Sarntaler Alpen in Südtirol: Der Ort Durnholz ist ein idealer Ausgangspunkt für schöne Bergwanderungen

Grandioser Ausblick garantiert

Idylle in den Bergen: Der Ort Durnholz hat nur 300 Einwohner und eine Kirche, die bereits im Jahr 1405 urkundlich erwähnt wurde. Fotos: Gessler

In der Tiefe schimmert der Durnholzer See, ein tiefblaues Dreieck, in dem sich die Kirche zum Heiligen Nikolaus spiegelt. Und ihre vier Turmglocken hallen über steile Bergweiden, Fichtenwälder, Latschen und Zirben bis herauf zur Jakobspitze, einem Aussichtpunkt der Extraklasse. Der felsige Gipfel ragt 2742 Meter in den stahlblauen Himmel über den Sarntaler Alpen – eine der einsamsten Bergregionen Südtirols.

Eine schöne Annäherung an diese geheimnisvolle Landschaft gelingt von Bozen aus: zunächst am Fluss Talfer entlang hinein ins Sarntal, das von der umliegenden Ge-birgswelt wie ein Hufeisen umschlossen wird – die Route für die „Sarntaler Hufeisen-tour“. Beim Flecken Astfeld folgen Besucher dann dem Durnholzer Bach 13 Kilometer nach Nordosten, wo er dem gleichnamigen See entspringt. Dieser ist 900 Meter lang, 350 Meter breit, 13 Meter tief und wird von zwei Gebirgsbächengespeist. Deshalb ist er immer bitterkalt, dafür aber Lebensraum für prächtige Regenbogenforellen, denen Angler vom moorigen Nordufer aus geduldig nachstellen. Auf einem Uferrundweg genießt man spektakuläre Aussichten auf wuchtige Berghöfe mit blumenverzierten Balkonen vor denen Kühe auf sattgrünen Weiden grasen, knallrote Vogelbeer-Büsche und über allem die Gipfel-Parade der Sarntaler Alpen.

Blockhalden und Flechten

Über dem See, in 1568 Metern Höhe, liegt der kleine Ort Durnholz. Von dort starten die Routen hinauf zu Kassianspitze und Schrotthorn, Hörtlahner, Tagewaldhorn, Latzfonser Kreuz – und natürlich zur Jakobspitze. Die gut markierten Wege führen in Höhen zwischen 2300 und 2700 Metern, sind gletscherfrei, verlangen aber für zwei bis vierstündige Aufstiege gute Kondition und Trittsicherheit. Denn oberhalb von Bäumen, Beeren, Alpenrosen, Enzian und Zwergwacholder muss man schon einmal über ausgedehnte Blockhalden steigen, die oft mit allerlei Flechten überzogen sind.

Wer sich vom Tellerjoch her über den Südwestrücken der Jakobspitze nähert, den Gipfel überschreitet und nach Norden absteigt, der gelangt in die Flaggerscharte, die ganz mit solch abgesprengtem Geröll aufgefüllt ist. Von dort ist es nur ein Katzensprung zur steingemauerten Flaggerscharten-Hütte (auch: Marburg-Siegener-Hütte) auf 2481 Metern Höhe. Auf ihrer ge-mütlichen Holzterrasse schmeckt ein Stück Bergkäse besonders gut.

Zuvor jedoch sollte man den grandiosen Ausblick auf dem Gipfel der Jakobspitze genießen. Weit reicht er über die Sarntaler Alpen, verharrt an den Aufbauten der Stubaier Berge und haftet an den bizarren Steingestalten der Dolomiten. Der Weg herauf hat sich gelohnt.

Von Wolfgang Gessler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.