Hinter jeder Ecke etwas Neues

Vor der Kulisse von Essaouira: Der Name der Stadt an der marokkanischen Atlantikküste bedeutet „die wohl Gezeichnete“ oder „die Vollendete“. Das Bild zeigt Männer am Hafen, die Fische und anderes Meerestier verarbeiten. Fotos: Dellit

In der marokkanischen Hafenstadt Essaouira ist das Klima angenehm und die Altstadt eine Attraktion.

Urlaub in Marokko: Fotos aus Essaouira

An Essaouira haben viele Gefallen gefunden: Eroberer, Piraten, Hippies, Jimi Hendrix und Philippe Pozzo di Borgo, der Rollstuhfahrer, dessen Geschichte im Film „Ziemlich beste Freunde“ erzählt wurde.

Ein Wunder ist das nicht, denn der Ort an der marokkanischen Atlantikküste hat viel Charme – und dazu ein angenehmes Klima. Im Gegensatz etwa zum knapp drei Stunden entfernten Marrakesch wird es in Essaouira nie brütend heiß, weil es stets vom Atlantik her weht, mal als angenehmes Lüftchen, mal richtig stürmisch – die Surfer erfreut es allemal.

Doch die 56 000-Einwohner-Stadt ist nicht nur für Aktivtouristen interessant. Vor allem die Medina, die Altstadt, Essaouiras ist verlockend mit ihren engen Gässchen, die hinter jeder Ecke Neues entdecken lassen.

Fische stapeln sich

Kunstvoll geschält: Im Hafengebiet wird auch frisches Obst feilgeboten.

Da sind die Schneider, die sich mit einer selbst gebauten Apparatur motorgetrieben die Fäden drehen lassen, die sie dann kunstvoll vernähen. Da gibt es einen Hof, in dem sich Fische aus dem nahen Hafen stapeln, neben Hummern und anderem Meeresgetier.

Da gibt es Stände, an denen die Gewürze zu Pyramiden aufgetürmt sind und die Händler für jedes Leiden und jede Hoffnung Kräuter anpreisen: zum Abnehmen, zum Zunehmen, zum Lächeln und „Touareg-Viagra“, das sich als Ginseng entpuppt. Auch Haschisch wird einem schon mal angeboten.

Die frohen Farben von Teppichen, Tüchern und Mützen bilden die Farbtupfer in den weiß-grauen Mauern der historischen Altstadt, ebenso wie die Menschen, die sich durch die Gassen drängeln.

Der beste Blick auf die „wohl Gezeichnete“ – daher stammt der Name Essaouira – bietet sich von der Festung am Hafen. Dort kann man auch Männer

beobachten, die die Netze nach dem Sardinenfang flicken, und jene, die auf der Kaimauer Fische und Oktopusse mit dem Messer ausnehmen.

Beim Einkaufen feilschen

Bunt und schön gestrickt: Dieser Mann verkauft Mützen im Souk von Essaouira.

Wer mag, kann die Fische frisch kaufen oder sie sich direkt zubereiten lassen. Mit ein wenig Glück trifft man auf jenen Händler, der sämtliche Fischarten an seinem Stand – und das sind viele – in fehlerfreiem Deutsch benennt.

Wer einkaufen will, sollte feilschen. Das alleine ist ein Erlebnis. Der Verkäufer nennt eine utopisch hohe Summe, die man mit einer deutlich niedrigeren kontert und sich irgendwo in der Mitte trifft. Wer davon nicht genug kriegen kann, sollte nach Marrakesch weiterreisen und den dortigen Souk, einen der bekanntesten Märkte der arabischen Welt, besuchen. Auf 2000 wird die Anzahl der Läden geschätzt.

Von der Schildkröte bis hin zu Handy-Ladekabeln gibt es alles. Die Händler sind noch eine Spur anhänglicher als im entspannten Essaouira. Nach dem Einkauf kann man noch lange über den Platz Jema Al-Fna bummeln, Schlangenbeschwörern und Gauklern zusehen oder sich marrokanische Spezialitäten in einem Restaurant schmecken lassen.

Tipp am Rande: Authentischer Markt

Touristen verirren sich selten auf den Markt von Ha Dra zwischen Essaouira und Marrakesch. Am Sonntag wird in dem kleinen Städtchen an ungezählten Ständen Handel getrieben. Männer bestimmen fast überall das Geschehen. Es ist staubig, eng und laut. Ob riesige Melonen, Fleisch, Fisch, lebende Tiere oder billiges Plastikspielzeug – all das ist zu haben. Wie überall sollte man mit dem Fotografieren zurückhaltend sein und darauf achten, wenn die Menschen nicht abgelichtet werden wollen.

Reisetipps

Reisezeit: Im Juni/Juli ist der Wind in Essaouira besonders stark, daher werden besonders März bis Mai und September/Oktober empfohlen.

Anreise: Es gibt einen Flughafen bei Essaouria, der aber von Deutschland aus nicht direkt angeflogen wird. Es gibt direkte Verbindungen nach Marrakesch, von dort aus kann man z.B. per Taxi nach Essaouira reisen (Preis vorher vereinbaren!).

Unterkunft: Hotels gibt es in verschiedenen Preislagen, am authentischsten sind Riads, Häuser mit traditionellem Innenhof. Elegant, aber auch nicht billig ist der Palais Heure Bleue (ab 300 Euro). Günstiger: Dar El Qdima (DZ ca. 45 Euro) und die Villa Maroc (DZ ab ca. 120 Euro).

• www.visitmorocco.com

• www.heure-bleue.com

• www.villa-maroc.com

• www.darqdima.com

Von Olaf Dellit

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