Die Heimat der Märchen entdecken

+
Der Maler Otto Ubbelohde hat in der Region Burgwald viele Motive für seine Buchillustrationen der Gebrüder Grimm Märchen verwendet. Sein Atelier kann in Lahntal-Goßfelden besichtigt werden.

Am 24. Februar wäre Wilhelm Grimm 225 Jahre alt geworden. Mit seinem eigenen romantischen Erzählton prägte er die "Kinder- und Hausmärchen", das meistgelesene Buch deutscher Sprache, dessen Erstausgabe zum Weltdokumenterbe der UNESCO zählt.

Wer kennt sie nicht, die magischen Sätze: "Es war einmal..." oder "In den Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat...": Sogleich ziehen sie vor dem inneren Auge auf, die Helden aus den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm.

Wilhelm Grimm, der Poet

Es war Wilhelm, der jüngere der beiden märchensammelnden Brüder, der mit seinem ureigensten poetisch-romantischen Erzählton den Welterfolg der Grimmschen Märchen begründete. In ihrer Kasseler Zeit ließen sie sich von zahlreichen Märchenbeiträgern und -beiträgerinnen die bis dahin überwiegend mündlich überlieferten Geschichten erzählen oder auf schriftlichem Wege mitteilen. Die meisten Märchen wurden ihnen von Frauen übermittelt, meist jung und gebildet, oft mit französisch-hugenottischem Hintergrund. Wilhelm Grimm bearbeitete die meist aus zweiter oder dritter Hand vorliegenden Texte in seinem ihm eigenen romantischen Stil, der über Generationen und auf der ganzen Welt im Gedächtnis bleibt.

Auch heute noch können die Spuren der weltberühmten Brüder entdeckt werden. Rund um die nordhessische Metropole Kassel liegt die "GrimmHeimat NordHessen", ein Zusammenschluss aus fünf nordhessischen Landkreisen. Hier hat man es sich zur Aufgabe gemacht, das kulturelle Erbe der Grimms zu bewahren und wieder erlebbar werden zu lassen.

Auf den Spuren der Brüder Grimm

Spuren der Brüder Grimm lassen sich in der gesamten GrimmHeimat Nordhessen finden. So verzaubert Kassel jeden Sommer mit dem Grimm-Festival auf der Blumeninsel Siebenbergen alle Märchenliebhaber. Auf dem Dornröschenschloss Sababurg hält das liebreizende Dornröschen regelmäßig Audienz. Frau Holles Hausberg, der Hohe Meißner am Rande des Werratals,  ist ein echter Wander-Geheimtipp. Wenn Frau Holle die Betten fleißig schüttelt, verwandelt sich der Hohe Meißner in ein Paradies für Wintersportler. Im Frühling versetzt die Märchenwoche in Bad Sooden-Allendorf die Besucher in märchenhafte Stimmung. In der Friedrichshütte bei Bebra erholte sich schon Wilhelm Grimm mit seiner Frau und auch heute noch schmecken hier die hauseigenen Waffel-Spezialitäten.

Zu Besuch bei Rotkäppchen und Schneewittchen

Das Rotkäppchenland bildet den südlichen Teil der GrimmHeimat NordHessen. Märchenhäuser in Alsfeld und Neukirchen lassen die Geschichten der Kindheit wieder lebendig werden. Ludwig Emil Grimm, der jüngere zeichnende Bruder der Märchensammler war Mitgründer der ältesten Malerkolonie Europas in Willingshausen, im Herzen der Schwalm. Auch der Wolf ist im Rotkäppchenland noch lebendig. Heutzutage allerdings im Gehege des Wildparks Knüll.

Schneewittchen und die sieben Zwerge sollen in Bergfreiheit bei Bad Wildungen gelebt haben. Südlich von Kassel lebte die berühmteste Märchenbeiträgerin der Brüder Grimm, Dorothea Viehmann. Sie wuchs im Gasthaus "Knallhütte" bei Baunatal auf. Auch heute werden dort regelmäßig Märchen erzählt. Westlich von Kassel ist die liebevoll gestaltete "Schauenburger Märchenwache" zu entdecken, die auch ein Teil des Märchenlandweges rund um Kassel ist.
Noch mehr Informationen über Märchenhaftes in der GrimmHeimat NordHessen finden Sie im Internet unter www.nordhessen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.