Der Bahnhof Speele bietet eine gute Verbindung nach Kassel und Göttingen

Bahnhof Speele: Klein, aber sehr wichtig

Blick auf den 2005 und 2006 komplett umgebauten Bahnhof Speele: Für die Staufenberger ist er ihr Tor zur Welt. In Speele hält die Cantus-Bahn. Sie fährt zwischen den Hauptbahnhöfen Kassel und Göttingen.

Speele. Für die Bahn ist Speele nur noch ein Haltepunkt. Für viele Staufenberger ist der Speeler Bahnhof ihr Tor zur Welt. Er ist der einzige in der Gemeinde Staufenberg.

Auf zum Festival: Jana Utermöhlen, Joana Hochrath, Sina Gerwig, Tonia Kanitz und Nina Hemmelmann (alle 18) starteten von Speele aus zu einem Konzert nach Ostfriesland. Foto: Maaß

Der Bahnhof mitten in dem kleinen Ort mit rund 750 Einwohnern wird gut genutzt. An Schultagen steigen dort über 250 Personen ein und aus. In Speele hält die Cantus-Bahn. Sie fährt den Haltepunkt auf der Strecke zwischen den Hauptbahnhöfen Göttingen und Kassel stündlich an. Am frühen Morgen vor acht Uhr ist der Takt enger und auch am Nachmittag fahren zwischendurch noch zwei Züge.

Der erste Zug nach Kassel fährt werktags um 5.30 Uhr ab, nach Göttingen über Hann. Münden um 4:29 Uhr. Der letzte Richtung Kassel verlässt um 23.05 Uhr den Bahnhof, nach Göttingen um 23.27 Uhr.

Gute Anbindung

Für so einen kleinen Ort wie Speele sei die Anbindung nach Göttingen und Kassel hervorragend, loben Ortsbürgermeister Fred Kaduhr und Walther Jentsch. Jentsch, der bis zu seiner Pensionierung Lehrer in Hann. Münden war, ist 30 Jahre täglich mit der Bahn gefahren. Er ist mit dem Erscheinungsbild des Speeler Bahnhofs insgesamt zufrieden, auch wenn es an einigen Stellen Risse im Mauerwerk gibt und ein neuer Anstrich nötig wäre.

Problem für Rollstuhlfahrer: Ortsbürgermeister Fred Kaduhr weist auf die steilen Rampen hin, die zum Gleis Richtung Göttingen führen. Foto: Maaß

Er sei zumindest sauber. Dass es keinen Fahrkartenverkauf gibt, stört ihn nicht. Die gebe es schließlich zur Not auch im Zug, sagt der 67-Jährige. Auch das fehlende WC ist für ihn kein Thema. In Speele ist ein Bahnhof ohne Service. Das Bahnhofsgebäude wurde vor Jahrzehnten abgerissen. Moderne überdachte Sitzplätze gibt es auf den Bahnsteigen. Die Bahnsteige sind so hoch, dass man in die Züge ebenerdig einsteigen kann. Die Bahn hat den Bahnhof 2005 und 2006 komplett umgebaut und modernisiert. Dennoch ist er für Rollstuhlfahrer ein Problem.

Zwar ist das Gleis für die Züge Richtung Kassel ebenerdig erreichbar, aber der Bordstein an der Straße ist nur teilweise abgesenkt. Und an dieser Stelle gibt es immer noch eine Kante, für die man Kraft braucht, um sie zu überfahren. Und für das Gleis 3, Richtung Göttingen, braucht man die erst Recht.

Die Treppe ist zwar mit einer Rampe versehen, die für Radfahrer noch ausreichen mag, aber für Rollstuhlfahrer ohne Hilfe nicht zu überwinden ist. Und auch mit Hilfe eines Begleiters ist es schwer.

Eine Aufsicht gibt es am Bahnhof Speele nicht und auch keine Kameras. Etwas Sicherheit vermitteln im Dunkeln nur die Lampen auf den Bahnsteigen. Sie reichen aus, um sie im Dunkeln vernünftig zu beleuchten. Das gilt auch für den Tunnel, der unter dem Gleis 2 (Richtung Kassel) hindurch zum Gleis 3 führt.

Mit Lautsprechern

Da stand das Bahnhofgebäude noch: Es wurde 1982 abgerissen. Drei Jahre später begannen die Arbeiten für die Brücke über die Bahnstrecke. Damit verschwanden auch die Bahnübergänge Rechts die alte Kreisstraße nach Lutterberg.

Ungewöhnlich für einen Haltepunkt wie Speele ist, dass es hier noch Lautsprecherdurchsagen gibt. Dafür haben die Speeler auch lange gekämpft. Ursprünglich wollte die Bahn sie nach dem Umbau nicht mehr in Betrieb nehmen. Verspätungen werden den Speelern so mitgeteilt. „Wenn auch nicht immer“, sagt Jentsch.

Zu den positiven Dingen am Haltepunkt Speele zählt, dass es ausreichend Parkplätze gibt, und die nächste Bushaltestelle nicht weit entfernt liegt. Allerdings fehlt am Bahnhof ein Hinweis darauf.

Für die Speeler zählt vor allem, dass hier Züge halten. Denn das Fulda-Dorf ist nur über eine steile, kurvige Straße zu erreichen. Und die kann im Winter auch schon mal unpassierbar sein.

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