Haltepunkt für Umsteiger: Der Bodenfelder Bahnhof ist einfach und schlicht

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Schlichte Anlage: Der Bodenfelder Bahnhof mit dem verwaisten Backsteingebäude wirkt zweckmäßig. Als Ein- und Ausstiegspunkt wird er meist von Schülern sowie von einigen Pendlern genutzt. Wenige Parkplätze auf dem Schotterplatz stehen bereit.

Uslar. Die Sollingbahn war noch vor 100 Jahren eine wichtige Strecke im deutschen Schienennetz und bedeutend für die Wirtschaft in der Region zwischen Uslarer Land und Weserbergland.

1878 wurde die heute eingleisige Strecke Ottbergen-Northeim eröffnet, seit 1910 fahren Züge auch zwischen Bodenfelde und Göttingen.

Die Bedeutung als Transportmittel für Unternehmen ist deutlich zurückgegangen. An einem Nebengleis werden noch Baumstämme verladen. Für die Bewohner der Weserorte hat die Bahn heute weniger Bedeutung als noch vor Jahrzehnten.

Der Bodenfelder Bahnhof ist ein Haltepunkt für Umsteiger. Bahngäste, die aus Uslar Richtung Göttingen fahren wollen, müssen den Umweg in Kauf nehmen. Umsteigen müssen außerdem Bahreisende, die in Richtung Westen fahren wollen.

Häufig kommt ein Zug an, lässt die Gäste aussteigen und fährt zurück. Manchmal wartet der Verbindungszug, häufig gibt es Wartezeiten auf dem zweckmäßigen Bahnhof, der optisch einen sauberen, wenn auch nicht unbedingt gepflegten Eindruck macht. Während der Schulzeit hauchen Schüler der Heinrich-Roth-Gesamtschule dem Gelände Leben ein. Außerdem Pendler, die in Richtung Northeim und Göttingen unterwegs sind.

Der Service ist auf einen Fahrkartenautomaten beschränkt. Dort werden laut Beschriftung auch Fahrplanauskünfte erteilt und weitere Informationen. Bargeldlos per Kreditkarte oder mit Geldscheinen können Fahrkarten für den Nahverkehr geordert werden, auf Wunsch sogar „wahlweise mit Reservierung“, verspricht die Aufschrift auf dem Automaten.

Es gibt auf dem Gelände weder eine Toilette noch ein öffentliches Telefon, um sich ein Taxi zu rufen. Auch ein überdachtes Wartehäuschen für Buskunden auf dem Bahnhofsplatz ist nicht vorhanden.

Abstieg: Die Fenster und Türen des verwaisten Bahnhofsgebäudes sind mit Lochblech verschraubt, neben dem Abfallkorb befinden sich die Treppen zur Gleisunterführung.

Ein schlichtes Schild am Bahnsteig weist auf eine Park & Ride-Fläche hin: Damit ist eine teilweise geschotterte und äußerst unebene Stellfläche für vielleicht sieben oder acht Autos unter alten Kastanienbäumen gemeint. Derzeit blockieren allerdings Baustellenfahrzeuge, Baumaterial und Absperrbaken den Großteil der Fläche. Fahrräder lehnen an einem Zaun, weil es keine geschützten Stellplätze für Drahtesel gibt.

Die Außenanlage vor dem ehemaligen Bahnhofsgebäude besteht aus schwarzem Kopfsteinpflaster, auf dem sich bei Regen riesige Pfützen bilden. Vor ein paar Jahren hat die Deutsche Bahn AG den Bahnhof rechts und links der Bahngleise optisch aufgepeppt. In vier lichtdurchfluteten Unterstellplätzen stehen den Bahnkunden insgesamt 20 Sitzplätze zur Verfügung.

Hinweise zur Gemeinde Bodenfelde erhält der Bahngast nicht. Auch Touristen suchen vergebens nach Informationen über Herbergen, Freizeitmöglichkeiten oder Sehenswürdigkeiten. Nicht einmal ein Ortsplan ist zu finden.

In Bodenfelde halten werktags zwischen 6.56 Uhr und 21.56 Uhr zwölf Züge, die Richtung Uslar und Northeim, Vernawahlshausen und Göttingen sowie Richtung Ottbergen fahren. Über den Fahrplan für Bodenfelde, die kleinste Gemeinde des Landkreises Northeim, informiert die Bahn in ihrem aktuellen Kursbuch 356,1.

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Von Jürgen Dumnitz

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