König Ludwig und der Starnberger See

+
Der 150 Jahre alte Zufluchtsort von Bayerns "Märchenkönig" Ludwig II (1845-1886): Die Luftaufnahme zeigt die Roseninsel im Starnberger See mit Schlößchen.

Am Starnberger See in Oberbayern hat König Ludwig II. viele seiner Mußestunde verbracht. Sein Tod am Ufer des Sees ist bis heute ungeklärt. Doch man muss kein Kini-Fan sein, um seine Lieblingsplätze zu besuchen.

Ort der Legenden: Das Kreuz markiert die Stelle im Starnberger See, an der man den Leichnam König Ludwigs II. fand.

Es gibt nur ein Kreuz am Starnberger See, um das sich so viele Fragezeichen ranken. Es steht einsam im seichten Wasser, umspielt von sanften Wellen, die die Nordwestbrise herüber nach Berg weht. Es markiert die Stelle, an der man den Leichnam König Ludwigs II. fand. Wie er zu Tode kam, ist bis heute ungeklärt.

Ist er wirklich ertrunken, wie die offizielle Version aus dem Jahre 1886 es überliefert? Kaum vorstellbar: Das Ufer ist flach, das Wasser am Kreuz gerade mal knietief. Oder doch ermordet, von seinen Gegnern, die ihn entmündigt hatten und ihn loswerden wollten, weil er sich und das Königreich mit seinem Bauwahn in Schulden stürzte? Man wird es vielleicht nie erfahren. 

Das Mysterium des Märchenkönigs zieht Touristen aus aller Welt an

 

Oase der Stille: Auf die Roseninsel zog sich der Märchenkönig besonders gern zurück.

Nur der Ort steht fest, da steht das Kreuz, und dahinter die Votivkapelle, ein beeindruckendes Bauwerk aus Stein. Am 13. Juni 2011, wenn sich der Todestag Ludwigs zum 125. Mal jährt, werden hier 1000 Besucher der großen Gedenkfeier beiwohnen. Der Altar für die Feier muss im Freien aufgebaut werden, die Kapelle könnte die Massen nicht aufnehmen. Draußen auf dem See wird der Dampfer “MS Starnberg“ auf Höhe des Kreuzes stoppen, bei Drei-Gänge-Menü und Wagner-Klängen können die Passagiere einen Blick auf das Spektakel werfen. 

Mit dem Dampfer von Berg nach Possenhofen

Das Mysterium des Märchenkönigs zieht Touristen aus aller Welt an den Starnberger See - nicht nur, weil er hier starb. Der See war sein Rückzugsort. “Er war gern alleine, genoss die Einsamkeit und suchte Oasen der Stille“, sagt Stefan Jetz, Vorstand des Verbands der Königstreuen. “Der Starnberger See war ein Ruheplatz für seine Seele.“ 

Wer die Mußeorte des “Kini“ sucht, muss mit dem Dampfer von Berg quer über den See nach Possenhofen fahren. So wie Ludwig es oft tat, wenn er sich auf der Roseninsel noch weiter zurückziehen wollte.

Kaiserin Elisabeth: Bilder des Mythos Sissi

Sie verdrehte vielen Männern den Kopf. © dpa
Wie der Fächer befindet sich dieses Kleid in Privatbesitz und wurde uns exklusiv für ein Foto zur Verfügung gestellt. Das Kleid stammt aus dem Jahr 1896 und zeigt, wie schlank die Kaiserin war. © Tanja Lugert
Ihr Leben ist ein Mythos. Schon zu Lebzeiten verstand sie es hervorragend, alles um ihre Person geheim zu halten. Kaiserin Elisabeth hatte einen einfachen, aber exquisiten Kleidergeschmack. Sie hasste die überladenen Kreolen. © dpa
Elisabeths Taufkleid. © dpa
Kaiserin Elisabeth liebte Meissner Porzellan. Solche Figuren, auch von ihrer Person, mussten  in jedem ihrer Feriendomizile aufgestellt werden. © dpa
Schloss Schönbrunn © dpa
Zuckersüße Zeichentrickserie „Sissi“. Sie läuft auf KIKA und vermittelt nicht nur historisch falsche Fakten an kleine Mädchen. Die Serie ist an Kitsch nicht zu überbieten. © dpa
Dieser Fächer befindet sich in Privatbesitz. Exklusiv für uns wurde er fotografiert. Mit solchen Fächern „tarnte“ sich die Kaiserin auf ihren Reisen. © Tanja Lugert
Sie war sich ihrer Schönheit bewusst. So setzte Elisabeth ihr Aussehen als Waffe ein, um ihren Willen zu bekommen. © dpa
Der italienische Anarchist Luigi Lucheni erstach die Kaiserin am 9. September 1998 in Genf.  Er wurde schnell gefasst. © dpa
Sammlerstück: Die Kaiserin selbst wollte nie, dass andere sie bewundern. Sie hasste es, wenn alle Blicke auf sie gerichtet waren. © dpa
Die Toilette der Kaiserin. © dpa
Sissi -Statue © dpa
Handschuhe der Kaiserin. Sie wurden auf einer „Kaiserauktion“ versteigert. Private Objekte der österreichischen Herrscherin sind hochbegehrt bei Sammlern. © dpa
Eine Kopie der Totenmaske. Das Orginal ist bis heute verschollen. © dpa
Kitsch! Zum hundertsten Todestag der Kaiserin, wurde neben einer Sissi-Porzellanpuppe auch eine Version ihres Cousins Ludwig II. angeboten. © dpa
Gedenkmünze © dpa
Elisabeths Gebetsbuch. Es wurde auf einer Auktion versteigert. © dpa
Nach dem Tod ihres Sohnes Rudolf trug Elisabeth nur noch Schwarz. Ganz selten, bei Hochzeiten oder Taufen, wechselte die Kaiserin für kurze Zeit ihre Kleidung. © dpa
Wurde zu wohltätigen Zwecken versteigert: e ine Stiefelette von Elisabeth. Sie hatte sehr schmale Füße, trug aber Größe 40. © dpa
Sissi-Ausstellung in Schloß Unterwittelsbach im Landkreis Aichach-Friedberg. Dort verbrachte die Kaiserin oft ihren Urlaub. © dpa
Hoch zu Roß! Elisabeth war passionierte Reiterin. In England verfeinerte sie ihre Technik. Heute würde man ihren Stil als „Military“ bezeichnen. © dpa
Auf Elisabeths Spuren. Am Starnberger See war die Herrscherin sehr gerne. Erst nach König Ludwigs Selbstmord mied sie den Ort für viele Jahre. Ihr passte es nicht, wie die Familie mit der Geschichte umging. © dpa
So harmonisch war es zwischen Sissi und Franz leider nie. Schon nach der Geburt der  zweiten Tochter war die Ehe des Kaiserpaars am Ende. © dpa
Elisabeths Milchzahn. © dpa
Fragmente ihres Hochzeitkleides... © dpa
...wo das restliche Material sich befindet, ist unbekannt © dpa
Gedenkstätte für die Kaiserin. Hier machte die Herrscherin Urlaub. © dpa
Schattensilhouette von Kaiserin Elisabeth. © dpa
Marmorstatue im Wiener Sissimuseum. © dpa
Griechenland: Elisabeth liebte Korfu mit seinen ästhetischen Figuren. © dpa
Das Schloss Possenhofen kann heute nicht mehr besichtigt werden, es ist in Privatbesitz.

Im Schloss Possenhofen traf Ludwig schon als Kind auf seine Großcousine Elisabeth, auch bekannt als Sisi. Sehr viel öfter traf er die spätere Kaiserin von Österreich aber auf der Roseninsel. Ludwig wird die Kutsche genommen haben, heute spaziert man durch das Örtchen Possenhofen, vorbei am alten Haus des Fischers Gebhardt, am Restaurant Schiffsglocke und durch den grünen Lenné-Park.

Das letzte Stück fährt man mit Norbert Pohlus. In Trachtenjanker und Lederhose sitzt er am Steuer seiner “Plett'n“, einem kleinen Kahn, und schippert Leute zwischen vom Festland zur Insel.

In der Villa auf der Roseninsel hat sich König Ludwig oft heimlich mit Sisi getroffen. Die Balkone geben den Blick auf den Park, auf die Ufer des Sees und die Alpen dahinter frei.

Über 300 Rosenstöcke stehen hier, mehr als 100 verschiedene Sorten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Eine Fliederhecke trennt das Rosenrondell an drei Seiten vom Rest des Parks. An der vierten steht die Villa, mit hellen Räumen, ausladenden Terrassen und Balkonen. Sie geben den Blick auf den Park frei, auf die Ufer des Sees und die Alpen dahinter.

Wer sich durch das Haus führen lässt und über die kleine Insel spaziert, versteht, warum sich Ludwig oft hierher zurückzog, warum er hier sogar in der Zeit des Deutschen Krieges von 1866 wochenlang in der Natur und der Musik Richard Wagners versank. Nicht zuletzt war die Roseninsel sein heimlicher Treffpunkt mit Sisi.

“Die beiden verband eine tiefe Seelenverwandschaft“, sagt die Historikerin Juliane Reister. Sie leitet das Museum im historischen Bahnhof Possenhofen, das eine ständige Sisi-Ausstellung beherbergt und aktuell eine Sonderausstellung zu König Ludwig. “Ludwig und Sisi waren Schöngeister, die in ihren Ämtern gefangen waren.“

Christian Helten, dpa

125. Todestag von König Ludwig www.verband-der-koenigstreuen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.