Die Dominikanische Republik bietet viel mehr als nur Strand, Palmen und Rum-Punsch

Im karibischen Paradies

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Überall Kinder: Fast die Hälfte der rund zehn Millionen Dominikaner sind unter 20 Jahren alt.

Als Christoph Kolumbus im Jahr 1492 seinen Fuß auf den feinen, weißen Strand der Insel setzte, wähnte er sich im Paradies: Hohe Berge, dichter Dschungel, azurblaues Meer. Bis heute hat „Hispaniola“, jene Insel, die sich Haiti und die Dominikanische Republik  teilen, nichts von ihrer paradiesischen Anmutung verloren.

Doch nur die wenigsten der rund vier Millionen Touristen, die jedes Jahr in die „Dom-Rep“ reisen, entdecken das Paradies. Denn die meisten bleiben in ihren luxuriösen All-Inklusive-Anlagen bei Rum-Punsch, Palmen und Merengue-Musik. Dabei gibt es im Hinterland viel zu entdecken.

Karibische Ausgelassenheit

Zum Beispiel in Jaracaboa, einem kleinen Ort im Hochland der Kordilleren nahe des Pico Duarte, der mit über 3000 Metern der höchste Berg der Karibik ist. Wenn in Jaracaboa Markttag ist, stapeln sich überall exotische Früchte, im örtlichen Friseursalon lassen sich die Damen das Haar glätten, junge Machos lümmlen lässig auf Motorrollern, und alte Männer spielen lautstark Domino. Die Menschen sind freundlich, posieren gern für Fotos – alles verströmt karibische Ausgelassenheit.

Im karibischen Paradies

Hier oben, im kühleren Hochland, haben die reichen Dominikaner ihre Ferienhäuser. Am Ufer des Río Yaque del Norte steht die Rancho Baiguate, die vor 33 Jahren von einem reichen Kubaner als Ferienlager gebaut wurde. Heute setzt man dort auf ökologischen Abenteuer-Tourismus. Die einfachen Zimmer haben keinen Fernseher und keine Klimaanlage, dafür einen Deckenventilator, Schaukelstuhl und Hängematte. Dazu ertönt vor dem Fenster das Konzert von Dutzenden Vogelarten.

Wilson und Melvin sind zwei der Guides, die Canyoning, Rafting und Wanderungen über schwankende Hängebrücken zu den nahen, 35 Meter hohen Jimenoa Wasserfällen anbieten, Dort wurden Szenen aus „Jurassic Parc“ gedreht. „Wir gehen auf die individuellen Wünsche der Gäste ein und bieten Urlaub im Einklang mit der Natur“, erklärt Wilson das Konzept der Öko-Ranch, auf der sogar das Obst und Gemüse für die Gäste selbst angebaut wird.

Im Einklang mit der Natur lebt auch Tony de Leon (59). Am Ende eine staubigen Piste, die zum kleinen Küstenort Savanna del Mar führt, hat der Architekt sein Traumhotel „Paraiso Cano Hondo“ in den Berghang gebaut. Ein kleiner Fluss fließt mitten durch den Natur-Swimmingpool und von der überdachten Veranda geht beim Abendessen der Blick über Mangroven-Sümpfe bis zum Meer. „Ich wollte die Natur in der Architektur wiederspiegeln“, erklärt Tony sein eigenwilliges Hotel, in dem die Lampen aus alten Flaschen gemacht sind und knorrige Hölzer die Balustraden bilden.

In den Höhlen der Tainos

Ganz in der Nähe von Cano Ondo liegt der Nationalpark Los Haitises, der wohl schönste der Dominikanischen Republik. Durch dichtes Mangroven-Gewirr fährt das Boot, bevor sich die blaue Bucht von Samaná mit ihren begrünten Karstinseln öffnet. Eine Schule von Delfinen spielt vor dem Bug. Pelikane, Fregattvögel und Truthahngeier ziehen ihre Kreise. Schon die Ureinwohner, die Tainos, die vor fast 500 Jahren ausgestorben sind, hatten die Schönheit von Los Haitises entdeckt. In Tropfsteinhöhlen findet man Wandbilder, die von ihrer vergangenen Kultur erzählen.

Nach einer Tour durchs dominikanischen Hinterland kann man sich dann ruhig noch ein paar Tage in den Luxus-Hotels an den weißen Stränden von Punta Cana  oder Samaná gönnen – wohlwissend, dass man das Paradies gesehen hat.

Von Kai A. Struthoff

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