Abenteuerurlaub in Connemara – Magische Orte auf Irlands Insel Inishbofin entdecken

Garten aus Abenteuer und Mystik

Connemara auf Irland: Verwunschene Ruinen und das Meer laden zu einem Urlaub der ganz speziellen Art ein. Entdecker kommen dort auf ihre Kosten.

Hurry up“, ruft Brian dem Taxifahrer zu, der zwei verspätete Gäste bringt. Kurzerhand packt der leidenschaftliche Safari-Guide die Koffer und hievt sie hinüber ins Boot. Die Leinen los und der Kutter sticht in See. Schnell werden die paar Häuser des einsamen Küstenortes Cleggan verschwindend klein. Kurs auf Inishbofin, neun Kilometer vor der irischen Westküste gelegen und erste Station der Safari. Inishbofin wird auch „Insel der weißen Kuh“ genannt – eine Kuh soll dort einst von einer Hexe in einen Stein verwandelt worden sein, soweit die Legende.

Fort Cromwell war eine Piratenburg

Nach vierzig Minuten werden die Konturen einer Burgruine immer deutlicher. „Fort Cromwell“, ruft Brian gegen den Wind und zeigt Richtung Steuerbord, „benannt nach dem englischen Revolutionär aus dem 17. Jahrhundert.“ Schon ein Jahrhundert zuvor hätten sich Piraten die geostrategische Lage der Burg zu eigen gemacht. Sie raubten Schiffe aus und forderten Wegezoll für ihre Weiterreise nach Galway, zitiert Brian die Geschichte. Cromwell habe den Ort zum Gefängnis für katholische Priester umfunktioniert – von dort aus wurden sie nach Westindien verschifft.

In Deas Pub am Hafen sitzen ein paar Männer, trinken Guinness und freuen sich über die Neuankömmlinge. Ein Grinsen steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Im Winter hingegen sind Gäste eher selten, der Seegang behindert den Fährverkehr.

Dann bleiben die knapp 200 Einwohner auf der 15 Quadratkilometer großen Insel teils wochenlang unter sich. „Sie leben vom Fischfang, der Landwirtschaft und von der Rente“, weiß Brian. Gleich neben dem Pier arbeiten zwei Männer an Curraghs, den traditionellen keltischen Booten aus leichtem Holzskelett, lederbespannt und schwarz geteert. Sie gelten als unsinkbar und werden noch heute zum Fischen und Angeln eingesetzt.

Gerne wäre man bei den Fischern geblieben und hätte ihnen bei der Arbeit zu gesehen. Oder einfach aufs Meer geschaut und irgendwo da drüben am Horizont Amerika gesucht. Doch Brian mahnt zum Aufbruch. Zügig geht er voran, trifft hier und da Bekannte, redet gälisch mit ihnen, gestikuliert, lächelt und verabschiedet sich herzlich.

Über Moose und Gräser führt der Weg an der felsigen Küste entlang. Der Wind schiebt üppige Wolkenberge vor sich her. In der Ferne sind die Umrisse der benachbarten Inseln Inishark und Inishturk zu sehen – die nächsten Ziele der Safari.

Ein Duft von Thymian liegt in der Luft. Zum Picknick in einer bizarren Felsgrotte versorgt Brian seine Gäste mit frischem Lachs und kühlem Weißwein. Dann geht die Safari weiter, über endlose Gräser und Mooslandschaften durchsetzt mit Überresten aus der Steinzeit. An einem der Steine ragt markant ein Kreuz heraus. „In Gedenken an drei US-Touristen“, erklärt der Connemara-Guide. „Sie wollten von einem der vorgelagerten Felsinseln hin in ihre Heimat blicken, aber Flut wurde zum Verhängnis.“

Die mystischen Orte der Insel

Das ist eine von unzähligen Geschichten und Legenden über eine Insel, die erstmals vor 6000 Jahren von Menschen betreten worden sein soll. Ob Fort Cromwell, der Pub am Hafen oder die Ruinen von St. Colman’s Abbey, dem mittelalterlichen Kloster mit dem 1500 Jahren alten keltischen Grabkreuz – alles sind prägende Zeugnisse einer Insel, die Teil jenes „letzten Gartens aus Abenteuer und Mystik“ ist, wie Brian seine Heimat Connemara gerne nennt.

Von Markus Howest

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