Die Europa 2 will im Luxussegment neue Maßstäbe setzen – ohne Dresscode und mit vielen Freiheiten an Bord

21 Knoten, keine Krawatte

Lieben ihre neue Lady: Die Crew der Europa 2 ist zu Recht stolz auf ihr Luxusschiff. Gäste an Bord genießen den engagierten und sehr persönlichen Service, der keine Wünsche offen lässt. Foto: HLKF/Wyrwa

Da liegt sie, jungfäulich und schön. Ende April hat das neue Luxusschiff von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten die Werft in Saint-Nazaire verlassen. Auf ihrer ersten Reise zur Schiffstaufe am 10. Mai in Hamburg hat sie in Amsterdam Station gemacht, um erste Gäste zur Probefahrt an Bord zu nehmen.

Europa 2: So sieht das Luxusschiff aus

Die Erwartungen sind hoch: Nicht weniger als das beste und das schönste Schiff der Welt soll sie sein, wünscht sich Henning Brauer, der als Leiter des Neubaus das Schiff vom ersten Stahlschnitt an begleitet hat. Ein modernes, legeres Schiff für anspruchsvolle Gäste. Schön ist sie tatsächlich – und so richtig zum Wohlfühlen. Klein genug, um sich sofort heimisch und groß genug, um sich nicht beengt zu fühlen. Helles Holz, gepaart mit elegantem Grau und Naturtönen, Mocca und Violett, weiche Teppiche, in denen die Schritte versinken und edle Holzböden prägen das luxuriöse Ambiente. Hinzu kommen Räume, die für ein Schiff ungewöhnlich hoch sind und – selbst in den Suiten – ein Gefühl von Weite geben.

Beim Auslaufen des Schiffes spielt die Band am Pool: Das Pooldeck kann mit einem Glasschiebedach komplett verschlossen werden. Foto: Kneissler

An Bord müssen die Gäste auf nichts verzichten – vor allem nicht auf viel Platz. Nach Angaben der Reederei ist die Europa 2 das Schiff mit dem meisten Platz pro Passagier – weltweit.

Mehr Platz für den einzelnen Gast – das zeigt sich auch in den Kabinen, die auf der Europa 2 durchgehend Suiten heißen und alle über einen Balkon verfügen. Standardkabine ist die 28 Quadratmeter große Veranda Suite. Das Bad hat Wanne und Dusche, der Kleiderschrank ist begehbar, das Ecksofa bequem und das Bett ein Boxspring-Modell – man schläft herrlich darin. Der Balkon ist mit sieben Quadratmetern groß genug für einen Tisch, zwei Stühle und einen Deckchair. Hier entspannt man ganz intim und blickgeschützt. Wer mehr persönlichen Freiraum bevorzugt, hat die Wahl von den Spa Suiten über Penthouse Suiten bis zu zwei 99 Quadratmeter großen Owner Suiten.

Leichte und moderne Küche

Nicht weniger als acht Restaurants – vom französichen Spezialitätenrestaurant bis zur Shushibar – stehen auf dem Schiff zur Verfügung. Da muss man schon eine gewisse Disziplin entwickeln, um während einer einwöchigen Kreuzfahrt – die übliche Verweildauer an Bord – jedes einmal ausprobiert zu haben. Dass man nach der Reise eine Kleidergröße mehr trägt, müssen Europa 2-Gäste übrigens nicht befürchten: Das Gourmet-Konzept bietet eine leichte und moderne Küche und verzichtet bewusst auf die üblichen Sättigungbeilagen. Mit Köstlichkeiten wie Hummer „Thermidor“ und Seezungenfilets mit Olivenkruste und Marsalakarotten kann man sich schlank schlemmen.

Auch sonst müssen Gäste der Europa 2 an Bord auf nichts verzichten. Im Theater zeigen internationale Künstler eigenes für das Schiff entwickelte Shows. Im Jazzclub ist jeden Abend Livemusik und in der Bar Sansibar auf Deck 8 legt nachts ein DJ auf.

Das alles genießt man ohne Zwänge. Eine Kleiderordnung gibt es nicht an Bord und die Herren werden ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Tragen einer Krawatte nicht erwartet wird. Feste Tischzeiten und Sitzplätze sind ebenfalls tabu. Jeder soll die Gelegenheit haben, den Luxus so zu genießen, wie er es mag. Für Wolfgang Flägel, Geschäftsführer von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, heißt das vor allem Zeit zu haben: „An einem Sonntag auf dem Schiff wie heute bis 10 Uhr schlafen, dann zwei Stunden im Fitnessstudio trainieren und anschließend im Yachtclub auf Deck 9 im Sonnenschein zu frühstücken – besser kann ein Tag nicht beginnen.“ Viele zukünftige Gäste der Europa 2 werden ihm zustimmen.

Von Jutta Kneissler

Daten und Fakten

• Bis zu 1150 Mitarbeiter waren 20 Monate damit beschäftigt, die Europa 2 zu bauen.
• 23 000 Quadratmeter Teppich und 300 Kilometer Leitungen wurden verlegt.
• Das Glasschiebedach über dem Pool wiegt 80 Tonnen.
• 890 Kunstoriginale schmücken die Decks, sie haben rund zwei Millionen Euro gekostet.
• Vier Dieselgeneratoren erzeugen 24 Megawatt Strom.
• 280 Tonnen Lebensmittel und Getränke wurden in Saint-Nazaire geladen.
• 251 Suiten stehen den Gästen zur Verfügung. Es gibt keine Innenkabinen, alle Suiten haben einen Balkon.
• 370 Crewmitglieder kümmern sich um das Wohl der maximal 516 Gäste.
• Das Schiff ist 225,38 Meter lang und 26,70 Meter breit.
• Ein Tag an Bord kostet im Durchschnitt 600 Euro. Buchbar im Reisebüro oder im Internet: www.hlkf.de

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