Jersey und Guernsey begeistern Wanderer und Gourmets gleichermaßen

Genussinseln im Kanal

Der beliebteste Foto-Stopp der Insel: Der hellweiße Leuchtturm von Corbicre ragt im Südwesten Jerseys auf schroffen Felsen aus dem Meer. Der schmale Fußweg dorthin ist nur bei Ebbe passierbar. Foto: Jersey Tourism

Manchmal sehen wir den Weg vor lauter Blumen nicht mehr. Dann müssen wir stehen bleiben und suchen, wo es weiter geht durch dieses Meer von „Blue Bells“ und roten Grasnelken, weißem Leimkraut und gelbem Ginster. Ringsum leuchtet eine Farbenpracht, die sich den steilen Hang hinab zieht und zwischen den bizarren Klippen in der Tiefe verliert. Zwischen ihnen tost das Wasser des Ärmelkanals.

Der Wanderweg über die blumenübersäten Höhen bei Plèmont Bay im Nordwesten der Insel Jersey ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die schöne und abwechslungsreiche Naturlandschaft dieser größten Kanalinsel kennenzulernen. Zwischen der Südküste Englands und der Küste der Normandie liegen – abseits der großen Touristenströme – die Kanalinseln.

Mildes Klima

Natur und Naturschutz werden auf ihnen so groß geschrieben, dass Wohnmobile und Caravans sowohl von den französischen als auch von den englischen Fährhäfen auf die Insel nur in sehr beschränktem Umfang befördert werden. Der Natur kommt zudem der Golfstrom zugute, der die Insel umspült und Jersey ein Klima beschert, das dem der Bermudas entspricht.

Jersey gilt als sonnenreichste Insel Großbritanniens. Schon im Januar beginnt das Blühen in den Gärten der kleinen Städte und Dörfer. Am besten erkundet man die Inseln zu Fuß. Das gilt nicht nur für die blumenreichen Wanderwege auf Jersey, sondern auch für Guernsey. Vor allem ihre Wasser-Wanderwege sind berühmt. Kristallklare kleine Bäche murmeln neben dem Pfad von Blumen, Gras oder Büschen oft ganz verdeckt. Dann wieder führen die Wege an kleinen Mauern vorbei, mit denen die Bauern ihre Viehweiden umzäunt haben. Große Kuhaugen glotzen dem Wanderer entgegen.

Reich sind die Inseln auch an historischen Monumenten. Das beginnt bei vorgeschichtlichen Steinsetzungen, geht weiter bei normannischen Kirchen und endet bei den Befestigungen, die gegen Napoleon und später gegen die deutsche Wehrmacht errichtet wurden.

Französische Küche

Die felsigen Küsten der Inseln sind Heimstatt unzähliger Schalentiere. Kaum irgendwo anders in Europa werden so viele Hummer gefangen und in den Restaurants serviert wie auf den Kanalinseln. Die übel beleumundete englische Küche gibt es hier übrigens nicht, kulinarisch gesehen sind die Kanalinseln durch und durch französisch. Und das zu überraschend niedrigen Preisen.

Überhaupt sind die Kanalinseln ein Niedrigpreisland. Dank besonderer Steuerverhältnisse gibt es weder Zölle noch Mehrwertsteuer. Benzin- und Mietwagenpreise gehören zu den niedrigsten in ganz Europa.

Von Christoph Wendt

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