Kindergarten unterwegs: Kleine auf großer Tour

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Schon im Kindergarten werden Reisen unternommen. Viele Eltern stehen solchen Fahrten skeptisch gegenüber.

Den Rucksack gepackt und los: Schon im Kindergarten werden Reisen unternommen. Viele Eltern stehen solchen Fahrten skeptisch gegenüber. Mit Vertrauen in ihre Erzieher und stärkenden Eltern im Rücken, können kleine Kinder aber von der Trennung auf Zeit profitieren.

Mit Vertrauen in ihre Erzieher und stärkenden Eltern im Rücken, können kleine Kinder aber von der Trennung auf Zeit profitieren.

Sie sieht so verloren aus, denkt die Mutter mit einem Kloß im Hals, als sich Alina noch einmal umdreht und Mama zuwinkt. Die Vierjährige wird für drei Tage allein unterwegs mit ihren Kameraden aus dem Kindergarten und den Erziehern sein. “Ist das nicht viel zu früh in diesem Alter?“, fragen sich zweifelnd manche Eltern. In Abwägung der individuellen Voraussetzungen, bei genügend Personal und einem vertauensvollen Verhältnis zu den Betreuern kann eine Kindergartenreise für alle eine tolle Erfahrung sein, sagen Experten.

“Ob und wann ein Kind in der Lage ist, ein paar Tage mit seiner Kindergartengruppe zu verreisen, lässt sich nicht an einem bestimmten Alter festmachen“, sagt Renate Niesel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Für Luci Schulze, Erzieherin in einem Hamburger Kinderladen, ist eine gute Voraussetzung gegeben, wenn sich das Kind im Kindergarten eingewöhnt hat und dort auch seinen Mittagsschlaf hält. Generell abraten würden beide von einer Reise, wenn Kinder gesundheitlich angeschlagen sind oder gerade eine Trennungssituation in der Familie erleben.

Top 10: Die familienfreundlichsten Städte und Hotels

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Mit Kindner zu reisen, kann ganz schön anstrengend sein. Doch manche Reiseziele sind auch mit den Kleinen attraktiv. Tripadvisor hat aus Millionen Bewertungen und Meinungen die familienfreundlichsten Städte und Hotels in Europa ermittelt. Besonders gute Empfehlungen gab's für Italien. Platz 1 belegte demnach die Stadt Florenz. © Tripavisor.de
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FLORENZ, Italien: Das familienfreundlicheste Hotel ist nach den Bewertungen der Urlauber mit Kids das Hotel Davanzati. © Tripavisor.de
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Platz 2: EDINBURGH, Großbritannien © Tripavisor.de
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EDINBURGH, Großbritannien Fountain Court Apartments © Tripavisor.de
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Platz 3: LONDON, Großbritannien © Tripavisor.de
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LONDON, Grobritannien: base2stay Kensington © Tripavisor.de
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Platz 4: BERLIN, Deutschland © Tripavisor.de
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BERLIN, Deutschland: Marrriot Hotel in Berlin. Es ist zentral gelegen und der Tiergarten ist nur einen Steinwurf entfernt. © Tripavisor.de
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Platz 5: BARCELONA, Spanien © Tripavisor.de
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BARCELONA, Spanien: Hotel 1898 © Tripavisor.de
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Platz 6: ROM, Italien © Tripavisor.de
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ROM, Italien: Hotel Alimandi Vaticano © Tripavisor.de
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Platz 7: WIEN, Österreich © Tripavisor.de
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WIEN, Österreich: K+K Hotel Maria Theresia © Tripavisor.de
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Platz 8: PARIS, Frankreich © Tripavisor.de
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PARIS, Frankreich: Hotel Residence Foch © Tripavisor.de
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Platz 9: BUDAPEST, Ungarn © Tripavisor.de
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BUDAPEST, Ungarn: Hotel Mamaison Residence Izabella © Tripavisor.de
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Platz 10: ISTANBUL, Türkei © Tripavisor.de
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ISTANBUL, Türkei: Sirkeci Konak Hotel © Tripavisor.de

Für Psychologin Niesel spielt das Verhältnis zwischen Kindern und Erziehern für das Gelingen einer solchen Reise eine entscheidende Rolle. Wichtig sei, dass die Bezugsperson, die mitfährt, für die Kinder eine Vertrauensperson ist. Auch die Gruppengröße und den Betreuungsschlüssel hält sie für wesentlich.

Der Ort der Reise sollte so gewählt sein, dass Eltern ihre Kinder im Bedarfsfall in kurzer Zeit abholen können, rät die Entwicklungspsychologin Hellgard Rauh aus Potsdam. Auf jeden Fall sollten die Kinder auf der Reise nicht zum ersten Mal in einer anderen Umgebung übernachten. “So etwas muss geübt sein“, sagt die ehemalige Universitätsprofessorin. Kinder können das Außer-Haus-Schlafen trainieren - bei Oma und Opa etwa oder bei einem Freund oder einer Freundin.

Für Mütter und Väter ist es wichtig, im Vorfeld einer Reise ihre Gefühle und möglichen Befürchtungen auf einem Elternabend oder in Gesprächen mit den Erziehern äußern zu können. “Für die Eltern ist die Trennung eine intensive Erfahrung“, sagt Renate Niesel. Allerdings, so die Psychologin, ist es nicht förderlich, wenn Eltern ihren Kindern den Trennungsschmerz zeigen. Hilfreicher sei es, den Sprösslingen mit auf den Weg geben: “Ich freue mich schon darauf, was du alles erleben und mir hinterher erzählen wirst.“

Bilder aus 40 Jahren Sesamstraße

„Es war einmal vor 40 Jahren in New York...“ - So fangen Märchen für kleine Kinder an. Auch die Sesamstraße ist ein Märchen. Ursprünglich sollten sozialschwache Kinder für die Vorschule gefördert werden. © KiKA
Den deutschen Sendern war die Sesamstraße zu multikulturell. Der Bayerische Rundfunk nahm das Original aus dem Programm. Begründung: „Kulturelle Überfremdung“ der Kinder. © KiKa
Ursprüngliche Crew. Die erste Sendung lief am 10. November 1969 im amerikanischen Fernsehen. Das Format spielte in den New Yorker Slums. © KiKa
Spendenaktion. Die Sesamstraße unterstützt viele soziale Projekte. © dpa
Ernie und Bert © dpa
Ägyptische Sesamstraße. Barbara Bush ist zu Besuch. © dpa
„Manama Na...“ - Wissen Sie noch, wie es weiter geht? Genau! „Batipitipi!“ Ein ähnlicher Ohrwurm wie die Songs von Ernie. © dpa
Ob das wohl schmeckt? Biolek hat Rumpel aus der Mülltonne zu Gast. © dpa
Finchen, die Schnecke, kennen nur die deutschen Kinder. © dpa
Ernie aus Amerika. © dpa
„Keeeekse!“ Von diesem bekommt das Krümelmonster nie genug. © dpa
In Amerika sind die Figuren quietschbunt und total verrückt. © dpa
Die Sesamstraße in Amerika. Der Eindruck eines Slums ist hier gewünscht. © dpa
Miss Piggy - das „Starschwein“ und Dauerverlobte von Kermit. Im Gegensatz zu Disney gibt es Blicke in die Zukunft, in der beide verheiratet sind und Kinder haben. Auch leichte Andeutungen zum Thema Sex hört man von der Diva. © dpa
„Quietscheentchen nur mit dir...“ Diesen Ohrwurm kennen nicht nur Kinder. © dpa
Werbung in Amerika. © dpa
Bert, Samson, Bibo und das Krümelmonster. © dpa
„Graf Zahl“ - Er lehrt die Kinder das Rechnen auf eine liebevoll gruselige Art und Weise. © dpa
Samson, Tiffy und die neuen, menschlichen Darsteller der Sesamstraße: Vijak Bayani (l), Caroline Kiesewetter und Nils Julius (r) © dpa
Die Sesamstraße gibt es tatsächlich. Sie liegt in Köln im „Märchenviertel“. Mit der Kindersendung hat sie allerdings nichts zu tun. Der Name der Straße bezieht sich auf „Ali Baba und die 40 Räuber„. Mit „Sesam öffne dich!“ konnten sie an ihre Schätze. © dpa
Ernie und Bert beim Musical „Sesamstraße„ © dpa
2000 ausgestrahlte Folgen. © dpa
Dirk Bach tritt als Zauberer regelmäßig in der Sesamstraße auf.  © dpa
Keine Angst vor Ernie! Kinder und ihre Eltern demonstrieren für einen kinderfreundlichen Sendeplatz der Sesamstraße. © dpa
Herr von Bödefeld - der ewige Nörgler - mit einem seiner Puppenväter. © dpa
Tiffiy, Finchen und Marianne Sägebrecht. Viele deutsche Schauspieler waren hier zu Gast. © dpa
Ingolf Lück, wer hätte das gedacht. Hier mit Rumpel, der deutschen Version von Oscar dem Mülltonnenmonster. © dpa
Immer wieder auf der Bühne. Ernie und Bert sind heiß begehrt. © dpa
Frohe Weihnacht in der Männer-WG. © dpa
Sind sie oder sind sie nicht?! Böse Zungen behaupten, Ernie und Bert wären mehr als nur gute Freunde. © dpa
„Wer hat´s gesehen?“ Ernie und Bert als Kandidaten. © dpa
OB Klaus Wowereit empfängt die beiden Freunde. © dpa
Zu Besuch beim Sandmännchen. © dpa
Finchen und Rumpel bekommen Besuch von einem Indianer. © dpa
Michelle Obama in der Sesamstraße. Ursprünglich war das Format für farbige und unterpriviligierte Kinder gedacht. © dpa

Auf keinen Fall sollten sich Eltern unter Leistungsdruck gesetzt fühlen, ihr Kind mit auf eine Reise zu schicken. “So ein Angebot sollte als Angebot wahrgenommen werden und nicht als Erziehungsziel unter dem Motto 'Mein Kind muss das jetzt können'“, findet Hellgard Rauh. Sie rät Eltern und Erziehern verständnisvoll darauf zu reagieren und das Kind keinesfalls zu überreden: “Man muss dem Kind Angst vor der eigenen Courage zugestehen, und zwar ohne, dass es sich schämen braucht.“

Luci Schulze, die seit vielen Jahren mit Kindergartenkindern verreist, hat im Gegenzug aber auch immer wieder erlebt, dass Eltern ihren Kindern zu wenig zutrauen. “Kinder sind oft viel stabiler als ihre Eltern denken“, beobachtet sie. Letztlich müssten die Eltern das entsprechende Vertrauen in ihre Kinder und in die Erzieher haben und einen Sinn in der Reise sehen.

Barbara Laufer, dpa

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