschtes, originales Leben. Ein Tipp für Entdecker und Selbst-Hingucker, kein Tipp für Leute, die einfach nur die Beine hoch legen wollen.

Der Reichtum der Region sind zweifellos die Muschelbänke, die sich in den charakterischen Flussmündungen und verschlungenen Meeresarmen finden – den Rías. Hunderte Familien leben von den Erträgen der Muscheltische, an denen die Weichtiere gezüchtet werden: Miesmuscheln, Austern und natürlich: Jacobsmuscheln. Galicien ist weltweit der größte Muschelproduzent nach China.

Dem Reisenden bieten sich hier viele kleine Orte jenseits des Massentourismus. Was natürlich auch heißen kann, dass ein Fischereihafen riecht wie ein Fischereihafen und dass Lkw-Fahrer auch durch kleinste historische Gassen brettern.

Das echte Leben ist hier noch wichtiger als die Show für Touristen. Vorteil und Nachteil: Ermesse jeder, was ihm lieber ist. Erholung am Ende des Tages findet man am besten, wenn auch nicht am billigsten, in den landestypischen Pazos und Paradores, zu Hotels umgebauten ehemaligen Herrenhäusern in meist vorzüglichen Lagen, zum Beispiel dem Pazo de Lestrove in Padrón, einem alten Bischofspalais oder dem grandios gelegenen Parador im wunderschönen Baiona.

Die über den Flughafen von Santiago schnell und günstig erreichbare Region lässt sich per Mietwagen gut erschließen. Ob Badehotel, Finca oder Stadthotel: kein Galicien-Reisender wird versäumen, den köstlichen Albarino in einer Bodega zu genießen, einen der berühmtesten Weißweine der Region. Oder leckere fangfrische Calamares auf Zwiebeln und grünem Salat.

Spezielle Angebote jenseits des Pilgerns

Galicien erreicht man gut und schnell über den Flughafen Santiago de Compostela (z.B. mit Ryan Air). Für Reisende, die die Region auch über die Pilgerwege hinaus entdecken wollen, hat TUI spezielle Angebote entwickelt, zum Beispiel eine achttägige Mietwagenrundreise (ab 445 Euro/Person plus 192 Euro Mietwagen). Oder eine Rundreise mit guten Hotels (58 bis 125 Euro pro Person/Nacht im Doppelzimmer) von Santiago über Pontevedra, Baiona, Vigo und O´Grove. (tpa)
Nähere Informationen:
www.tui.com
www.turgalicia.es

Von Tibor Pézsa

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