Vier bis sechs Schiffe pro Tag

Wegen Kreuzfahrtschiffen: Mallorca geht auf Barrikaden - das haben sie jetzt vor

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Den Einheimischen von Mallorca sind es zu viele Kreuzfahrtschiffe - jetzt spricht die Hafenbehörde ein Machtwort.

Weltweit sind über 500 Kreuzfahrtschiffe unterwegs. Mallorca geht auf die Barrikaden in Form einer Online-Petition. Die Hafenbehörde sorgt jetzt für eine Enttäuschung.

Weltweit fahren rund 5.000 Passagierschiffe, davon mehr als 500 Kreuzfahrtschiffe. In den touristischen Hochburgen werden diese zunehmend zum Problem, zum Beispiel in Venedig, wo sie demnächst zu Docks auf der anderen Seite der Lagune umgeleitet werden sollen. Auch auf Mallorca geraten Kreuzfahrtschiffe zunehmend in die Kritik. Die Gründe dafür sind nicht nur die Emissionen, sondern auch der Lärm, den die Kreuzfahrtschiffe verursachen. Außerdem stört die Vielzahl der Reisenden, die beim Landgang Palma de Mallorca erkunden.

Kreuzfahrtschiffe auf Mallorca: 12.000 Unterschriften bei Petition

Aktuell laufen zwischen vier und sechs Schiffe pro Tag im Hafen der mallorquinischen Hauptstadt ein. Dagegen hat sich Widerstand gebildet: Eine Online-Petition hat bereits knapp 12.000 Unterschriften gesammelt. 20 Umwelt- und Anwohnerverbände haben die Initiative ins Leben gerufen: Sie fordern, dass nur noch ein einziges Kreuzfahrtschiff pro Tag im Hafen von Palma de Mallorca festmachen darf und nicht mehr als 4.000 Kreuzfahrtpassagiere gleichzeitig die mallorquinische Hauptstadt besuchen dürfen.

Lesen Sie hier: Aus gutem Grund: Warum Sie diese Kabine auf einer Kreuzfahrt nicht buchen sollten .

Kreuzfahrtschiffe: Hafenbehörde sagt, muss "sich selbst regulieren"

Dem hat aber jetzt der Präsident der spanischen Hafenbehörde ("Puertos del Estado"), Salvador de la Encina, im Radiosender Cadena SER einen Riegel vorgeschoben. Cadena SER ist der größte Radiosender in Spanien. De la Encina betont, dass weder die autonome Exekutive noch der Stadtrat von Palma de Mallorca etwas dagegen zu sagen hätten, denn "es kann nicht per Gesetz passieren". Vielmehr hänge es ab "vom Willen der Reedereien und ihrer Bereitschaft, sich selbst zu regulieren". De la Encina versichert, dass "wir keine Gesetze erlassen können und werden", um die Anzahl der Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Palma de Mallorca zu begrenzen.

Ebenfalls spannend: Kreuzfahrt-Mitarbeiter spricht über "schlimmste Zeit" seines Lebens - Dazu wurde er gezwungen .

Kreuzfahrtschiffe: durchschnittlich 70 Euro Ausgaben pro Tourist

Der Präsident der Hafenbehörde weiß vielmehr um die Notwendigkeit des Kreuzfahrt-Sektors, weil "er große Vorteile bringt" und "durchschnittliche Ausgaben pro Tourist von 70 Euro bei jeder Ausschiffung" erzeugt. Außerdem betreffe der Sektor 30.000 direkte Arbeitsplätze in ganz Spanien.

Ihre Meinung ist gefragt!

Auch interessant: Was der Kreuzfahrt-Crew in der Kabine verboten ist - und welche Folgen die Missachtung hat.

Kreuzfahrten: Wie umweltfreundlich und vertretbar sind sie wirklich?

Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen.
Die Kreuzfahrt ist eine beliebte Urlaubsform mit seit Jahren steigenden Passagierzahlen. © Andrea Warnecke
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen.
In Norwegen sollen strenge Umweltschutzgesetze unter anderem die sensible Fjordlandschaft schützen. © Hurtigruten
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben.
Kraftstoff bunkern: Auch das Tankschiff für die "Aida Nova" wird mit LNG aus Terminals in Barcelona und Teneriffa angetrieben. © Juanjo Martinez
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird.
Die "Aida Nova" von Aida Cruises ist das erste Kreuzfahrtschiff der Welt, das im Hafen und auch auf See hauptsächlich mit Flüssigerdgas (LNG) angetrieben wird. © Juanjo Martinez
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises.
Felix Eichhorn ist Präsident der Reederei Aida Cruises. © Andrea Warnecke
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Daniel Skjeldam ist CEO der norwegischen Reederei Hurtigruten. © Hurtigruten
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Kreuzfahrtschiffe gelten vielen als "Dreckschleudern", die die Umwelt verschmutzen. © Philipp Laage
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Umweltschutz ist besonders in ökologisch sensiblen Gegenden wie hier in der Arktis wichtig. © Verena Wolff
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start.
Mit der "Roald Amundsen" von Hurtigruten geht das erste Hybrid-Expeditionsschiff an den Start. © Hurtigruten
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien.
Die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren mit Schweröl, dem Überrest aus den Erdölraffinerien. © Andrea Warnecke

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