Geheimtipp inklusive: Einheimische führen Besucher kostenlos durch die Grafschaft

Zu Gast beim Greeter

Prächtig: Die Kathedrale von Canterbury ist der Sitz des Erzbischofs, des Oberhauptes der anglikanischen Kirche. Foto: Dellit

David Prisley darf nicht einmal einen Kaffee annehmen. Geld schon mal gar nicht. Prisley ist Kent Greeter, ein Freiwilliger, der kostenlos Touristen in der südenglischen Grafschaft führt. Die Idee stammt aus New York. Einheimische sollen ihre Heimat zeigen und dabei auch auf Dinge hinweisen, die ein professioneller Stadtführer vielleicht mal links liegen lässt. Der 66-Jährige Prisley war in seinem früheren Leben Papierhändler, jetzt arbeitet er im Ruhestand nebenbei in einem Auktionshaus und führt Gäste durch das malerische Canterbury.

Die Stadt ist voller Geschichte und Tradition, zugleich ist sie jung und lebendig, denn wenn die 35 000 Studenten der Universitäten da sind, verdoppelt sich die Einwohnerzahl fast.

Prachtvolle Kathedrale

Canterbury ist das Zentrum der anglikanischen Kirche. Der Erzbischof ist das kirchliche Oberhaupt, die Königin das weltliche. Diese Bedeutung wird in der grandiosen Kathedrale sichtbar.

In ihr wurde im Jahr 1170 der damalige Erzbischof Thomas Beckett ermordet, an den heute ein eindrucksvolles Kreuz erinnert. Ein Streit mit König Henry II um die Gerichtsbarkeiten von Kirche und Staat endete im Mord Becketts. Dieser wurde wenig später heilig gesprochen, und die Kathedrale von Canterbury wurde zum Wallfahrtsort.

Wer genug Geschichte gesehen hat, kann sich auch am Abend in der südenglischen Stadt wohl fühlen. Als große Universitätsstadt hat Canterbury eine große Kneipendichte. Dort lässt sich auch schnell das Vorurteil von der schlechten englischen Küche widerlegen. Eine Adresse ist der Goods Shed, wie der Name verrät ein ehemaliger Lagerschuppen am Bahnhof.

Spezialitäten genießen

Er wurde zu einer Markthalle umgestaltet, in der auch einige Restauranttische stehen. Dort sind vor allem heimische Produkte der Saison auf der Speisekarte zu finden, von Fisch bis zu exzellentem Ziegenkäse. In der Markthalle gibt es alles vom regionalen Bier bis zum Apfelwein Cider.

Wäre es David Prisley, dem Kent Greeter, nicht verboten, Geschenke anzunehmen, man hätte ihn gerne dorthin auf ein Stückchen Kuchen eingeladen. (ode)

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