Wandern mit „Antiverlaufgarantie“ im Werratal

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Premiumwanderwege im Werratal sind vorbildlich ausgeschilderte Rundwege. Diese Halb- und Ganztagestouren führen zu landschaftlichen, botanischen und geologischen Höhepunkten der Region.

Die Wege sind mit dem Deutschen Wandersiegel ausgezeichnet und bieten Wandervergnügen mit Qualitätsgarantie: Jeder Kilometer Weg wird im Rhythmus von drei Jahren bei einer objektiven Überprüfung durch das Deutsche Wanderinstitut auf 34 Kriterien mit insgesamt fast 200 Merkmalen, wie Wegeformat, Landschaft und kulturelle Sehenswürdigkeiten, hin untersucht. Premiumwege bieten schöne Aussichtspunkte und beginnen an Wanderparkplätzen oder ÖPNV-Haltestellen. Das Werratal bietet weitere, zuverlässig ausgeschilderte Wanderwege, die jedoch nicht zertifiziert sind.

Auf dem Hohen Meißner: Premiumweg P1

Ausblick vom Schwalbenthal am P1

Die Königstour führt über den Hausberg der Märchen- und Sagenfigur Frau Holle, den Hohen Meißner. Der Weg verbindet die schönsten Stellen des mit 754 Metern höchsten Berges Nordhessens. Auf einer Länge von 13 Kilometern gelangt man zu authentischen Orten der Sagenwelt der Frau Holle, atemberaubenden Ausblicken, geologischen Besonderheiten und zu Gasthäusern mit Naturpark-Küche. Wanderer dürfen sich auf das drittgrößte Naturschutzgebiet Hessens mit seiner besonderen Tier- und Pflanzenwelt freuen. Mehrere Highlights bietet die rund fünf Stunden umfassende Route: Zum Beispiel den Frau-Holle-Teich, der als Zugang zum unterirdischen Reich der bekannten Märchen- und Sagenfigur gilt. Oder den Aussichtspunkt Schwalbenthal (632 m ü. NN) mit der weiten Sicht auf das Werratal. Beeindruckend sind auch der Blick auf den Kalbesee und der Besuch der sagenumwobenen Kitzkammer, einer skurrilen geologischen Formation aus sechseckigem Säulenbasalt.

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Panoramablicke: Premiumweg P2

Wandergruppe auf dem P2

Der P2 „Meißnerland“ liegt zu Füßen des Hohen Meißners und ist einer der höchstbewerteten Premiumwege Hessens. Er verläuft als variabler Panoramaweg im Tal mit Blick auf die Höhenzüge des Meißners und der Hessischen Schweiz. Überwiegend führt er durch offene Landschaft mit lebhafter Geländestruktur, geologischer Vielfalt sowie außergewöhnlicher Flora und Fauna. Die Gesamtlänge beträgt rund 21 Kilometer inklusive lohnenswerter Schleifen im romantischen Höllental (4 km) und den Wacholderheiden Hielöcher (3 km). Wer die gesamte Route mit allen Highlights erleben möchte, sollte sich fünf bis sieben Stunden Zeit nehmen. Einstiege empfehlen sich am Besucherbergwerk Grube Gustav, an der Kirchenruine Abterode oder am Sportplatz Frankershausen nahe der Wacholderheide Kripp- und Hielöcher.

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Grenznah und spannend: Premiumwege P4 und P6

Ehemaliger Kollonenweg am P4

Der P4, oft auch als „Hessische Schweiz“ benannt, gilt als Weg der Ausblicke und als eine der schönsten Touren Hessens. Er führt von Hitzelrode aus teilweise auf dem Werra-Burgen-Steig über das schmale Bergplateau der Hessischen Schweiz. Mehrere spektakuläre Aussichten und die botanischen Schätze des Grünen Bandes – allen voran seltene Orchideenarten wie Bienen- und Fliegenragwurz sowie der elegante Frauenschuh - sind hier im Frühjahr zu entdecken. Außergewöhnliche Felsformationen wie der „Wolfstisch“ und das „Pferdeloch“ bilden markante Punkte dieser 15,5 Kilometer langen Tour. Pfadige Wege führen an steile Felskanten. Rund fünf Stunden sollte man für die Route einplanen. Ebenfalls grenznah verläuft der zwölf Kilometer lange P6, bezeichnet als „Heldrastein“: Der Aussichtspunkt auf dem Heldrastein mit dem Turm der Einheit im früheren deutsch-deutschen Grenzgebiet steht im Mittelpunkt dieser Wanderung, die vom Wanderinstitut besonders gut bewertet wurde.

Wanderer auf Steilklippe am P6

Sie wird von vielen naturkundlichen Erläuterungen zur Tier- und Pflanzenwelt des Grünen Bandes und zur herausragenden Geologie des Heldrasteins begleitet. Der Weg beginnt in Heldra und lässt sich abkürzen oder über die Werraauen um fünf Kilometer verlängern Er bietet Anschluss zum Barbarossaweg wie auch zum Werra-Burgen-Steig. Man benötigt rund drei bis vier Stunden.

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Ein verlorener Bach: Premiumweg P9

Rast am P9

Auf dem elf Kilometer langen Wacholderpfad Rossbach genießen Wanderer Streuobstwiesen, Gärten und die Kirschblüte im Werratal. Nahe der Kirschenstadt Witzenhausen startet der Weg auf dem ausgewiesenen Wanderparkplatz am Wolfsberg an der Landstraße 3389 zwischen Dohrenbach und Roßbach. Der P9 führt durch Offenland und Naturschutzgebiete. Im Frühling ist die Landschaft mit den weißen Tupfen der Kirschblüte übersät. Auch Abschnitte durch Naturschutzgebiete und Wacholderheiden, Karstflächen und stille Wälder wollen entdeckt werden und machen den Weg zum kurzweiligen Naturvergnügen. Der Rundweg mit nur 233 Höhenmetern gehört zu einem der schönsten nahe Witzenhausen. Neben Kalkmagerflächen mit ihren typischen Wacholderbüschen und blühenden Orchideen ist der „Verlorene Bach“ eine Besonderheit: Einem Naturphänomen verdankt er seinen Namen, denn er verschwindet plötzlich im Boden. Es ist nicht bekannt, ob und wo das Wasser wieder zutage tritt. Von Roßbach aus bestehen mehrere Querverbindungen zum Wanderwegenetz des Kaufunger-Waldes.

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Kunst trifft Natur: Premiumweg P10

P10 vor dem Hohen Meißner

Der 13 Kilometer lange Rundweg um Reichenbach mit der romanischen Klosterkirche führt über den Großen Rohrberg und den Kindelberg mit seinen reichen Orchideenvorkommen. Markant sind auch das Naturdenkmal „Große Steine“ sowie die historisch bedeutende Burgruine Reichenbach. Die Artenvielfalt des Naturschutzgebietes Reichenbacher Kalkberge ist herausragend. Alte Huteflächen und Magerrasen mit einer großen Anzahl bedrohter Pflanzen- und Tierarten prägen den Kindelberg nördlich von Reichenbach. Hier leben unter anderem seltene Schmetterlinge und Heuschrecken, Schwarzstörche und Wildkatzen. Höchster Punkt der Wanderung ist der Eisberg mit 583 m ü. NN. Regelmäßig eröffnen sich Ausblicke auf das Meißner-Massiv. Auf einem Kilometer begleiten Freiluft-Kunstwerke des Wanderweges ARS NATURA den P10 und ermöglichen einen überraschenden Kunstgenuss in freier Natur.

Premiumweg 11 bei Nieste

Niester Riesen

Die imposanten Mammutbäume „Niester Riesen“ sind Naturdenkmale und Höhepunkt dieser Wanderung über 5,5 km, die vom Wechsel zwischen Wald- und Feldlandschaften geprägt ist. Im Grenzgebiet zwischen Hessen und Niedersachsen mit den ehemaligen Burgen Sensenstein und Sichelnstein bieten sich schöne Blicke ins Tal. Die Route befindet sich nahe der Ortschaft Nieste im Osten des Kasseler Umlandes. Sie bietet eine Abkürzungsmöglichkeit sowie die Nähe zu einer rustikalen Hüttengastronomie. Für die Wanderung sollte man eineinhalb Stunden einplanen.

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Premiumweg P12 bei Wanfried-Altenburschla

P12 Wendehausen

Seine Bezeichnung „Mainzer Köpfe“ erhielt der Premiumweg nach den zum Teil noch vorhandenen Grenzsteinen des Kurfürstentums Mainz zum Eichsfeld. Diese niedrigen, kompakten Grenzsteine waren Namensgeber für die Wanderung entlang des Grünen Bandes bei Altenburschla, die die höchste Punktzahl im Werratal erhalten hat. Deutsch-deutsche Geschichte wird an der Agentenschleuse und an einem Stück verbliebenen Grenzzauns gegenwärtig. Ein anspruchsvoller Anstieg wird mit herrlichen Ausblicken ins hessisch-thüringische Werratal belohnt und kann im Gipfelbuch dokumentiert werden. Für die 9,5 km lange Tour sollte man rund drei Stunden einplanen. Die Route bietet natur- und kulturhistorische Highlights inmitten einer lebendigen Geländestruktur. Es gibt idyllische Rastplätze und besondere Tiere und Pflanzen wie Rotmilan, Wildkatze, Waldschnepfe sowie die wilden Orchideenarten Fliegenragwurz und Mannsknabenkraut.

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Zwei Wandertouren führen rund um Herleshausen

Die landschaftlich und kulturhistorisch interessante Rundroute „Schlösser- und Burgentour durch den Ringgau“ ist knapp 30 Kilometer lang. Sie führt von Herleshausen u.a. über Altefeld, Nesselröden und Wommen. Wanderer entdecken dabei eine Sowjetische Kriegsgräberstätte und das Wasserschloss Willershausen. Ein Tourhighlight ist Altefeld, die höchste Fläche der Ringgau-Hochebene. Bis heute wird hier die Tradition der Vollblutpferdezucht fortgesetzt. Weitere interessante Punkte sind das Rittergut der Herren von Buttlar und die Burgruine Brandenfels. Diese steht auf dem steil abfallenden Süd-Osthang des 452 m hohen Schlossber-ges. Unmittelbar hinter den Ausläufern dieses Berges erreicht man Gut Hohenhaus, danach Nesselröden und Wommen. Durch die Werra-Auen gelangt man zum Ausgangspunkt Herleshausen und Schloss Augustenau. “Auf dem Grünen Band rund um Herleshausen“ heißt eine weitere, acht Kilometer lange Wandertour, die in Herleshausen beginnt. Die Route bietet schöne Aussichten nach Thüringen. Details zu beiden Touren unter www.wanderkompass.de/wanderort/werratal/herleshausen

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