Hedemünden: Bahnhof mit Hindernis

Haltepunkt Hedemünden: An zwei Gleisen halten die Züge. Reisende, die auf das Gleis 2 wollen, müssen vom Bahnsteig eine Stufe nach unten gehen, um das Gleis zu erreichen. Für Fahrgäste mit Gehbehinderung ist der hohe Bahnsteig eine schwierige Hürde.

Hedemünden. Wer auf einen Rollator angewiesen ist und auf Gleis 2 des Bahn-Haltepunkts in Hedemünden will, hat schlechte Karten. Der Bahnsteig ist hoch, auch wenn mit einer hölzernen Treppenstufe der Abstand etwas verringert wurde. Dennoch ist das für gehbehinderte Menschen eine hohe Hürde.

Hedemündens Ortsbürgermeister Udo Bethke erzählt dazu folgende Geschichte. Der Bruder eines Nachbarn ist Rollstuhlfahrer. Um nach Kassel zu fahren, steige er in Hedemünden auf Gleis 1 (dort ist der Einstieg ebenerdig) in den Zug nach Eichenberg und steige dort dann in den Zug nach Kassel um.

Die Stufe ist der größte Mangel im Bahnhof Hedemünden, der längst keiner mehr ist, weil ihm das Herzstück fehlt: das Bahnhofsgebäude. 2003 hatte die Bahn AG die Immobilie an eine Investmentgesellschaft verkauft. Seit Mitte 2004 sind Wartehalle und Toilette verschlossen.

In dem Gebäude hat die Bahn im Erdgeschoss Räume für den Fahrdienstleiter. Er überwacht den Zugverkehr und öffnet die Kette an Gleis 1, damit Reisende auf das Gleis 2 gehen können.

Die Kette hängt dort, weil an sich das Betreten der Gleise verboten ist.

Bei Regen und Schneefall können sich Fahrgäste beim Warten auf den Zug unter einem vorgezogenen Dach unterstellen. Wer Müll loswerden will, kann diesen in einen Behälter werfen, den die Bahn aufgestellt hat.

Einen Fahrkartenautomat gibt es nicht. Die Reisenden müssen ihre Fahrkarten im Triebwagen der Cantus-Züge lösen. „Das ist manchmal wegen fehlenden Wechselgelds ein Problem“, meint die Hedemündenerin Gerda Armbrecht. Die Bahnkundin schlägt vor, einen Fahrkartenautomat am Haltepunkt zu installieren, dann hätten es Menschen, die sich mit den Automaten nicht so gut auskennen, leichter. Sie könnten sich Zeit nehmen.

Die Cantus-Züge pendeln stündlichen zwischen Kassel und Göttingen; ein guter Takt. Schüler und Berufstätige nutzen die Bahn, pro Schultag steigen in Hedemünden nach Auskunft des Nordhessischen Verkehrsverbundes 355 Fahrgäste ein und aus.

Wer mit dem Fahrrad zum Bahnhof fährt, hat Platz, es abzustellen. Vorn am Eingang steht ein gut erhaltener Ständer für fünf Räder, am anderen Ende des ehemaligen Bahnhofsgebäudes befindet sich ein überdachter Ständer für zehn Drahtesel. Dieser erfüllt seinen Zweck, ist aber ziemlich vergammelt.

Wer sein Auto am Bahnhof abstellen und in den Zug umsteigen will, findet dazu entlang des Bahnhofswegs eine Möglichkeit. Extra ausgewiesen sind die Abstellplätze aber nicht.

Wer bei Dunkelheit vom Westend zu Fuß zum Bahnhof unterwegs ist, dem wird der Weg die Treppe hoch ausgeleuchtet. Dank einer Laterne, die der Stadt gehört.

Nach dem Treppenaufgang, auf den restlichen Metern Bahnhofsweg, sind die Lampen eingewachsen. Sie gehören der Bahn. Ausreichend sei diese Beleuchtung, meint eine Berufspendlerin. Im Herbst und im Winter sei es recht düster.

Von Helmut Krischmann

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