Angepasst, unauffällig und leer präsentiert sich der Bahnhof von Immenhausen – aber dafür behindertenfreundlich

Immenhausen: Gut getarnt wie ein Chamäleon

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In Privatbesitz: Das große Bahnhofsgebäude gehört längst nicht mehr der Deutschen Bahn. Bei Wind und Wetter bietet nur die Überdachung, die auf diesem Bild zu sehen ist, Schutz.

Immenhausen. Still und ruhig liegt er da und fällt kaum auf. So gut passt sich der Bahnhof in Immenhausen seiner Umgebung an wie ein gut getarntes Chamäleon im Urwald.

Selbst die Schienen, die die Autostraße kreuzen fallen nicht ins Auge. Wäre da nicht die rot-weiß gestreifte Sicherheitsschranken, die auf- und abgeht, wenn ein Zug angerollt kommt.

Gähnende Leere herrscht am Bahnhof . Keine Fahrgäste, die aus dem Bahnhofsgebäude strömen. Keine Bahnhofsgaststätte. Kein Kiosk. Denn: Das ockerfarbene Haus steht nicht mehr im Besitz der Deutschen Bahn (DB). Dies verraten das Klingelschild und die weißen Gardinen vor den Fenstern, dass dort eine Privatperson wohnt.

Toilettengang verkneifen

Der Nachteil: Es gibt weder sanitäre Anlagen noch einen Informations- und Kartenschalter. Die nicht-vorhandenen Toiletten stellen für Reisende ein Problem dar. Dafür müssen sie mit voller Blase die Fahrtickets und Reiseauskünfte über den einzigen Fahrkartenautomaten auf dem Gleis ziehen. Direkt neben dem Fahrkartenautomaten steht ein Ticketentwerter, der allerdings defekt ist. Somit werden die Fahrgäste zuguterletzt noch zum Schwarzfahrer.

Defekt: Der einzige Ticketentwerter auf dem Bahnhof Immenhausen.

Auch der kleine Hunger zwischendurch kann nicht gestillt werden. Weit und breit gibt es keinen Getränke- und Süßigkeitenautomaten. Der Vorteil: Somit wird verhindert, dass die Bahnsteige zugemüllt werden und die drei einzigen Mülleimer überlaufen. Ein Sauberkeitsproblem hat der Immenhäuser Bahnhof nicht. Selbst von Graffitis ist er frei. Dabei würde das Besprühen von den Wartehäuschen und den Sitzbänken gar nicht bemerkt werden, da es keine Videoüberwachung auf dem Gelände gibt. Selbst Vandalen werden dazu eingeladen, Unfug zu treiben.

Überhaupt spart die DB mit Infoschildern und Auskünften. Nur ein gelbes Schild weist daraufhin, dass es sich um einen rauchfreien Bahnhof handelt.

Neben zwei großen Uhren auf den Bahnsteigen, stellte die DB neue Anzeigetafeln mit Lautsprechern auf. Die deutlich die An- und Abfahrt der Züge verkünden, welche von Montag bis Freitag von 5.35 Uhr bis 23.59 Uhr fahren. Samstags von 5.35 bis 23.15 Uhr und sonn- und feiertags von 7.35 bis 23.15 Uhr. Die RT 3 (Regio-Tram) des NVV (Nordhessischer Verkehrsverbund) fährt in Richtung Warburg alle 40 Minuten. Und jede Stunde zum Kassler Hauptbahnhof. Dagegen fährt nur der RE (Regional Express) den ICE-Bahnhof in Kassel-Wilhelmshöhe an und das nur alle zwei Stunden.

Für Nachtschwärmer bieten die Zuverbindungen keine guten Möglichkeiten, sich Freitagabend und wochen- ends ins städtische Getümmel zu begeben. Das Heimkommen vom Bahnhof ist mit dem Bus, Rad und Pkw möglich. Hierfür gibt es ausreichend Park- and Ride-Plätze und einen überdachten Fahrradstellplatz. Einen Taxistand sucht man vergeblich.

Aufgrund seiner ebenen Lage sind die Bahnsteige von beiden Seiten barrierefrei zu erreichen. Es gibt keine Treppenauf- und -abgänge, die Menschen mit Handicaps und Müttern mit Kinderwagen das schnelle Erreichen des Zuges, wie an anderen Bahnhöfen, erschweren.

Bewertung

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