Tourismus

Griechenland-Krise: Wie kommen Urlauber jetzt an Geld?

Schock für Griechenland-Urlauber: Die Banken sind geschlossen. Und an den Automaten geht das Geld aus. Wie Touristen an Bargeld kommen und welche Alternativen es gibt, erfahren sie hier.

An Griechenlands Bankautomaten geht das Geld aus. Wie kommen Urlauber jetzt noch an Bares? Funktioniert die Kreditkarte noch? Welche Alternativen gibt es sonst?

Bargeld: Griechen dürfen ab sofort maximal 60 Euro pro Tag an den Geldautomaten abheben. Touristen sind davon aber nicht betroffen. Sie können unbegrenzt Geld abheben, für ausländische Bankkarten gilt diese Beschränkung nicht - vorausgesetzt die Geldautomaten sind nicht leer. Das Auswärtige Amt rät deshalb deutschen Griechenland-Besuchern, ausreichend Bargeld mitzubringen.

Kreditkarten: Laut ADAC und dem Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz sind Zahlungen mit Kreditkarten weiterhin theoretisch möglich. Es könnte allerdings sein, dass Geschäfte oder Restaurants auf Bargeld bestehen.

EC-Karten: Ähnliches gilt für EC-Karten. Unter Umständen ist es nicht mehr möglich, mit ihnen zu bezahlen.

Geldtransfers: Wenn alle Stricke reißen und Urlauber wirklich dringend Geld benötigen, ist laut Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) ein letzter Ausweg der Geldtransfer. Über mehrere Unternehmen, wie zum Beispiel Moneygram oder Western Union, kann man sich Geld nach Griechenland schicken lassen.

Fazit: Laut Sibylle Zeuch haben die meisten Urlauber bereits im Vorfeld Hotels, Flug, Transfers und meist auch Teile der Verpflegung bezahlt. Für den Rest sollten sie vor Reisebeginn überschlagen, wie viel sie noch benötigen und diesen Betrag möglichst bar mit sich führen. Daneben sei es immer ratsam, auch EC- und Kreditkarten dabei zu haben. Wenn Urlauber jetzt mit viel Bargeld nach Griechenland reisen, sollten sie sich laut ADAC in öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Plätzen besonders vor Taschendieben in Acht nehmen. Der Ratschlag: Geld gut im Gepäck verteilen, nach der Ankunft im Hotelsafe deponieren und nur das mitnehmen, was benötigt wird.

Viele Geldautomaten in Griechenland sind leer - doch das allein ist aus rechtlicher Sicht noch kein Grund dafür, dass Urlauber ihre Reise kostenlos stornieren dürfen. "Ich fliege ja nicht ausschließlich dorthin, um Geld abzuheben", so Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Wenn in den kommenden Tagen oder Wochen jedoch eine Art Dominoeffekt einsetze - also zum Beispiel kein Benzin mehr für die Ausflugsbusse vorhanden ist oder es in den Hotels kein Essen mehr gibt - sieht die Situation laut Degott anders aus: "Dann kann ich den Vertrag mit dem Veranstalter wegen Schlechtleistung kündigen."

Er wäre dann verpflichtet, die Reisenden nach Hause zu befördern. Alternativ können sich Urlauber vor Ort beim Reiseleiter beschweren und eine Minderung des Reisepreises verlangen. Bis es soweit ist, bleibt Urlaubern, die ihre geplante Griechenland-Reise nicht antreten möchten, nur die Hoffnung auf Kulanz des Veranstalters oder die reguläre Stornierung. Dann fallen jedoch in der Regel Stornogebühren an. Deren Höhe ist in den AGBs aufgelistet, die jeder Urlauber bei der Buchung erhalten muss.

dpa

Rubriklistenbild: © Simela Pantzartzi

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