Wandervergnügen im nördlichen Schwarzwald: Stille Täler, steile Anstiege und kulinarische Genüsse

Immer dem Rothirsch nach

GDer Wanderweg ist ihm gewidmet: Auch wenn sich der Rothirsch im Schwarzwald nicht an jeder Ecke blicken lässt, kann man auf seinen Spuren wunderbar wandern. EDer Schwarzwald hat seine idyllischen Seiten: Im Murgtal stehen an den Hängen oft traditionelle Heuhütten. Foto: tmn

Der Schwarzwald lässt sich am besten erwandern. Das geht zum Beispiel von Freudenstadt aus „Auf der Fährte des Rothirsches“. In Touren von vier oder sieben Tagen lernen die Wanderer die Naturschutzgebiete des nördlichen Schwarzwaldes kennen. Ein grüner Hirsch auf weißem Grund als Markierung weist den Weg.

Doch zuvor lohnt ein Rundgang durch Freudenstadt. Das Städtchen wartet mit einem von Arkaden umsäumten, ungewöhnlich großen Marktplatz auf. „Für die Stadtmitte war ein Schloss vorgesehen“, erzählt Tourismusdirektor Michael Krause. Wegen des Todes des Stadtgründers wurde es nicht gebaut. Heute verleihen die Bürgerhäuser, die zahlreichen Brunnen und Wasserspiele, Cafés und Restaurants dem Ensemble ein südländisches Flair.

Wasserleitungen und Fernblicke

Die Wanderung startet am Morgen darauf. Gleich am Anfang der 22 Kilometer langen Strecke nach Besendorf ist eine Teuchel zu bestaunen. Das sind Leitungsrohre aus Holz, über die Freudenstadt noch bis 1900 mit Wasser versorgt wurde. Später führt der Weg durch Wälder, die immer wieder Ausblicke auf das Murgtal eröffnen. Unterwegs stehen Bänke für eine Pause bereit. Ein schöner Rastplatz liegt an der Ruine der Burg Königswart bei Schönegründ. Von dort sind es nur noch ein paar Kilometer bis zum Tagesziel.

Auch die Tour des nächsten Tages hält einige Höhepunkte bereit. Da ist schon nach wenigen Kilometern der Blick auf die Nadelspitze der Hornisgrinde, die höchste Erhebung im Nordschwarzwald. Waldwege führen zur Quelle der Enz. In Enzklösterle erinnert die steinerne Rußhütte an die alten Waldberufe der Flößer, Köhler und Rußbrenner.

Tag drei bringt endlich die Begegnung mit den Rothirschen. Zu bestaunen sind die „Könige des Schwarzwaldes“ allerdings nicht in freier Wildbahn, sondern im Rotwildgehege. Ein paar Kilometer weiter führt der Weg auf Holzbohlen durch eines der letzten intakten Hochmoorgebiete Mitteleuropas.

Von der Plattform des Hohlohturms reicht der Panoramablick bei klarem Wetter über das Murgtal bis zu den Vogesen. 25 Kilometer sind zurückgelegt, als am späten Nachmittag das Hotel Sackmann in Schwarzenberg, einem Ortsteil von Baiersbronn, erreicht ist. Auch die Köstlichkeiten der schwäbisch-badischen Küche machen den Reiz dieser Schwarzwaldtour aus. Jörg Sackmanns fantasievolle Kochkunst lockt Gourmets von nah und fern. Neben der feinen Küche ist auch die Hausmannskost mit Wildgerichten, Rostbraten, hausgemachten Maultaschen, Spätzle, Schupfnudeln und herzhaftem „Veschperplättle“nicht zu verachten.

Genügend gestärkt geht es am nächsten Morgen auf die Tour mit dem größten Höhenunterschied. „Es sind zwar nur 17 Kilometer, aber die haben es in sich“, meint Tourismusdirektor Krause. Bis zum Schurmsee geht es steil bergan, danach führt der Weg durch den Schifferwald hinunter ins Langenbachtal. Am Ende des ruhigen Tales liegt das Forsthaus Auerhahn. Gastgeber Martin empfängt die erschöpften Gäste mit einem herzlichen „Grüß Gott“ und serviert ein kühles Weizenbier. Die Touren der nächsten Tage sind wieder einfacher, bieten aber mit dem Mummelsee und dem Bergrücken Kniebis noch einige Höhepunkte. (tmn)

Von Detlef Berg

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