Mit der „Delfin II“ auf Fluss-Safari durch den peruanischen Dschungel

Mit Jesús am Amazonas

Abenteuer Amazonas: Dort wo der legendäre Fluss aus den beiden Quellflüssen Rio Marañon und Rio Ucayali entsteht, kreuzt die „Delfin II“ auf dem Amazonas (rechts). Jesús Mesia liebt den Fluss und erklärt seine Flora und Fauna gern den Touristen (links), während es auch am Ufer in den Dörfern viel zu entdecken gibt (Mitte).

Er fühlt sich noch immer als Mann des Dschungels – trotz seiner Jahre in den USA. Er erzählt von den Ritualen seines Heimatstammes, den er bis heute regelmäßig besucht. Und er begleitet Touristen auf der „Delfin II“, einem Luxusschiff, das auf dem peruanischen Teil des Amazonas und seinen Nebenflüssen verkehrt. Er zeigt ihnen die reiche Pflanzen- und Tierwelt links und rechts des mächtigen Stroms.

„Ich liebe den Amazonas“, sagt Jesús Mesia, der Amazonas-Kenner. „Ich will die Menschen sensibilisieren für seine Schönheiten.“ Dann wendet sich der Regenwald-Experte wieder der Landkarte auf dem Oberdeck des Schiffes zu, und erklärt die Route des Tages. Sein Zeigefinger wandert von der Hafenstadt Nauta zum Zusammenfluss des Rio Marañon und des Rio Ucayali, dort, wo der Amazonas entspringt und von da aus 4000 Kilometer bis zu seiner Mündung zurücklegt, 700 davon in Peru.

„Ich liebe den Amazonas (und ich ...) will die Menschen sensibilisieren für seine Schönheiten.“

Jesús Mesia

Mit geübten Handgriffen lässt die Besatzung zwei Beiboote herunter, Schwimmwesten werden übergestreift und schon rauschen die Motorboote in die Weiten des Amazonas mit seinen vielen Seitenarmen im Naturreservat Pacaya Samiria. Zwei Millionen Hektar groß ist der 1940 gegründete Nationalpark.

Man ist umgeben von der Vielstimmigkeit des Regenwaldes. Eine Gruppe Papageien schwärmt kreischend aus, ein Red Caped Cardinal sitzt auf einem Mimosa Baum und trällert in Abständen seine Melodie in die Wildnis. Eichhörnchenaffen hangeln sich aufgeregt von Ast zu Ast. Riesenstörche stolzieren am Ufer entlang und setzen zum ersten Morgenflug an. „Zwischen sechs und acht Uhr morgens ist die beste Zeit um die erwachende Welt des Amazonas zu erleben“, sagt Jesús.

Auch im Wasser geschieht einiges: Die rosafarbenen Flussdelfine sind bereit zum Frühstück. Viele Legenden der Indios ranken um sie. Menschliche oder göttliche Eigenschaften würden ihnen zugeschrieben, heißt es. Anders als die springenden Meeresdelfine wirken die Flussverwandten eher träge und scheu, sie aalen sich genüsslich in den strömungsarmen Bereichen der Fluss-Seitenarme. Hoch oben im Capirona, dem typischen Amazonas Baum, der wegen seines hohen Alters von bis zu 700 Jahren auch Großvaterbaum heißt, sitzt gemütlich ein Perezoso, ein Faultier.

Das Leben am Ufer

Am Ufer zieht das Leben der Menschen wie die Szenen eines Filmes vorbei. Fischer legen ihre Reusen aus und fischen in der Zeit nach dem Hochwasser, wenn die Fischgründe reichhaltig sind. In dem kleinen Dorf Urariñas am Rio Zapote herrscht buntes Treiben. Kinder laufen barfüßig über die vermatschten Wege. Frauen lächeln und bieten ihre Handarbeiten auf einem kleinen Markt den Besuchern an. Ein Tag am Amazonas neigt sich langsam dem Ende zu. Ein Tag, an dem Jesús, der Mann des Dschungels und Tourist-Guide, mal wieder zwischen den Welten hin und her gependelt ist.

Von Markus Howest

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