Für Anfänger und Profis die richtige Loipe: Skilanglauf in Norwegen

Immer in Bullys Spur

Sorgt für die perfekte Spur: Jan Mielke steuert seinen Pistenbully jeden Morgen über das Loipennetz in Hovden.

Hinter der Nebelwand surrt es. Zwei orangefarbene Warnleuchten blinken im Einheitsgrau des frühen Morgens. Sie gehören zu Jan Mielkes Pistenbully. Rund 160 Kilometer Langlaufloipen präparier er zwischen Dezember und April im norwegischen Hovden. Seit fünf Jahren sei das seine Winterbeschäftigung, meint Jan. Sieben bis zwölf Stunden am Tag tuckert er mit zehn bis 20 Kilometern pro Stunde durchs Tal und über die Berge, die sich bis zu 1250 Meter hoch in den Himmel strecken.

Drei Autostunden nördlich von Kristiansand liegt der 430 Einwohner zählende Ort Hovden. 830 Meter über dem Meeresspiegel, am nördlichen Ende der Provinz Setesdal, direkt am Fluss Otra, der das gesamte Tal durchzieht. „Ich liebe die Natur und den Winter. Nach mehreren Urlauben in der Region bin ich hier hängen geblieben“, erzählt der aus Berlin stammende ehemalige Programmierer, während die große Schneeschaufel der Hightech-Maschine die Verwehungen der letzten Nacht beseitigt. Gleichzeitig glättet eine Fräse am hinteren Ende des Raupenfahrzeugs eine drei Meter breite Loipe für Skater. Links und rechts davon entstehen zwei Spuren für den klassischen Langlaufstil.

Grüne Loipen für den Anfang

Direkt an der Loipe wartet Skilehrer Tobias Strømsøe auf die Skineulinge Monika, Edith und Harald aus Hannover, die zum ersten Mal Langlauf ausprobieren wollen. Die Loipen sind in drei Kategorien eingeteilt. Die grün gekennzeichneten Strecken führen durchs Tal, die blauen auf die Anhöhen und die roten hinauf auf die Berge. Sie sind nichts für Anfänger. Dort toben sich die Profis aus.

„Koordination und Balance sind das Wichtigste beim Langlauf“, beginnt Tobias seine Einführung. Er erklärt, dass man das Gewicht nach vorne verlagern muss, wie man die Arme zu führen hat, wie man Bremsen kann und trotzdem: Aller Anfang ist schwer. Denn auch im Tal sind die gespurten Loipen nicht immer flach. Schon nach wenigen Minuten trifft man auf den nächsten Hügel. Hat man es mit viel Kraft tatsächlich geschafft, auf Skiern und nicht zu Fuß nach oben zu kommen, geht es steil abwärts.

Après-Ski in aller Ruhe

Wer nach Hovden fährt, der kommt, um sich bei Langlauf, Alpinski, Snowboarden oder Schneeschuhwandern auszupowern, aber nicht, um sich beim Après-Ski zu vergnügen. Abends sitzt man im Restaurant bei Elch- und Rentierbraten oder entspannt sich im großzügigen Badeland und Spa. Die beim Wintersport verspannten Muskeln werden dort im Schwimmbad, in den Whirlpools und Saunen und bei einer Massage wieder locker und fit für den nächsten Tag.

Auch das kleine Jernvinne-Museum ist einen Besuch wert. Mit Lichteffekten und Geräuschen wird anschaulich die frühere Eisengewinnung der Wikinger in den Hochmooren um Hovden gezeigt. Wem der Tag noch nicht lang genug war, der dreht noch eine Runde auf einer der beleuchteten Loipen rund um den Ort. Wenn sich die Nacht langsam zu Ende neigt, gehen Jan und sein Raupenfahrzeug wieder auf die Piste, um die Spuren des vergangenen Tages zu beseitigen.

Von Dagmar Krappe

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