Mit der Fähre von Rostock in die Danziger Bucht– Entdeckung der polnischen Hansestadt Gdansk

Goldene Schätze aus der Ostsee

Raritäten des Meeres: In der Schleifwerkstatt demonstriert Chefin Julia Ninard immer wieder, wie man echten Bernstein von Imitaten unterscheiden kann. Das versteinerte Harz geht in Wasser nicht unter. Foto: Forbert

Eine Luxus-Kreuzfahrt soll es nicht gleich sein. Aber günstig mit dem Schiff auf der Ostsee für ein paar Tage nach Danzig in Polen, das heutige Gdansk, warum nicht. Eine Fähre bietet sich da an – ob als Reise auf den Spuren der Eltern und Großeltern, die einst in Pommern ihre Heimat hatten, oder als ein Kulturtrip in eine sich herausputzende Hansestadt voller Geschichte.

In Rostock geht es am Nachmittag auf die Fähre. Und am nächsten Morgen legen wir schon im Hafen von Gdynia (deutsch: Gdingen) in der Danziger Bucht an. Es geht früh raus, ein üppiges Frühstück mit Matjes – wer mag – und Ei mit Speck locken vor dem Landgang. Dann geht´s von Bord. Eigentlich handelt es sich um ein Dreistadt-Gebiet und heißt auch so: Gdynia, Gdansk und dazwischen der Badeort Sopot (Zoppot) haben fast eine Million Einwohner.

Im gut eine halbe Stunde von der Hafenstadt entfernten historischen Zentrum von Danzig erwacht das touristische Leben langsam. Wer möchte, kann das mittelalterliche Krantor, eines der Wahrzeichen der Stadt, am Kai der Mottlau fotografieren.

Wir gehen durch das von Wappen gezierte Grüne Tor und am Ende der Straße durch das Goldene Tor, in dem Fotos zeigen, wie 1945 alles zerstört war. Danzig trug im Zweiten Weltkrieg die Hauptlast der Zerstörung an der Ostseeküste. Und in der Folge der sowjetischen Befreiung wurden die 470 000 deutschen Einwohner der Region vertrieben. Auf dem Stadtrundgang gewinnen wir schnell den Eindruck, dass nach der Zerstörung der Altstadt vieles wieder im alten Stil errichtet wurde. Die touristischen Hauptwege sind gut gepflastert wie der Lange Markt mit alten, hoch aufschießenden und farbigen Kaufmannshäusern.

Bernsteinmuseum in der Marienkirche

In der Marienkirche, der größten Backsteinkathedrale der Welt, verteilt sich der nicht abreißende Strom von geführten Besuchergruppen. Ein Blick geht in die Peinkammer, in der das Bernsteinmuseum zu finden ist, wo einst Gefangene schmachteten.

Das Geheimnis des Bernsteins kennenlernen

Kinder schauen an der Langgasse gern im Ciuciu-Laden beim Fertigen von Bonbons zu, die Frauen betrachten lieber den goldgelben Bernstein-Schmuck in den Geschäften. In einer Schauwerkstatt führt uns Chefin Julia Ninard den Unterschied zwischen Bernstein und Plastikimitat vor: Der Echte geht nicht in Wasser unter. Wir lernen: Besser nicht beim fliegenden Händler auf der Straße kaufen.

Von Stefan Forbert

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